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Schuldfähigkeit des Angeklagten soll überprüft werden

Mitbewohnerinnen mit einem langem Messer bedroht

Ochtrup/Steinfurt

Mithilfe eines Gutachtens soll im Rahmen eines Prozesses vor dem Steinfurter Amtsgericht geklärt werden, inwiefern ein 53-jähriger Angeklagter aus Ochtrup schuldfähig ist. Diesem warf die Anklage vor, Mitbewohnerinnen mit einem Messer, das eine 20 Zentimeter lange Klinge hatte, bedroht zu haben.

Vor dem Amtsgericht Steinfurt muss sich ein 53-jähriger Ochtruper verantworten. Foto: Mike Oelerich

Ein psychiatrisches Gutachten soll klären, ob ein 53 Jahre alter Mann aus Ochtrup für eine von ihm begangene Straftat verantwortlich gemacht werden kann. Er war jetzt vor dem Amtsgericht Steinfurt angeklagt, Mitbewohner eines Mietshauses bedroht zu haben.

In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft hieß es, dass der Ochtruper im Oktober des letzten Jahres in alkoholisiertem Zustand bei einer Nachbarin geklingelt und nach dem diese die Tür geöffnet habe, zwei Mitbewohnerinnen mit einem Messer bedroht habe. Nach den übereinstimmenden Zeugenaussagen war die Klinge etwa 20 Zentimeter lang. „Ich werde euch alle umbringen!“ soll er den Frauen zugerufen haben. Gleichzeitig habe er mit dem Messer die Wohnungstür der Mitbewohnerin beschädigt.

Die beiden als Zeuginnen geladenen Frauen schilderten in ihren Aussagen ihre Eindrücke vom Geschehen dieses Abends, die sich mit den in der Anklage erhobenen Vorwürfen deckten. Zuvor, so hieß es von beiden übereinstimmend, habe es nie Probleme mit dem 53-jährigen Mitbewohner gegeben.

„Wir wohnen schon mehr als zehn Jahre friedlich miteinander im selben Haus“, berichtete eine von ihnen. Der Angeklagte habe auf sie zur Tatzeit einen angetrunkenen Eindruck gemacht, gleichwohl habe er sich klar und deutlich artikulieren können. Das bestätigte auch ein Polizist, der mit einem Kollegen am Tatort eintraf, nachdem die bedrohten Frauen die Ochtruper Polizeiwache verständigt hatten.

In seiner Einlassung gab der Angeklagte an, dass er sich nicht an die geschilderten Ereignisse erinnern könne. Er habe auf nüchternen Magen eine Flasche Rotwein und dazu noch Wodka getrunken. Auch er bestätigte dem Gericht, dass es noch nie einen Zwischenfall dieser Art im Haus gegeben habe und er könne sich sein Verhalten nicht erklären.

Im Laufe der Vernehmung durch die Richterin und die Staatsanwältin stellte sich heraus, dass der Angeklagte möglicherweise nur eingeschränkt oder sogar überhaupt nicht schuldfähig sein könnte. Wie er angab, habe er vor einigen Jahren einen Schlaganfall erlitten, der ihm noch heute erhebliche psychische Probleme bereite. So leide er zeitweise an Angststörungen und häufig unter einem unbestimmten Bedrohungsgefühl, gegen das er sich wehren müsse. Er habe sich deswegen von sich aus in eine psychologische Behandlung begeben.

Da der Angeklagte in der Verhandlung jedoch weder ein Attest noch eine ärztliche Bescheinigung vorlegen konnte, mit der die gesundheitlichen Einschränkungen nachgewiesen werden können, ordnete die Richterin mit Einverständnis der Staatsanwältin ein psychiatrisches Gutachten an, worauf sich der Angeklagte einlassen werde, wie er dem Gericht versicherte. Auf Grund dieses Gutachtens werde entschieden, ob und inwieweit der Ochtruper schuldfähig ist. Eine Fortsetzung des Verfahrens wird zu gegebener Zeit festgesetzt.

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