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Polizei informiert über Erpressung auf sexueller Grundlage

Neue digitale Betrugsmasche

Ochtrup

Eigene Nacktbilder im Netz oder das Besuchen pornografischer Internetseiten: Betrüger versuchen, mit einer neuen Masche, Geld zu erpressen. Sie schreiben E-Mails mit dem Hinweis, zum Beispiel vermeintliche Aufnahmen zu veröffentlichen. Die Polizei warnt davor, diesen Unbekannten das geforderte Geld zu überweisen.

Betrüger versuchen derzeit verstärkt eine digitale Masche: Sie schreiben Personen per E-Mail an und fordern eine Geldzahlung, um angeblich vorhandene, kompromittierende Bilder nicht im Internet zu veröffentlichen Foto: colourbox.com

Ein 19-Jähriger aus Ochtrup, ein 44-Jähriger aus Mettingen, eine 15-Jährige aus Greven: Sie alle haben vor Kurzem bei der Kreispolizeibehörde Steinfurt Anzeige erstattet wegen Erpressung auf sexueller Grundlage. Das teilen die Beamten mit. Der Hintergrund: Sie erhielten E-Mails von unbekannten Personen, die sie aufforderten, eine bestimmte Summe Geld zu zahlen. Sollten sie dieser Forderung nicht nachkommen, würden intime Fotos von ihnen in sozialen Netzwerken oder anderswo im Internet veröffentlicht.

Insgesamt 19 Anzeigen in diesem Bereich seien seit Beginn des Jahres eingegangen – aus verschiedenen Städten und Gemeinden im Kreisgebiet. Die Betroffenen zahlten nicht, sondern gingen zur Polizei. Damit haben sie alles richtig gemacht, heißt es im Pressebericht der Polizei. Denn bei diesen E-Mails handele es sich um Betrug. Es sei eine weitere Masche, mit der Kriminelle Geld erbeuten wollen.

Wie bei den Betrugsmaschen „falscher Polizist“, „Enkeltrick“ oder „falsche Gewinnversprechen“ sitzen die Täter meist im Ausland und schreiben von dort ihre potenziellen Opfer an. Eine Rückverfolgung ist nahezu unmöglich. Auch bei den Geldforderungen herrscht Anonymität. Oft verlangen die Täter Überweisungen in Bitcoins, einer digitalen Währung, mit der sich Geldgeschäfte anonym abwickeln lassen.

Die Betrüger behaupten, an intime oder kompromittierende Fotos oder Videos der Angeschriebenen gelangt zu sein. Oder sie können angeblich nachweisen, dass der oder die Angeschriebene pornografische Internetseiten aufgerufen hat. Ganz unwahrscheinlich ist dies nicht. Schließlich haben nicht wenige schon einmal so eine Webseite aufgerufen. Fühlen sich die Angeschriebenen ertappt, ist das Schamgefühl groß. Und sie entscheiden sich im Zweifelsfall für eine Zahlung an die Erpresser. Die Polizei geht in diesem Bereich von einer hohen Dunkelziffer aus. Betroffen von solchen Betrugs-Mails sind Menschen jeden Alters.

Die Polizei rät:

Lassen Sie sich nicht erpressen und zahlen Sie kein Geld.

Klicken Sie keine Links oder ähnliches in Erpresser-Mails an und antworten Sie nicht.

Erstatten Sie möglichst zeitnah Anzeige bei der Polizei.

Grundsätzlich gilt: Versenden Sie niemals intime Fotos oder Videos von sich – weder per E-Mail, noch per Chat, Kurznachrichtendienst oder über eine Cloud.

Machen Sie sich nicht erpressbar.

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