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Seit fast einem Jahr sind Rauchmelder Pflicht und müssen mindestens ein Mal im Jahr überprüft werden

Regelmäßig testen lautet die Devise

Ochtrup

Rauchmelder sind mittlerweile Pflicht in allen Haushalten. Damit sie im Ernstfall auch Alarm schlagen, müssen sie aber auch regelmäßig auf ihre Funktionalität überprüft werden. Andreas Leusing von der Freiwilligen Feuerwehr gibt einen Überblick über die verschiedenen Varianten und erklärt ihren Nutzen.

Matthias Lehmkuhl und Heidrun Riese

Viele Wohnungseigentümer wissen nicht, dass die Rauchmelder mindestens ein Mal pro Jahr überprüft werden müssen. Foto: dpa

Nur noch in Ausnahmefällen wird der Weihnachtsbaum mit Kerzen bestückt. Früher war es keine Seltenheit, als plötzlich die nicht mehr so frische Nordmanntanne in Flammen stand und die Feuerwehr Mühe hatte, das bereits ausgedehnte Feuer zu löschen. Ein Rauchmelder hätte damals sicherlich einen Zimmerbrand verhindern können. Seit Anfang des Jahres besteht im Land Nordrhein-Westfalen für Eigentümer die Pflicht, Rauchmelder zu installieren – ganz gleich, ob ihre Immobilie zu Wohnzwecken vermietet oder selbst bewohnt wird. Das gilt damit übrigens für Eigentümer von Wohnhäusern und Wohnungen in allen Bundesländern.

Was jedoch viele Eigentümer nicht wissen: Sie sind verpflichtet, die von ihnen installierten Rauchmelder entsprechend den Herstellerangaben, mindestens jedoch einmal jährlich, zu prüfen und die Betriebsbereitschaft der Melder sicherzustellen. Das gilt nicht nur für den selbst genutzten, sondern auch für Rauchmelder im vermieteten Wohnraum. Das Forum Brandrauchprävention mit Sitz in Berlin empfiehlt, die Überprüfung von Rauchmeldern zu dokumentieren. Wer seinen Wohnraum vermietet, der sollte unbedingt die Herstellerangaben in der Bedienungsanleitung an den Mieter weitergeben, sofern dieser für die Wartung zuständig ist. Führt ein Dienstleister die Wartung durch, sollte der die Anleitung haben.

Bandbreite

„Es gibt eine große Bandbreite an Rauchmeldern“, informiert Andreas Leusing, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Ochtrup. Da gebe es die günstige Variante, die ihren Strom in der Regel von einer Neun-Volt-Blockbatterie beziehen. „Die hält etwa eineinhalb bis zwei Jahre. Ihre Lebensdauer sollte unbedingt im Auge behalten und sie muss regelmäßig ausgetauscht werden werden“, rät der Experte.

Er empfiehlt, ein bisschen mehr Geld in die Hand zu nehmen und für ein paar Euro mehr Rauchmelder mit eingebauter Batterie anzuschaffen. „Die sind dann wartungsfrei“, erklärt Leusing. Das bedeutet: Bei diesen Fabrikaten hält die Batterie mindestens zehn Jahre – also genau so lange, bis der Rauchmelder ohnehin ausgetauscht werden sollte. Auch diese Exemplare verfügen über einen Prüfknopf. „Den sollte man bei jedem Rauchmelder ab und zu mal drücken“, betont der Stadtbrandinspektor, dass auf eine regelmäßige Überprüfung der Funktionalität dennoch nicht verzichtet werden sollte.

Dann gibt es noch die Luxusvariante, wie Leusing sagt – miteinander vernetzbare Rauchmelder. „Wenn einer auslöst, senden auch die anderen Melder ein Signal“, erklärt Andreas Leusing. Das sei hilfreich, wenn sich die Bewohner zum Beispiel gerade im Erdgeschoss ihres Hauses aufhalten würden, während in der oberen Etage ein Feuer ausbreche, das ohne vernetzte Rauchmelder vielleicht länger unbemerkt bliebe und größeren Schaden anrichte. „Für ein normales Einfamilienhaus“, räumt der Wehrleiter ein, „reichen aber auch raumgebundene Rauchmelder ohne Vernetzung.“

Kosten

Denn die Exemplare, die miteinander verbunden werden können, kosten auch einiges – 80 bis 90 Euro pro Stück, sogar über 100 Euro lassen sich dafür ausgeben. „Es gibt komplette Systeme“, informiert Andreas Leusing. Für die mittlere Preisklasse seien knapp 30 Euro aufwärts zu veranschlagen. Die günstigsten Rauchmelder kosten zwischen 18 und 22 Euro, wobei die Batterien extra gekauft werden müssen.

Vor allem müssten Schlafbereiche, Flure und gegebenenfalls das Wohnzimmer durch Rauchmelder überwacht werden. „Wenn man schläft, nimmt man Brandrauch nicht wahr“, warnt der Fachmann. „Weil der Geschmacks- und Geruchssinn im Schlaf nicht so präsent ist wie im Wachzustand.“

Seitdem die Pflicht gilt, hat Andreas Leusing festgestellt, haben die Heimrauchmeldereinsätze der Freiwilligen Feuerwehr Ochtrup zugenommen. „Immer mal wieder kommen auch Fehlauslösungen vor“, informiert er. Dies sei bei den günstigeren Fabrikaten öfter vor als bei den teureren. Vor allem sei durch Rauchmelder aber weiterer Schaden verhindert worden. „Rauchentwicklung zum Beispiel durch angebranntes Essen wird viel schneller erkannt“, erklärt er. „Und dann können wir als Feuerwehr schneller eingreifen.“

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