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Freiwillige Feuerwehr gründet Drohnengruppe

Perspektivwechsel hilft bei Einsätzen

Ochtrup

Die Freiwillige Feuerwehr hat Zuwachs bekommen. Eine Drohengruppe soll die Kameradinnen und Kameraden ab Juli bei ihren Einsätzen unterstützen. Der kleine Multikopter wird deshalb in den nächsten Wochen und Monaten vermehrt zu Übungszwecken über der Töpferstadt aufsteigen.

„Manchmal muss man die Welt aus einer anderen Perspektive sehen.“ Getreu diesem Motto, welches dem einen oder anderen vermutlich aus dem US-amerikanischen Filmdrama „Der Club der toten Dichter“ mit Robin Williams bekannt sein wird, freut sich die Freiwillige Feuerwehr Ochtrup über einen ganz besonderen Zuwachs in ihren Reihen. Zumal es sich bei diesem Zuwachs nicht – wie vielleicht gewohnt – um ein großes rotes Einsatzfahrzeug auf umgangssprachlich „vier Rädern“ handelt, sondern um einen vergleichsweise kleinen Multikopter mit vier Propellern, der die Perspektive der Einsatzkräfte zukünftig erweitern soll.

Vermehrte Nutzung von Drohnen

„Die Nutzung von Drohnen hat in den vergangenen Jahren bei Einsätzen von Feuerwehren, Hilfsorganisationen, der Polizei und des Katastrophenschutzes immer mehr zugenommen“, schreibt die Feuerwehr in einem Pressebericht. Gerade weil sie oftmals schneller, flexibler und günstiger seien als der Einsatz einer Drehleiter oder eines Helikopters, schafften sich immer mehr Feuerwehren ein solches Hilfsmittel an – so auch die Feuerwehr Ochtrup.

Das Einsatzspektrum eines Multikopters ist sehr vielfältig. So eigneten sie sich besonders gut zur Erkundung von unübersichtlichen Einsatzstellen, wie beispielsweise im Rahmen von Großbränden, bei einsturzgefährdeten oder eingestürzten Gebäuden oder im Zuge der immer häufiger vorkommenden Wald- und Vegetationsbrände.

Doch auch in Rahmen von (nächtlichen) Personensuchen, bei der Überwachung von Evakuierungszonen oder der Stoff- und Lageerkundung bei Gefahrstoffeinsätzen bringe der Drohneneinsatz einen großen zeitlichen und taktischen Vorteil mit sich. Die somit aus der Vogelperspektive ermittelten Informationen ermöglichten es den Einsatzkräften, sich stets ein aktuelles Lagebild über zum Teil dynamische Einsatzstellen zu verschaffen und erleichterten der Einsatzleitung die Planung ihres weiteren einsatztaktischen Vorgehens.

Das Foto zeigt einen Screenshot der Bildübertragung im Modus "Wärmebildkamera" Foto: Feuerwehr Ochtrup

Ende vergangenen Jahres entschied sich das Kommando der Ochtruper Feuerwehr dazu – nachdem man sich im Vorfeld intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hatte – eine eigene Drohnengruppe zu etablieren. Heimatstandort der Drohnengruppe, welche sich aktuell aus zwölf Kameraden aller vier Ochtruper Löschzüge unter der Leitung von Matthias Holtmann zusammensetzt, wird fortan der Löschzug Welbergen sein. Diese Kameraden werden künftig bei ausgewählten Alarmstichworten, bei denen ein Einsatz der Drohne Sinn macht, direkt mitalarmiert und sollen darüber hinaus auch anderen Feuerwehren und Einheiten im Rahmen der nachbarschaftlichen Unterstützung zur Verfügung stehen.

Übergabe der Technik und Schulung

Jetzt fand die Übergabe der Drohnentechnik sowie die Multiplikatoren-Einweisung der Kameraden durch das ausliefernde Unternehmen am und rund um das Gerätehaus in Welbergen statt. „Neben einer intensiven theoretischen Schulung, bei der besonders die rechtlichen Grundlagen für das Bewegen von Drohnen im deutschen Luftraum thematisiert wurde, stand der praktische Umgang mit der Drohne im Vordergrund“, schreibt die Feuerwehr. Für den Einsatz der Drohne sei idealerweise eine Personalstärke von vier Feuerwehrleuten angedacht. Neben einer 48 Megapixel Sichtkamera verfüge die Drohne über eine integrierte Wärmebildkamera und könne zusätzlich entweder mit einem Suchscheinwerfer oder einem externen Lautsprecher ausgestattet werden.

Bei einer Reichweite von circa sechs Kilometern können die Kamerabilder direkt auf einen Bildschirm, beispielsweise im Einsatzleitwagen, übertragen und ausgewertet werden.

In den nächsten Monaten wird sich das neugegründete Drohnenteam intensiv mit seinem neuen Einsatzmittel und der damit verbundenen Technik beschäftigen, sodass diese – wenn die fallenden Corona-Zahlen die Durchführung von geregelten Übungsdiensten zulassen – Ende Juli einsatzbereit ist.

Die Feuerwehr weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass ihre Drohne künftig vermehrt zu Übungsflügen aufsteigt. Hierbei sollen keine Daten von Dritten erhoben beziehungsweise gespeichert werden. Für Fragen steht die Feuerwehr und die verantwortlichen Drohnenführer vor Ort zur Verfügung.

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