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100 Menschen nahmen an Demonstration vor der Urananreicherungsanlage teil

Kein atomares Wettrüsten

Gronau

„Atomkraft? Nein danke“-Fahnen beherrschten die Szene vor der Urananreicherungsanlage in Gronau. In Gedenken an die Atombombenabwürfe vor 76 Jahren fand dort eine Demonstration statt.

Von Martin Borck

Ein Teil der Demonstranten fuhr über die Kaiserstiege zur Urananreicherungsanlage. Foto: Martin Borck

Rund 100 Menschen haben am Sonntagmittag gegen die nukleare Aufrüstung demonstriert. Aus verschiedenen Orten im Umkreis waren sie per Fahrrad-Sternfahrt zur Urananreicherungsanlage in Gronau gekommen. Das Motto der Demo lautete „Hiroshima und Nagasaki mahnen: kein atomares Wettrüsten“. Vor 76 Jahren waren die beiden japanischen Städte durch Atombomben zerstört worden. Hunderttausende Menschen starben. Auch heute noch leiden Menschen an den Spätfolgen.

Zu den Protesten hatten unter anderem das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, Enschede voor Vrede, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz und die Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) aufgerufen.

„Atomkrieg aus Versehen“ möglich

Urananreicherungsanlagen sind in der Lage, Uran so weit anzureichern, dass es auch für militärischen gebrauch verwendet werden kann. Dr. Brigitte Hornstein von der IPPNW betonte, die Betreibergesellschaft Urenco biete sich in den USA an, Material für Minireaktoren zu liefern, mit denen U-Boote ausgerüstet werden könnten. Als Glied im atomaren Kreislauf und wegen der potenziell militärischen Nutzung müsse auch die Gronauer Anlage stillgelegt werde.

Hornstein sprach sich für Abrüstungsimpulse aus, die in den 80er-Jahren zur Erfolgen geführt hätten. Sie warnte vor einem „Atomkrieg aus Versehen“, eine Gefahr, die auch Experten als den auch Verteidigungsexperten als durchaus real ansähen.

Mittel für Militärausgaben anders einsetzen

Gertrud Roth von der KFD Ahaus erinnerte an das entsetzliche Leid, das die Menschen in Hiroshima und Nagasaki erlitten hätten. „Die Bevölkerung ist immer die Leidtragende“, sagte sie. Zumindest habe es in den Kirchen ein Umdenken gegeben: Während früher Kriegsparteien noch den Segen der Kirchen erhalten hätten, habe sich Papst Johannes Paul II. 1981 bei seinem Besuch in Hiroshima und Nagasaki für die Beseitigung aller Atomwaffen aufgerufen.

Immerhin gut 1,5 Billionen Euro würden weltweit für militärische Zwecke ausgegeben, sagte sie und fragte sich, was man mit dem Geld nicht alles für Frieden, Klimaschutz und andere positive Ziele machen könnte.

Weitere Themen waren laut Veranstalter die Uranmüllexporte von Gronau nach Russland und die geplanten Castor-Transporte mit hoch angereichertem, Uran von München-Garching ins Atommüll-Lager nach Ahaus.

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