1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ochtrup
  6. >
  7. Breite Unterstützung für Geflüchtete aus der Ukraine

  8. >

Knapp 100 Personen aufgenommen

Breite Unterstützung für Geflüchtete aus der Ukraine

Ochtrup

Mit Spenden werden über den Ochtruper Freundeskreis Städtepartnerschaft Geflüchtete aus der Ukraine im polnischen Wieluń unterstützt. Aber auch Menschen, die aus den Kriegsgebieten hier ankommen, treffen auf große Hilfsbereitschaft. Bürgerinnen und Bürger stellen Unterkünfte zur Verfügung, und die Schulen bieten Deutschunterricht für Kinder und Jugendliche an.

Von Marion Fenner

Foto: Katrin Kuhn

Die ersten Hilfen für Flüchtlinge aus der Ukraine sind angekommen. Besonders engagiert sind der Freundeskreis Städtepartnerschaften und mehrere private Initiativen aus der Töpferstadt, wie Fachbereichsleiter Michael Alfert in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Gleichstellung und Integration am Dienstag erklärte.

Auffangstationen in Schulräumen

Mittlerweile seien die Transporte mit Hilfsgütern in der Partnerstadt Wieluń angekommen und linderten so die Not der Geflüchteten in Wieluń und auch in der Ukraine. In Wieluń werde vornehmlich die Berufsschule unterstützt, deren Schulleiter sich für die Einrichtung einer Auffangstation in den Schulräumen stark mache, berichtete Alfert weiter. „Aus Ochtrup konnten hierfür unter andere Feldbetten und Decken sowie weitere Spenden dazu gegeben werden.“ Da die Schule in Wieluń Kontakt zu einer Partnerschule in Kiew habe, seien an diese zielgerichtet und abgesichert Hilfsgüter aus Ochtrup weitergeleitet wurden.

Michael Alfert

Die Aktivitäten des Freundeskreises werden sich auch künftig auf die Unterstützung der Berufsschule in Wieluń konzentrieren, erfuhren die Ausschussmitglieder. Aktuell werde ein Zelt mit Holzboden und mobiler Küche beschafft, damit die Frauen, die dort mit ihren Kindern angekommen sind, kochen könnten und auch ein wenig beschäftigt seien. „Es sind wirklich nur Frauen und Kinder, die dort ankommen“, bestätigte Alfert. Für dieses Projekt habe es gerade eine Spende der Ochtruper Wirte in Höhe von 9000 Euro gegeben. Diese Aktion verdiene großen Respekt, weil gerade an der der Gastronomie die Belastungen durch die Corona-Pandemie nicht spurlos vorübergegangen seien. Die Firmen Rolinck und Kock hätten die Wirte mit Bierfässern unterstützt.

Sozialhilfeleistungen

Alfert lobte auch die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, Wohnraum für Menschen aus der Ukraine bereitzustellen. Bis zum 10. März seien zehn Flüchtlinge in Ochtrup angekommen. Dafür habe die Verwaltung gerne auf die vorliegenden privaten Angebote zurückgegriffen. Doch es werden noch weitere Unterbringungsmöglichkeiten benötigt. Bis jetzt seien 83 Personen untergebracht worden, weitere würden folgen.

Für die aufgenommenen Personen werden Sozialhilfeleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erbracht. Darüber können auch Nebenkosten der Wohnungsgeber erstattet werden, erklärte Alfert weiter. Er bat jedoch noch einmal ausdrücklich darum, nicht auf Eigeninitiative mit dem Pkw loszufahren und Flüchtlinge nach Ochtrup zu holen. Sonst komme die Stadt an ihre Grenzen.

Schulpflichtig

„Ukrainische Kinder und Jugendliche sind mit der Erteilung des Aufenthaltstitels nach Paragraf 24 Aufenthaltsgesetz und der Anmeldung in Ochtrup grundsätzlich auch schulpflichtig“, berichtete der Fachbereichsleiter in der Ausschusssitzung weiter. 15 ukrainische Kinder seien bereits angemeldet worden. Zehn davon an der Realschule, vier an der Marienschule und eines an der von-Galen-Schule eingeladen worden.

Die ersten Gespräche mit den Eltern hätten mit einer Dolmetscherin stattgefunden. Nach den Osterferien, am 25. April, ist für sie der erste Schultag. Ein Kind besuche bereits die Städtische Realschule, so Alfert.

Mittlerweile habe sich herausgestellt, dass für einige ukrainische Kinder weiterhin ein Distanzunterricht durch die vorherige Schule in der Ukraine erfolgt. In diesen Fällen werde von der Ochtruper Schule „nur“ der DaZ-Unterricht (Deutsch als Zielsprache) mit zwölf Wochenstunden zum Erlernen der deutschen Sprache, nicht aber der zusätzliche Regelunterricht im Klassenverband angeboten. An der Realschule besteht die Absicht, nach den Osterferien eine zweite DaZ-Gruppe einzurichten.

Anmeldungen in Kitas und Schulen

Damit die Kinder auch am Distanzunterricht ihrer ukrainischen Schule auch teilnehmen können, sei geplant, ihnen digitale Endgeräte leihweise zur Verfügung zu stellen, betonte Alfert.

In den vergangen Tagen seien weitere acht schulpflichtige Kinder aus der Ukraine nach Ochtrup zugewiesen worden. „Für die Kinder, die dann bereits in Ochtrup angekommen und untergebracht sind, wird es noch einen Anmeldetermin an den Schulen vor den Osterferien geben, sodass ein Schulstart ebenfalls nach den Osterferien erfolgen kann.“ Sollten weitere Kinder kommen, sei voraussichtlich auch ein Anmeldung in den Ferien möglich.

Daneben sind mit ihren Familien bisher auch zwölf ukrainische Mädchen und Jungen im Alter von bis zu sechs Jahren angekommen. Vorrangig für die Kinder, die im Sommer 2022 eingeschult werden, werde sich die Verwaltung um die Vermittlung eines Kita-Platzes in erreichbarer Nähe zur Wohnung kümmern.

Startseite
ANZEIGE