Wohnungslos und Obdachlos

Prävention ist für Betroffene die beste Hilfe

Ochtrup

„Präventionsarbeit ist die beste Hilfe gegen Wohnungs- und Obdachlosigkeit.“ Bei einer Informationsveranstaltung der KAB St. Paulus am Sonntag fasste die Referentin Andrea Hoppe die Hilfsmöglichkeiten in diesen einen Satz.

wn

Der KAB-Vorsitzende Arnold Hoppe dankt der Referentin Andrea Hoppe für ihren Vortrag mit einer KAB-Nachtigall. Foto: Norbert Hoppe

Wie Hilfe konkret geleistet werden kann und welche Ursachen für diese schlimme Lebenssituation ausschlaggebend sind, berichtete Andrea Hoppe den fast 30 Zuhörern im Saal des Vereinslokals Bücker unter dem Motto „Wohnungslos und obdachlos – auch heute bittere Realität“, berichtet die KAB in einem Pressetext.

Etwa 650 000 Menschen, davon 44 000 in Nordrhein-Westfalen, lebten nach einer Erhebung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe in Deutschland ohne Wohnung. Auch wenn sich das Problem in Ochtrup nicht – oder nur ganz vereinzelt – stelle, sei die Lage in Münster ganz anders. „In Münster begegnet uns die Wohnungslosigkeit gerade im Bereich um den Hauptbahnhof ständig“, so Hoppes Erfahrung in ihrem Wohnort. Auch in Hamm, wo sie bei einer Einrichtung der Wohnungslosenhilfe arbeite, sei Wohnungslosigkeit im Stadtbild alltäglich.

Dabei müssten die verschiedenen Begriffe unterschieden werden. Als obdachlos würden Menschen bezeichnet, die im öffentlichen Raum wie in Parks, Gärten, Bahnhöfen oder unter Brücken lebten. Wohnungslos seien Menschen, die über keinen gesicherten Wohnraum verfügten, oder in Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege lebten. Auch bei Wohnungsnotfällen zu helfen, gehöre zu ihren beruflichen Aufgaben, wenn zum Beispiel Räumungsklagen drohten oder die Unterkunft kaum noch bewohnbar sei.

Im Laufe ihres Referates berichtete Andrea Hoppe von ganz konkreten Personen, die sie in ihrer inzwischen über zehnjährigen Berufslaufbahn betreut und unterstützt habe. „Drogen- und Alkoholprobleme, Trennung, Arbeitslosigkeit oder psychische Erkrankungen sind in den meisten Fällen die Ursache dafür, dass Menschen ihre Wohnung verlieren und auf der Straße landen“, so die Referentin. Und je früher Hilfe geleistet werden könne, desto größer seien die Aussichten, die Betroffenen wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

Der derzeit angespannte Wohnungsmarkt schränke die Hilfsmöglichkeiten erheblich ein, berichtete die Referentin dem interessiert zuhörenden und diskutierenden Publikum. Zudem verstärke sich die Hilfsbedürftigkeit in den letzten Jahren stetig. „Allerdings gibt es auch ein großes Hilfsangebot“, stellte Andrea Hoppe fest Sie bezeichnete die Verhinderung von Wohnungslosigkeit als beste Hilfe, die gewährt werden könne. Dafür bräuchte es aber genügend bezahlbaren Wohnraum für alle, damit Bedürftige, Flüchtlinge oder Studenten nicht gegeneinander in Konkurrenz stünden, lautete am Ende der Veranstaltung ihr Appell an die politisch Verantwortlichen in den Bundesländern und Kommunen, heißt es im Bericht abschließend.

Startseite