Generalversammlung der Raiffeisen Ochtrup

Pläne zur Fusion mit Steinfurt diskutiert

Ochtrup

Bei der Versammlung der Raiffeisen Ochtrup war ein Thema der geplante Zusammenschluss mit der Raiffeisen Steinfurter Land. Diese soll im August bei einer außerordentlichen Versammlung beschlossen werden.

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Die Versammlung der Raiffeisen Ochtrup in der neuen Palettenhalle war gut besucht. Foto: Marlies Grüter

Die Fusion der Ochtruper Raiffeisen-Genossenschaft mit der Nachbargenossenschaft Steinfurter Land war eines der Themen bei der Generalversammlung der Raiffeisen Ochtrup eG. Viele Mitglieder interessierte vor allem eine Frage: Kann eine das gelingen – und wenn ja, wie?

Andreas Koers, Geschäftsführer der Raiffeisen Ochtrup, und der Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Löcker waren auf die Diskussion gut vorbereitet. Doch zunächst galt es, die satzungsmäßig vorgeschriebenen Regularien abzuarbeiten. So legten Koers und Löcker in der neuen Palettenhalle den Genossenschaftsmitgliedern die Berichte für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 vor, heißt es in einer Pressemitteilung.

Witterungsbedingte Ernteeinbußen

„Wir blicken auf ein nicht ganz einfaches Jahr zurück“, machte Andreas Koers deutlich. Der rasch fortschreitende Strukturwandel in der Landwirtschaft spiegele sich unmittelbar in den Geschäftsergebnissen der Ochtruper Genossenschaft wider, so Koers. Auch die witterungsbedingten Ernteeinbußen im vergangenen Jahr beeinflussten die Bilanzen. Mit einem Gesamtumsatz von 14,2 Millionen Euro sei das Vorjahresergebnis zwar knapp verfehlt worden, dennoch sei die Genossenschaft nicht unzufrieden. Nach wie vor sei Hauptumsatzträger das landwirtschaftliche Geschäft. Allein der Handel mit Futtermitteln habe einen Anteil von 70 Prozent.

Stefan Löcker

Weiter positiv entwickelt habe sich der Einzelhandel, heißt es in der Presseinformation weiter. „Wir werden uns an der Gronauer Straße komplett neu aufstellen und den Raiffeisenmarkt für die Ochtruper Kunden noch attraktiver machen“, machten Koers und Löcker deutlich. „Unser Ziel ist es, das Unternehmen leistungsfähiger und effizienter aufzustellen, um so für die Zukunft gerüstet zu sein.“

Einig waren sich die Mitglieder der Genossenschaft bei der anstehenden Wahl: Mit dem Votum der Versammlung verlängerte Aufsichtsrat Franz Josef Nienkötter seine Amtszeit.

Digitalisierung

Wie sieht die Zukunft der Raiffeisen Ochtrup aus? Wohin geht die Reise? „Wir werden die aktuellen Herausforderungen, den fortschreitenden Strukturwandel und die Digitalisierung annehmen“, sagte Andreas Koers. „Aber hierfür benötigen wir eine gewisse Schwungmasse.“ Und diese Schwungmasse, so Koers, könne durch den Zusammenschluss mit der Raiffeisen Steinfurter Land gewonnen werden. „Wir brauchen die Fusion jetzt und nicht später“, betonte der Geschäftsführer. Das bestätigte Frank Niemer, Prüfungsleiter des Raiffeisenverbandes Westfalen-Lippe (RVWL). Um für die Zukunft in einem immer enger werdenden Markt bestehen zu können und ein ebenso hoch spezialisierter wie qualifizierter Partner für die moderne Landwirtschaft zu bleiben, sei die Fusion der beiden Genossenschaften genau der richtige Weg, erläuterte Niemer.

Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Strukturwandels in der Landwirtschaft im Kreis seien Wachstumsmöglichkeiten und Ertragschancen der beiden einzelnen, jetzt noch gut aufgestellten Genossenschaften ausgeschöpft. „Sie bleiben auch nach der Fusion ein überschaubares Unternehmen, das mit einer stabilen Ertragssituation rechnen kann“, so Niemer. Die neue Genossenschaft wird den Namen „Raiffeisen Steinfurter Land“ tragen. Firmensitz soll Ochtrup werden.

Viele Fragen

Intensiv diskutierten die Mitglieder der Raiffeisen Ochtrup die Fusionspläne. Was kostet die Fusion? Werden alle Standorte erhalten bleiben? Werden die geplanten Investitionen in Ochtrup dennoch umgesetzt? „Wichtig ist, dass wir alles besprechen, was Sorgen bereitet“, sagten Stefan Löcker und Andreas Koers.

Formal beschließen beide Genossenschaften in der für August geplanten außerordentlichen Generalversammlungen den Schritt.

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