1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Ochtrup
  6. >
  7. Konzentration auf seltene Erkrankungen

  8. >

Treffen des Parkinson-Forums

Konzentration auf seltene Erkrankungen

Ochtrup/Steinfurt

Das Parkinson-Forum Steinfurt, zu dem auch einige Ochtruper gehören, trifft sich regelmäßig. Nun hat ein Mediziner über besonders seltene und schwere Parkinson-Erkrankungen referiert. Doch er stellt auch eine vielversprechende Behandlungsmethode vor.

Der Mediziner Dr. Pablo Pérez-González Foto: Rainer Schwarz

Das Parkinson-Forum Kreis Steinfurt, zu dem auch Mitglieder aus Ochtrup und Umgebung gehören, trifft sich regelmäßig zum Austausch und zu Vorträgen. Jüngst war der Mediziner Dr. med. Pablo Pérez-González anwesend. Er erläuterte in seinem Vortrag das schwierige Thema „Atypische Parkinson-Symptome“, die viel seltener vorkommen als die klassischen Symptome.

Pérez nannte unter anderem die „Multisystematrophie“, die „progressive supranukleäre Blickparese“ und die „kortikobasale Degeneration“ und verdeutlichte diese durch Videobeispiele.

Außerdem ging der Spezialist auf die Therapie mit fokussiertem Ultraschall bei Parkinson ein. Bei ihr werden unter MRT-Kontrolle zahlreiche, hochintensive Ultraschallwellen gezielt auf einen Punkt im Kopf gesendet. Die sich überlagernden Wellen erhitzen die Stelle auf bis zu 80 Grad Celsius. Die anvisierte Stelle stirbt ab, der angrenzende Bereich bleibt unversehrt. „Noch stehen wir bei dieser Therapie am Anfang. Das heißt, noch gibt es zu wenig Daten“, gab er zu bedenken. Gefragt, was die Erkrankten selbst tun könnten, gab er Ratschläge wie „Trinken und feste Abläufe sind wichtig. Sport ist ebenfalls hilfreich. Wer sich körperlich betätigt, kann selber viel für sich tun.“

Neue Behandlungsmethode

Immer wieder bezog der Neurologe bei seinen Erläuterungen das Publikum bei Börger in Borghorst mit ein. „Das ist eines der schwersten Themen“, bedankte sich der Vorsitzende des Parkinson-Forums, Reiner Krauße, bei dem Experten vor den Vortrag.

Ansonsten wurden im Rahmen des Treffens noch einige Neuerungen verkündet und Angebote vorgestellt. So stellte Krauße als zweite Stellvertreterin Physiotherapeutin Claudia Motog vor. Sie führt das Amt zunächst kommissarisch aus und bedankte sich für das Vertrauen.

Gesprächskreis und Jahresfahrt

Zudem machte die Ergotherapeutin Heidrun Rüße auf den von ihr geleiteten Angehörigen-Gesprächskreis aufmerksam. „In dieser Runde haben alle Gelegenheit, im Gespräch Ballast loszuwerden“. Man habe die Gewissheit, nicht alleine zu sein und sich mit anderen Menschen mit gleichen Erfahrungen auszutauschen. „Interessierte können fortlaufend dazukommen“, so Rüße. Reiner Krauße betonte, dass der Angehörigen-Gesprächskreis eine wertvolle Unterstützung und Hilfe für den Umgang mit den Angehörigen von Parkinsonerkrankten ist.

Ein zweiter Vortrag von Jeannette Overbeck, Diplom-Psychologin der Christophorus-Kliniken Dülmen, wurde auf den 18. Januar verschoben. Zudem möchte das Parkinson-Forum 2023 wieder eine mehrtägige Fahrt nach Ostfriesland anbieten. Dafür seien jedoch mindestens 30 Teilnehmer notwendig. Anmeldeschluss ist der 30. November.

Startseite