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37-Jährige mehrfach ohne Führerschein unterwegs

Richterin attestiert hohe Rückfallgeschwindigkeit

Ochtrup/Steinfurt

Einsichtig und geständig zeigte sich am Donnerstag eine 37-jährige Gronauerin. Weil sie im Oktober vergangenen Jahres vorsätzlich ohne Führerschein mit dem Auto unterwegs gewesen sein soll, musste sich die gebürtige Niederländerin vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten.

-rihe-

Eine 37-jährige Gronauerin saß am Donnerstag auf der Anklagebank des Amtsgerichts Steinfurt. Foto: Mike Oelerich

Im Prozessverlauf schilderte die Angeklagte, sie befinde sich derzeit in Trennung von ihrem Mann. Dieser lebt in Köln und kümmert sich um die gemeinsamen Kinder. Nach einem Besuchswochenende bei ihr habe sie die Kinder wieder zurück zum Vater bringen wollen. Obwohl sie wusste, dass sie keine Fahrerlaubnis hatte, habe sie keine andere Möglichkeit gesehen, als die Kinder selbst mit dem Auto zurückzufahren.

Aufgrund eines Unfalls auf der Autobahn 31, der sich in Richtung Oberhausen in Höhe Ochtrup ereignete, wurden Polizeibeamte darauf aufmerksam, dass die 37-Jährige keine Fahrerlaubnis hatte.

Emotional schwierige Lage

Gegenüber der Richterin und der Vertreterin der Staatsanwaltschaft zeigte sich die Angeklagte am Donnerstag geständig. Sie erklärte, sie habe sich zum Tatzeitpunkt in einer emotional schwierigen Lage befunden und keine andere Möglichkeit gesehen, ihre Kinder rechtzeitig zu ihrem Mann zurückzubringen. „Es war ein großer Fehler und den möchte ich nun wieder gut machen“, räumte sie ein.

Bereits im März dieses Jahres war die Angeklagte wegen eines weiteren Vorfalls von Fahren ohne Fahrerlaubnis vom Amtsgericht Gronau verurteilt worden. Dieser hatte sich im Dezember vergangenen Jahres, also etwa zwei Monate nach der ersten Tat, ereignet.

Einsicht und Geständnis wirken sich strafmildernd aus

Die Richterin wertete die Einsicht und das Geständnis der Angeklagten strafmildernd, verwies zugleich aber auch auf die relativ hohe Rückfallgeschwindigkeit der Frau. Sie folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und fasste die beiden Strafen zu einer Gesamtstrafe zusammen und verurteilte die 37-Jährige wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je zehn Euro, die in Raten abgeleistet werden kann. Zudem darf die Gronauerin erst in einem Jahr eine neue Fahrerlaubnis beantragen und muss die Prozesskosten tragen. 

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