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Diskretes Handsignal

Hey, ich brauche Hilfe!

Ochtrup

Die geöffnete Hand heben, den Daumen einklappen, die Finger darüberlegen: Mit diesem diskreten Handsignal können Menschen eine wichtige Nachricht senden.

Mit einem diskreten Handzeichen können Menschen äußern, dass sie sich bedroht fühlen. Foto: Anne Spill

Nein, mit Wacken hat dieses Handzeichen nix zu tun – auch nicht mit Star Trek oder dem Schweigefuchs. Aber was bedeutet die Geste mit der zunächst geöffneten Hand, die dann zur geschlossenen Faust wird? Eine kleine Umfrage auf dem Ochtruper Wochenmarkt hat ergeben: Die meisten haben dieses Handsignal noch nie gesehen.

Gut ein Drittel der Befragten weiß aber etwas mit dem Zeichen anzufangen. „Da war doch neulich etwas in den Nachrichten“, grübelt eine Einkäuferin. „Steht das nicht für einen Notruf?“ Genauso ist es, wie eine andere Besucherin des Wochenmarkts erklärt: „Es ist ein diskretes Signal, dass jemand Hilfe braucht – sich aber gerade nicht laut äußern kann, weil derjenige, von dem die Gefahr ausgeht, in der Nähe ist“, weiß die junge Frau, die dazu Videos auf Insta­gram gesehen hat. Auch eine andere Ochtruperin hat „das schon mal auf Facebook und Youtube entdeckt“.

Kein Wunder: Aufnahmen des Handzeichens sind zuletzt vielfach auf verschiedenen Plattformen im Internet aufgetaucht, sogar „viral gegangen“. In den USA konnte Medienberichten zufolge ein entführtes Mädchen gerettet werden, nachdem es sich – im Auto neben dem Täter sitzend – durch dieses spezielle Signal bemerkbar gemacht hatte. Auch Menschen hierzulande könnte das Handzeichen helfen, wenn es nur bekannt genug ist.

„Ist Luisa hier?“

Neu ist die Idee eines diskreten Hilferufs indes nicht. In vielen Kneipen zum Beispiel können Frauen an der Theke fragen, „ob Luisa hier ist“, wenn sie sich bedrängt oder belästigt fühlen. Das Personal weiß dann Bescheid und hilft, der unangenehmen Situation zu entfliehen. Seinen Ursprung hat dieser Code-Spruch in der Partyszene von Münster, aber auch in Ochtrups Gastronomie ist er bekannt: „Wir kennen diese Frage auch“, berichten die Marktbesucherinnen Melanie Bonsmann und Christina Freerman, die beide schon im „Paddy‘s“ hinter dem Tresen standen. Glücklicherweise hätten sie aber noch nie erlebt, dass jemand dieses Hilfsangebot in Anspruch nehmen musste.

Auch auf Festivals hat sich ein Hilfe-Code etabliert. „Da lautet er ‚Wo geht es nach Panama?‘“, wissen Melanie Bonsmann und Christina Freermann. Wer diese Frage den Leuten an der Bar, den Security-Mitarbeitern oder Sanitätern stellt, wird in einen abgeschirmten Bereich gebracht.

Wie bei allen Hilfesignalen gilt auch bei diesen drei Codes: Nur wenn das Gegenüber versteht, was man sagen möchte, kann es reagieren. Also: Weitersagen!

Das rät die Polizei

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