1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ochtrup
  6. >
  7. Pflegende arbeiten über ihre Kräfte

  8. >

KAB: Gerechtere Bedingungen in der Pflege

Pflegende arbeiten über ihre Kräfte

Ochtrup

Die KAB in Ochtrup ist der Ansicht, dass die Pflege zur Daseinsvorsorge gehört und nicht dem Wettbewerb und der Profitlogik unterworfen werden darf. Sie fordert deshalb endlich gerechte Bedingungen für die Arbeitnehmer.

wn

Der KAB-Vorsitzende Arnold Hoppe setzt sich für gerechte Bedingungen in der Pflege ein. Foto: Norbert Hoppe

In diesen Tagen werden überall Pflegende als „Helden der Nation“ beklatscht und mit Dankesworten überhäuft. Das sei zwar freundlich gemeint, aber nicht zielführend, meint die KAB St. Paulus in einer Pressemitteilung. Auch viele Beschäftigte seien über diese alleinige Form der Wertschätzung nicht glücklich. „Nicht erst jetzt, sondern seit Jahren arbeiten die Pflegenden in Kliniken, Pflegeheimen und in den ambulanten Diensten über ihre Kräfte hinaus“, wird KAB-Vorsitzender Arnold Hoppe in dem Pressetext zitiert. Sie bewältigten Zwölf-Tage-Dienste am Stück mit bis zu Zwölf-Stunden-Schichten, sie arbeiteten für geringe Bezahlung und würden oft lediglich als Kostenfaktor im Gesundheitssystem angesehen.

Der durch die Corona-Krise ausgelöste Ausnahmezustand könne nicht mehr verbergen, was seit Langem unter den Teppich gekehrt wurde: die Kürzung von Personal, die zunehmende Bürokratisierung, das Einsparen von wichtigen Therapien – all das sei weder neu noch überraschend und geschehe sehenden Auges. Die Corona-Pandemie sorge jetzt dafür, dass diese Missstände immer deutlicher benannt werden. „Eine ausschließlich auf Profit ausgerichtete Pflege ist auf Dauer lebensbedrohlich“, hebt Hoppe die Position der KAB hervor.

Die Verband stelle sich auf die Seite der Pflegenden und betone, dass Pflege zur Daseinsvorsorge gehöre und nicht dem Wettbewerb und der Profitlogik unterworfen werden dürfe. Sie brauche ausreichende Ressourcen, Solidarität und eine gebührende Anerkennung, so die Meinung der KAB auch im Bundesverband.

„Leben und arbeiten in Würde und Solidarität“ sei ein Leitsatz der KAB, den die Ochtruper KAB ausdrücklich mittrage, heißt es im Statement von Arnold Hoppe. „Wir treten daher entschieden dafür ein, den Pflegenotstand zu beseitigen und rufen die Verantwortlichen eindringlich dazu auf, die Situation gemäß der Forderungen der KAB zu verbessern und dadurch auch das Gesundheitssystem für jeden Einzelnen von uns zu stärken“, heißt es nachdrücklich im Pressetext. Schließlich gehe es um den Schutz der Menschen und die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung aller, unterstreicht die KAB St. Paulus abschließend.

Startseite