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Brigitte und Karl Herding heirateten 1971

Erst Haus und Beruf, dann die Hochzeit

Ochtrup

50 Jahre ist es her, dass Brigitte und Karl Herding „Ja“ zueinander gesagt haben. Das war am 11. Juni 1971. Am Wochenende wurde dieses Ehejubiläum nun im kleinen Kreise gefeiert. Kennengelernt haben sich die Eheleute übrigens bei einer Hochzeit in der Weiner.

Von Irmgard Tappe

Brigitte und Karl Herding feierten am Samstag ihre Goldene Hochzeit. Foto: Irmgard Tappe

Ein Dankgottesdienst in der Langenhorster Stiftskirche, anschließend ein Fest im kleinen Rahmen – so begingen Karl und Brigitte Herding am Samstag gemeinsam mit ihren beiden Kindern, Schwiegerkindern, vier Enkeln und den Geschwistern des Paares ihre Goldhochzeit in Coronazeiten.

Am 11. Juni 1971 hatten sie in der Marienkirche in Rheine geheiratet. „Mit knapp 30 Jahren galt ich damals als etwas ältere Braut. Aber ich war der Meinung: Zuerst einen guten Beruf erlernen, danach ist immer noch Zeit, nach Männern Ausschau zu halten“, beschreibt die ehemalige Kinderkrankenschwester ihren klugen Standpunkt.

Brigitte Herding wurde in Pommern geboren. Ihre Eltern betrieben dort ein landwirtschaftliches Anwesen. Sie war vier Jahre alt, als ihre Mutter 1945 mit den drei Kindern in den Westen flüchtete. Der Vater war bereits verstorben. Die Familie lebte zunächst in einem Flüchtlingslager in Bremen und danach in Rheine. Dort fand die Familie ein neues Zuhause.

Der Nachbar des Bräutigams und die Arbeitskollegin der Braut

Bei einer Hochzeitsfeier in der Weiner lernte sie ihren späteren Mann kennen. Karl Herding war ein Nachbar des Brautpaares und Brigitte, die damals noch Hoppe hieß, eine Arbeitskollegin der Braut. In der Folgezeit trafen sie sich häufiger, und es bahnte sich eine „feste Beziehung“ an. Doch bevor das Paar heiratete, stand der Bau eines Eigenheimes an. „Zuerst baute man ein Haus, dann wurde geheiratet. Das war bei den Jungs aus der Weiner so üblich“, meint Karl Herding schmunzelnd. Das Haus am Deipengrund, wo das Paar noch immer lebt, hat „der Junge aus der Weiner“ eigenhändig nach Feierabend errichtet.

Er erlernte nämlich nach dem Schulabschluss das Maurerhandwerk und arbeitete danach noch etliche Jahre in diesem Beruf. Außerdem war Karl Herding aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Dadurch entstand der Kontakt zur Rettungswache, wo er von 1973 bis zum Rentenalter beschäftigt war.

Die Eheleute pflegen gemeinsam das über 1000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem genügend Platz ist für Karl Herdings Kaninchen. „Bis vor kurzem hatten wir auch noch Hühner. Tierhaltung war immer mein Hobby. Ich bin ein Naturfreund“, sagt der 84-Jährige, der sich als bodenständig bezeichnet. Nach wie vor ist er der Freiwilligen Feuerwehr sehr verbunden. Heute gehört er zur Ehrenabteilung. „Ich freue mich schon auf unseren ersten Kameradschaftsabend nach der Coronapause“, meint er.

Auch Brigitte Herding hofft, dass sie sich bald wieder mit den Nachbarfrauen treffen kann. „Wir haben eine sehr gute Nachbarschaft“, sagt die 79-Jährige. Die Eheleute freuen sich außerdem auf ihren bevorstehenden Sommerurlaub in Greetsiel. „Weite Reisen“, sind sie sich einig, „die brauchen wir nicht mehr. Bis zur Nordsee, das genügt uns. Aber wir genießen es auch, wenn wir zu Hause sind.“

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