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Spielplätze im Fokus

Regelmäßige Checks sind unabdingbar

Ochtrup

Um 31 Spielorte – Spiel- und Bolzplätze sowie die Skateranlage – müssen sich die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs regelmäßig kümmern. Messlatte ist dabei stets die Verkehrssicherungspflicht, also die Standsicherheit und ordnungsgemäße Zustand der Geräte. 30000 Euro stehen dafür jährlich im Etat der Stadt Ochtrup zur Verfügung.

Von Anne Steven

Noah von der Heiden (r.) und Patrick Klem (l.) vom Baubetriebshof tauschten am Freitag ein Klettergerüst auf dem Spielplatz Am Laukreuz aus. Regelmäßig müssen die 31 Spielorte in Ochtrup auf Mängel kontrolliert werden. Das bindet viele Mitarbeiter-Kapazitäten weiß Leiter Georg Holtmannspööter. Foto: Anne Steven

Das Sechserklettergerüst auf dem Spielplatz am Laukreuz ist sichtlich in die Jahre gekommen. Die Querbalken zeigen eine leicht grünliche Farbe, die Schrauben halten nicht mehr richtig. „Bei der letzten Hauptuntersuchung ist das Spielgerät durchgefallen, deshalb wird es jetzt ausgetauscht“, berichtet der Leiter des Baubetriebshofes, Georg Holtmannspötter beim Ortstermin am Freitagmorgen. Insgesamt betreut seine Mannschaft 31 Spielorte in Och­trup. Hinzu kommen die neun Bolzplätze und die Skateranlage an der Schützenstraße. Es gibt also eigentlich immer irgendetwas zu tun.

An diesem Morgen kümmern sich die beiden Mitarbeiter Patrick Klem und Noah von der Heiden um den Austausch des Klettergerüsts. Das Spielgerät wird ausgegraben, Schrauben zuvor gelöst. Letzteres ist gar nicht so einfach. Ein Teil des Gerüsts müssen die beiden städtischen Mitarbeiter im Ganzen aus dem Boden ziehen. „Die Schrauben sitzen zu fest“, berichten sie.

Die Stadt ist bei den Spielorten in der Verkehrssicherungspflicht. Da müssen Klettergerüste, Schaukeln, Wippen und anderes Spielgerät regelmäßig überprüft und darüber Protokoll geführt werden.

„Die Spielplätze bekommen einmal im Jahr eine Hauptuntersuchen, monatlich erfolgen stichprobenartige Kontrollen. Teilweise müssen wir aber auch täglich nach dem Rechten sehen“, berichtet Holtmannspötter vom Alltagsgeschäft. Mitunter jeden Tag schaut der Baubetriebshof beispielsweise an der Skateranlage vorbei. Dort geht es vor allem darum, Müll wegzuräumen. „Wir haben die Caritaswerkstätten mit der Pflege der Spielplätze beauftragt“, berichtet Holtmannspötter. Jedoch reiche der Einsatz des externen Dienstleisters alle vier Wochen bei Weitem nicht aus. „Vor allem nicht in diesem feuchten und warmen Sommer“, ergänzt Holtmannspötter und zeigt auf das Gras, das auf der Spielfläche am Laukreuz zwar beim vergangenen Einsatz der Caritas ordnungsgemäß gemäht wurde, aber schon wieder kräftig gewachsen ist. Auch aus der Sandfläche lugen bereits einige Wildkräuter hervor.

Allein die ständigen Kontrollen auf den Spielplätzen bänden jede Menge Arbeitsstunden. Und würden dann Mängel festgestellt, müssten diese schließlich auch noch behoben werden, führt Holtmannspötter aus.

Patrick Klem und Noah von der Heiden haben derweil einen Teil des maroden Klettergerüsts aus seiner Verankerung gehoben. Das neue Spielgerät wartet schon auf seinen Aufbau. Aufgrund der strengen Auflagen und DIN-Vorschriften seien Eigenbauten auf öffentlichen Spielplätzen gar nicht mehr möglich, erzählt Holtmannspötter. Aus dem Kopf spult er die entsprechenden DIN-Vorgaben herunter.

Die Stadt stellt jedes Jahr etwa 30 000 Euro für die Instandhaltung der Spielplätze in den Haushalt ein. Bedenkt man, dass der Austausch des Klettergerüsts am Laukreuz bereits mit circa 5000 Euro zu Buche schlägt, ist klar, dass keine großen Sprünge möglich sind.

Ginge es nach dem Leiter des Baubetriebshofes würden vor allem in der Innenstadt von Ochtrup mehr Spielplätze zur Verfügung gestellt. „Da fehlen Flächen für Kinder“, findet der 59-Jährige. Doch Spielplätze genießen seiner Erfahrung nach bei vielen Menschen keinen guten Ruf. Meistens seien nicht die spielenden Kinder das Problem, sondern Jugendliche, die sich abends auf den Flächen aufhielten und Ärger machten. Vandalismus ist in diesem Zusammenhang ein Problem und Müll.

Die Hinterlassenschaften in Form von Fast-Food-Verpackungen oder Getränkedosen lassen die vorhandenen Müllbehälter schnell überquellen. Wenn sich dann noch Tiere – wie etwa Dohlen oder kleine Nager – des Mülls annähmen, sähen die Anlagen schnell furchtbar aus. Gefährlich werde es zudem, wenn Glasscherben herum lägen. „Teilweise haben wir mit Anwohnern schon Schließdienste vereinbart“, erzählt der Baubetriebshofleiter von Arrangements mit Nachbarn. Überhaupt sei der Kontakt zu vielen Ochtruperinnen und Ochtrupern sehr gut. „Wenn auf diesen Spielplätzen zum Beispiel etwas kaputt ist, erfahren wir das sofort“, freut sich der städtische Mitarbeiter über diese Unterstützung. Schließlich könnten er und seine Mitarbeiter nicht überall gleichzeitig sein. „Wir könnten viel mehr machen, wenn wir mehr Personal hätten“, legt Holtmannspötter den Finger in die Wunde.

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