Merle Flaßkamp hat ein Sportstipendium bekommen

Fußball-Abenteuer in den USA

Ochtrup

Zum Sportstudium in den USA ist jetzt die 18-jährige Merle Flaßkamp aufgebrochen. Ein Jahr lang wird die Ochtruperin im Bundesstaat Iowa beheimatet sein.

Maximilian Stascheit

Gerade 18 Jahre alt geworden und das Abi in der Tasche, ging es für Merle Flaßkamp am Dienstag in die USA. Sie hat dort ein Fußball-Stipendium bekommen. Foto: Maximilian Stascheit

Das Ziel, nach dem Abitur für ein Jahr aufzubrechen ins Ausland, hatte Merle Flaßkamp schon lange. „Ich habe mir immer schon gedacht, dass ich das gerne machen möchte“, erzählt die 18-Jährige, die ihre Abschlussprüfungen am Städtischen Gymnasium in diesem Jahr erfolgreich abgelegt hat. Zunächst schwirrte ihr die Idee im Kopf herum, als Au-Pair-Mädchen ins Ausland zu gehen. Doch bei ihrer Recherche nach den Möglichkeiten eines Auslandsaufenthalts stieß sie im Internet auf die Option, über ein Sportstipendium ein Jahr in den Vereinigten Staaten zu verbringen.

„Diese Chance fand ich sehr spannend“, berichtet Merle Flaßkamp weiter. Und ihr wurde ziemlich schnell klar, dass sie bei der Bewerbung durchaus Chancen haben würde. Schließlich spielt die Abiturientin erfolgreich Fußball in der Verbandsliga, läuft auf ihrer Position im zentralen offensiven Mittelfeld seit einem Jahr für die erste Damenmannschaft der DJK Arminia Ibbenbüren auf. Zuvor war sie bereits bei Borussia Emsdetten, der JSG-Lau-Brechte Weiner und den Minikickern von Arminia Ochtrup am Ball.

„Wenn man als Mädchen in der Landesliga oder höher spielt, hat man ganz gute Chancen“, erzählt die leidenschaftliche Fußballerin. Also meldete sie sich bei der Organisation „Scholar Book“, die junge Menschen über ein Stipendium für ein Jahr an ein College in den USA vermittelt. Im Gegenzug verpflichten sie sich, neben ihrem Studium für die dortige Sportmannschaft aufzulaufen. Hauptsächlich vermittelt die Organisation junge Sportler im Fußball, Leichtathletik, Schwimmen, Tennis und Golf. „Diese Teams spielen für die Colleges eine sehr große Rolle“, weiß Merle Flaßkamp. Je mehr sie darüber nachdachte, desto überzeugter wurde sie von der Idee. Doch bis zum Stipendienplatz war es noch ein langer Weg.

Zunächst ging es vor knapp einem Jahr zu einem Beratungsgespräch nach Nordhorn, woraufhin sie einen Vertrag mit der Organisation unterschrieb. Bei einem Probetraining in Stuttgart wurden außerdem Videoaufnahmen von ihr gemacht, die den Trainern der amerikanischen Colleges zur Verfügung gestellt wurden. „Da waren auch schon einige Trainer aus den USA vor Ort, um sich das anzuschauen“, erinnert sich Merle Flaßkamp.

Neben dem sportlichen Niveau spielt für das Stipendium jedoch auch die Sprachkompetenz eine wichtige Rolle. „Es ist nicht unbedingt so, dass Englisch in der Schule mein Lieblingsfach war“, erzählt die 18-Jährige schmunzelnd. Doch mit dem festen Ziel vor Augen, bereitete sie sich parallel zum Abitur auf zwei Sprachtests vor. „Ich muss zugeben, dass ich zwischendurch auch schon ganz schön verzweifelt war. Da habe ich hier gesessen und wollte am liebsten einfach aufhören“. Doch die junge Frau kämpfte sich durch, bestand ihr Abitur und auch die beiden Sprachtests.

Dann wurde es auch konkreter, was die Auswahl des Colleges angeht. „Mehrere Trainer haben sich bei mir gemeldet“, so Flaßkamp. Via Skype führte sie Videotelefonate mit den Coaches und hatte schließlich die Wahl zwischen vier verschiedenen Colleges. „Das habe ich letztendlich aus dem Bauchgefühl heraus entschieden.“ So ging für Merle Flaßkamp am Dienstag die Reise in die 28 000-Einwohner-Stadt Mason City im Bundesstaat Iowa. Dort wird sie für knapp ein Jahr am Campus des dortigen North Iowa Area Community College (NIACC) beheimatet sein. Parallel beginnt sie ein Journalismus-Studium und wohnt zusammen mit den Mitspielerinnen ihrer Fußballmannschaften in Zwei-Bett-Zimmern in einem Studentenwohnheim. „Dort ist alles viel professioneller“, erklärt Merle Flaßkamp und berichtet unter anderem von einem eigenen Fitnessstudio, das den Athleten zur Verfügung steht. In der Saisonvorbereitung stehen jeweils zwei Trainingseinheiten an sechs Tagen pro Woche auf dem Programm. Außerdem hat sie bereits einen Trainingsplan für Zuhause zugeschickt bekommen.

Während Merle Flaßkamp die letzten Tage genutzt hat, um ihre Koffer zu packen und sich von Freunden und Familie zu verabschieden, sind einige ihrer Mitspielerinnen bereits vor Ort. Diese haben sie auch schon mit reichlich Fotos versorgt und damit ihre Vorfreude auf das Abenteuer in den USA so richtig geweckt.

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