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Ochtruper Kulturtage

„Mit einer gehörigen Portion Lokalkolorit“

Ochtrup

Die Augen von Dr. Guido Dahl leuchten. Sein Blick fällt auf das druckfrische Plakat vor ihm. Nach der Coronapause sollen endlich wieder die Ochtruper Kulturtage stattfinden. Los geht es am 28. Oktober. Insgesamt besteche das Programm durch „eine gehörige Portion Lokalkolorit“, betont der Geschäftsführer des Kulturforums.

Von Anne Steven

Den Auftakt bildet eine Ausstellungseröffnung mit der Ochtruper Malerin Birgit Kippelt. Die Begrüßung bei der Vernissage am 28. Oktober (Donnerstag) um 19.30 Uhr in der Bücherei St. Lamberti übernimmt Bürgermeisterin Christa Lenderich. Und dann geht es auch schon um die Bilder von Birgit Kippelt. Guido Dahl ist bekennender Fan ihrer Kunst, für die man sich aber Zeit nehmen müsse.

Er beobachte in vielen Galerien, dass die Menschen sich gar nicht mehr den Ausstellungsstücken widmeten. Kippelts Bilder seien tiefgründig, sehr anspruchsvoll und ästhetisch, schwärmt Dahl. In den Räumen der Bücherei sei genügend Platz, um die spektakulären Großformate zu präsentieren. „Ihre eigenwillige Ästhetik setzt eine ernste Auseinandersetzung mit den Bildern voraus, wobei ein bloßes Anschauen lediglich den Anfang bildet“, betont Dahl. Musikalisch begleitet wird die Vernissage von Sängerin Kisten Sicking.

Künstlerin Birgit Kippelt stellt in der Bücherei St. Lamberti aus. Foto: Kulturforum Ochtrup e.V.

Eine Revue von dem und über den „erfolgreichsten Dramatiker unserer Zeit“, wie es im Flyer heißt, erwartet das Publikum am 4. November (Donnerstag). Dann tritt das Duo „BellaVoce“ mit Anoosha Golestaneh am Klavier und Altistin Kirsten Sicking auf die Bühne der Villa Winkel. Begleitet werden sie von Markus Bünseler, den die Ochtruper als Buchhändler aus der Buchhandlung Steffers kennen. In diesem Fall gestaltet er als Rezitator gemeinsam mit den beiden Künstlerinnen eine unterhaltsame und zugleich gedankenvolle Revue aus Songs, Lyrik, Schauspiel und Geschichten von und über Bertold Brecht.

Das Duo "BelleVoce" mit Kirsten Sicking (l.) und Anoosha Golestaneh steht gemeinsam mit Rezitator Markus Bünseler bei einer Revue von und über Bertold Brecht auf der Bühne. Foto: Kulturforum Ochtrup e.V.

Eine Revue wird es auch im Rahmen der Gedenkveranstaltung zur Reichspo­gromnacht am 9. November (Dienstag) geben. Am Standort der ehemaligen Synagoge am Kniepenkamp (Hintereingang Sparkasse) treten Brigitte und Burkard Sondermeier sowie Igor Kirillov in einer mahnenden Darbietung auf. „Beginnend in der Renaissance spannt sich der Bogen bis in die Zeit des Hakenkreuzes“, sagt Guido Dahl. Unter dem Titel „Juden im Karneval“ erwarte das Publikum ein informatives Programm mit unterhaltsamen Momenten, zusammengesetzt aus Literarischem, Historischem, Erzählendem, Liedern, Schlagern, Chansons und virtuoser Klaviermusik.

Weiter geht es am 11. November mit „Gitarren als Spiegel des poetischen Gesangs“. Das Publikum dürfe sich auf eine Symbiose akustischer Gitarren, Gesang mit unter die Haut gehenden Texten sowie stilistisch passende Begleitung freuen. Reidar Jensen und Rómer Avendaño begeisterten im Duett durch spannende Arrangements.

Mit Dr. Jürgen Schmitter hat Guido Dahl einen persönlichen Freund ins Programm der Kulturtage gehoben, wie er sagt. Am 14. November (Sonntag) liest der Metelener ab 16.30 Uhr in der Villa Winkel aus seinem Buch „Aufgeklärter Realismus“. Zudem möchte er mit dem Publikum über die Verantwortung des Menschen als „sterbliche Schöpfer“ (Hannah Ahrendt) diskutieren. Aufklärung bedenken und zur Sprache bringen, ist das Thema des Nachmittags.

Eine geballte Ladung Country-Musik gibt es am 18. November (Donnerstag) ab 19.30 Uhr ebenfalls in der Villa Winkel. „Der Junge ist toll“, sagt Guido Dahl über Hermann Lammers Meyer, dessen Name oft falle, wenn über Country-Musik aus deutschen Landen gesprochen werde. Selbst im Mutterland der Country-Musik, in den USA, habe „Hermann The German“ viele Fans. Sein Herz gehöre der Country-Musik und diese Liebe spüre man auch immer wieder in seinen Kompositionen.

Zum Abschluss der Ochtruper Kulturtage geht es noch einmal in die Villa Winkel. Christoph Alexander und Markus von Hagen planen eine Hommage an die Musik, das Lebenswerk und die Persönlichkeit Udo Jürgens‘. „Er wird dem Publikum näher gebracht“, ist sich Guido Dahl sicher. Der Crossover-Tenor und Musiker Christoph Alexander werde das Werk des außergewöhnlichen Künstlers musikalisch vorstellen – allerdings auf seine Art und ohne Udo Jürgens imitieren zu wollen, wie Guido Dahl betont. Der bekannte Münsteraner Kabarettist und Rezitator Markus von Hagen moderiert durch das Programm.

Der Kartenvorverkauf für die Ochtruper Kulturtage startet am heutigen Samstag. Ausgenommen die Eröffnung sowie die Gedenkfeier zur Reichspogromnacht werden jeweils 12,50 Euro Eintritt erhoben. Karten gibt es in der Buchhandlung Steffers, Bahnhofstraße 24, Telefon 0 25 53 / 93 90 15 und bei der Och­trup Stadtmarketing und Tourismus GmbH, Bahnhofstraße 32-34, Telefon 0 25 53 / 9 81 80.

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