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Ochtruper Feuerwehr beim Fahrsicherheitstraining

Mit Blaulicht sicher zum Einsatzort

Ochtrup

An einem Fahrsicherheitstraining haben jetzt Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr teilgenommen. Dabei lernten sie das Fahrverhalten der Einsatzfahrzeuge auf nasser, rutschiger und kurviger Fahrbahn einzuschätzen. Außerdem absolvierten die Kameraden einen sogenannten Stressparcours, bei dem während rasanter Fahrt verschiedene Zusatzaufgaben erledigt werden mussten.

wn

Beim Fahrsicherheitstraining lernten die Feuerwehrleute das Bremsverhalten auf trockener, nasser und rutschiger Fahrbahn einzuschätzen. Foto:

Wenn der digitale Meldeempfänger Alarm schlägt, dann beginnt für die freiwilligen Wehrleute in der Töpferstadt ein Wettlauf gegen die Zeit. Anders als Kräfte der Berufsfeuerwehr, die rund um die Uhr an den entsprechenden Feuerwachen ihren Dienst versehen, müssen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr zunächst zu den jeweiligen Gerätehäusern eilen, um von dort aus in den Einsatz zu starten, heißt es in einer Pressemitteilung der Feuerwehr. Am Spritzenhaus angekommen, muss es auch dort schnell gehen. Denn für die Freiwillige Feuerwehr gilt es, eine im Brandschutzbedarfsplan festgelegte Hilfsfrist von acht beziehungsweise 13 Minuten weitestgehend einzuhalten.

Stress

Dies bedeute besonders für die Fahrzeugführer der großen Einsatzfahrzeuge jede Menge Stress. Sie müssen unter Verwendung von Blaulicht und Martinshorn das Fahrzeug und dessen Besatzung schnell und vor allem sicher zur Einsatzstelle befördern und zu jeder Zeit mit unüberlegten und paradoxen Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer rechnen. Da besonders im ehrenamtlichen Bereich das Führen von solchen Großfahrzeugen nicht zur täglichen Praxis gehört, sei die Unfallgefahr hier noch einmal um ein Vielfaches erhöht.

Um das Risiko für derartige Unfallsituationen auch in Zukunft möglichst gering zu halten, setzt die Feuerwehr Ochtrup fortan auf eine besondere Schulung ihrer – im Feuerwehrjargon als sogenannte „Maschinisten“ bezeichneten – Fahrzeugführer. „Im Rahmen eines eintägigen Fahrsicherheitstrainings, welches speziell auf das Führen von Einsatzfahrzeugen ausgerichtet ist, wollen wir unsere Maschinisten besser auf ihren Einsatz vorbereiten“, wird Organisator Michael Reinker in der Pressemitteilung zitiert. Dafür machten sich jetzt erstmals zwölf Kameraden aller drei Ochtruper Standorte auf den Weg nach Grevenbroich, um an einem sogenannten „Blaulichttraining“ des ADAC teilzunehmen.

Lenkverhalten

Nach einer Begrüßung und anschließender Einweisung auf das Übungsgelände starteten die Töpferstädter in ihren ersten Trainingsabschnitt. Mit den insgesamt vier mitgebrachten Großfahrzeugen und zwei Transportern, darunter je ein Fahrzeug mit einem Anhänger im Schlepptau, galt es zunächst einen „Slalom-Parcours“ zu durchfahren, um das Lenkverhalten in Abhängigkeit zur Geschwindigkeit besser kennenzulernen. Außerdem sollten die Teilnehmer auf einer Trainingsfläche für Aquaplaning das Bremsverhalten auf trockener, nasser und rutschiger Fahrbahn kennenlernen und die richtigen Taktiken des Bremsvorgangs vermittelt bekommen.

Auch das Ausweichen von plötzlich auftretenden Hindernissen bei derartigen Streckenverhältnissen machte den Ochtruper Kameraden schnell deutlich, welche Kräfte es während eines solchen Fahrmanövers zu beherrschen gilt.

Kurvenfahrten

Nach kurzer Verschnaufpause wurde im Mittag die Multitasking-Fähigkeit der Teilnehmer in einem sogenannten Stressparcours auf die Probe gestellt. Hier musste in kürzester Zeit eine vorgegebene Strecke abgefahren werden, wobei es währenddessen immer kleine Zusatzaufgaben – beispielsweise die Bedienung der Sondersignalanlage – zu erledigen gab. Als etwas weniger anstrengend, dafür aber umso nervenaufreibender stellte sich das Bergabfahrtraining mit Kurvenfahrten auf regennasser Fahrbahn heraus. Mit immer größer werdender Geschwindigkeit brachten die Teilnehmer die Einsatzfahrzeuge an ihre Grenzen der Schwerkraft und lernten hierbei Kurvenfahrten bereits im Vorfeld besser einschätzen zu können. Gleiches wurde auf ebener Fläche nochmals auf einer Kreisbahn geübt, wo das ein oder andere Fahrzeug nicht immer so wollte wie sein Fahrzeugführer.

Nach einem aufregenden und erlebnisreichen Tag endete das Fahrsicherheitstraining für die zwölf Töpferstädter am späten Nachmittag mit einem letzten Abschlussgespräch, ehe es dann wieder in Richtung Münsterland ging.

Die Feuerwehr Ochtrup informiert regelmäßig über aktuelle Themen auf ihrer Website.

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