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Pkw-Brand in Ochtrup

Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Ochtrup

Erst brannte der Sperrmüll, kurz darauf auch ein Transporter: Die Flammen kamen den Bewohnern des betroffenen Wohnhauses am Nienborger Damm in Ochtrup bereits gefährlich nahe, als sie das Feuer bemerkten. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der Brandstiftung.

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Von einem Sperrmüllhaufen griffen die Flammen auf diesen Wagen über, der komplett ausbrannte. Foto: Jens Keblat

Um 2.17 Uhr am frühen Mittwochmorgen war die freiwillige Feuerwehr zunächst zu einem kleineren Brandereignis am Nienborger Damm gerufen worden. Ein Pkw sollte brennen, woraufhin zunächst nur eine überschaubare Anzahl an Kräften ausrückte. Doch bei ihrem Eintreffen mussten die Feuerwehrleute dann feststellen, dass ein Transporter und ein Sperrmüllhaufen in voller Ausdehnung brannten, durch Flammen und Hitze waren bereits die Fassade des betroffenen Wohnhauses und der Pkw in der Garageneinfahrt des Nachbarhauses stellenweise stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Kind wird rechtzeitig wach

Offenbar waren die Bewohner der beiden direkt anliegenden Wohnhäuser nahezu zeitgleich auf das Feuer aufmerksam geworden. In einem der Häuser war ein Kind, das sich in seinem Zimmer im Erdgeschoss befand, wach geworden, vermutlich nachdem die Kunststoffjalousien des Zimmers bereits größtenteils weggeschmolzen waren. Während das Kind seine Eltern warnte, wurde im Nachbarhaus ein älterer Mann auf den Brand aufmerksam. Er konnte vom Schlafzimmer im ersten Obergeschoss aus direkt auf die Flammen sehen und entschied sich geistesgegenwärtig, seinen im Frontbereich bereits stark in Mitleidenschaft gezogenen Nissan X-Trail aus der Garageneinfahrt auf die gegenüberliegende Straßenseite zu fahren.

Da der Sperrmüll und ein Transporter, ein VW Crafter, bereits in Vollbrand gestanden hätten, habe man kurzerhand einen ganzen Löschzug nachalarmiert, wie Wehrführer Andreas Leusing vor Ort erklärte. Das Feuer sei der Fassade und damit den Bewohnern des Hauses bereits gefährlich nahegekommen, so Leusing weiter, der auch deutlich machte, dass man deshalb anfangs gar von Personen in Gefahr habe ausgehen müssen.

Polizei bittet um Hinweise auf möglichen Brandstifter

Wie sich noch während der Löscharbeiten von der Polizei klären ließ, hatte mindestens eine bislang unbekannte Person offenbar zunächst den in einer Hofeinfahrt gelagerten Sperrmüll angezündet. Gegenstände vor allem aus Holz und Kunststoff hatten dort seit etwa Sonntagabend gelegen, die Abfuhr sei bereits überfällig gewesen, erklärte die Bewohnerin des Wohnhauses später. Das zufällig an dieser Stelle abgestellte Nutzfahrzeug geriet schließlich mit in Brand, wurde ein Raub der Flammen. Pures Glück offenbar, dass die Bewohner beider Häuser rechtzeitig wach geworden sind und sich noch selbstständig in Sicherheit bringen konnten. Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf rund 15000 Euro, hat die Brandstelle zudem beschlagnahmt. Die Beamten ermitteln wegen des Verdachts der Brandstiftung. Derzeit liegen ihnen noch keine konkreten Hinweise auf einen oder mehrere mögliche Täter vor. Die Polizei hofft, dass möglicherweise vorbeifahrende Verkehrsteilnehmer oder Anwohner umliegender Häuser verdächtige Personen oder Fahrzeuge auch in der Zeit unmittelbar vor bzw. nach 2.17 Uhr bemerkt haben und sachdienliche Hinweise geben können. Auch, weil es in der Vergangenheit ähnlich gelagerte Brandereignisse in der Töpferstadt gegeben hat, nehmen die Beamten diesen Fall sehr ernst.

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