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Windkraftanlagen in Welbergen

Schallimmission: Genehmigung ist an viele Auflagen geknüpft

Ochtrup

Das Genehmigungsverfahren für die Windkraftanlangen im Ortsteil Welbergen war langwierig und aufwendig. Mehrere Jahre vergingen, ehe die Geschäftsführer der Bürgerwindpark Welbergen GmbH & Co. KG vom Kreis Steinfurt die Zusage erhielten, im Mohringhook und im Schweringhook jeweils zwei Windkraftanlagen zu errichten. Doch was sind das eigentlich für Anlagen? Einer, der darüber bescheid weiß, ist Marcel Schwarte. Der 29-Jährige ist Sachbearbeiter im Umwelt- und Planungsamt des Kreises Steinfurt.

Anne Steven

Die Geräusche, die entstehen, wenn Windkraftanlagen betrieben werden, müssen vorab in Schallimmissionsgutachten abgeklärt werden. Foto: Ingo Wagner/dpa

„Grundsätzlich müssen zu jeder Anlage Schallimmissionsgutachten eingereicht werden“, erklärt Marcel Schwarte. Sämtliche Anlagen dürfen einen bestimmten Grenzwert nicht überschreiten. Im Außenbereich sind das am Tag 60 Dezibel und in der Nacht 45. In Wohngebieten dürfen tagsüber maximal 55 und nachts 40 Dezibel erreicht werden. „Außerdem dürfen die Windkraftanlagen nicht tonhaltig sein“, erklärt Marcel Schwarte. Das bedeute, aus dem Geräusch, das eine solche Anlage erzeugt, dürfe kein Ton herausstechen. Etwa ein Piepen, Knacken oder Quietschen. „Das wäre nicht zulässig“, erklärt der Experte.

Ausgenommen ist in diesem Zusammenhang übrigens das typische „Wusch“-Geräusch, das die Rotorblätter beim Durchschneiden der Luft erzeugen. Mittlerweile statten die Hersteller ihre Anlagen aber mit speziellen Kämmen an den Rotorblätterspitzen aus. Diese sorgen dafür, dass es statt einer großen mehrere kleine und damit leisere Luftverwirbelungen gibt. Auch die Anlagen in Welbergen sollen diese Vorrichtung bekommen.

Anlagen in Welbergen auf der sicheren Seite

Sie laufen Tag und Nacht unter Volllast, wobei nachts einer schallreduzierter Betrieb gefahren werde. Es sei sichergestellt, dass sie dabei die vorgeschriebenen Grenzwerte einhalten, betont Marcel Schwarte. Außerdem werde ein Sicherheitszuschlag eingerechnet. Dieser liegt bei 2,5 Dezibel. „Das klingt erst einmal wenig“, weiß der Experte. Er gibt aber zu bedenken, dass eine Verdopplung der Anlagenstärke eine Erhöhung um drei Dezibel bedeuten würde. Eine Verdopplung der Lautstärke würde, subjektiv empfunden, erst bei zehn Dezibel erreicht werden. „Da kann man für die Anlagen in Welbergen auf der sicheren Seite sein“, betont Marcel Schwarte. Nach der Inbetriebnahme der Anlangen erfolge zudem eine Vermessung. Gegebenenfalls müsse dann noch nachgeregelt werden.

In der Baugenehmigung selbst sind für den Schweringhook 14 und für den Mohringhook 20 Immissionsorte – sprich Häuser – aufgeführt. „Alle anderen Häuser sind dadurch abgedeckt“, erklärt Marcel Schwarte. Der Abstand für sie sei größer und dadurch der Schall gleich, beziehungsweise geringer.

Die Anlagentypen im Schweringhook sind bereits vermessen, doch auch für sie wird ein Sicherheitszuschlag eingerechnet. Störungen in der Anlage könne es natürlich immer geben. Meist komme dies aber eher bei älteren Anlangen vor. „Da sind die Betreiber aber die ersten, die das abstellen wollen, weil so etwas auch immer eine Leistungsminderung bedeutet“, erklärt Marcel Schwarte. In der Regel bemerkten die Anwohner dies sogar eher als die Betreiber. Ein Austausch sei dabei natürlich von beiderseitigem Interesse.

Sicherheitszuschlag wird hoch angesetzt

Im Mohringhook gelten noch höhere Sicherheitszuschläge als im Schweringhook. Dort sind die Anlagentypen noch nicht vermessen. „Deshalb wird versucht, alle Eventualitäten miteinzubeziehen“, berichtet Marcel Schwarte. Der Sicherheitszuschlag liege dort bei sechs Dezibel, also den Werten, die eigentlich der vierfachen Anlagenzahl entsprechen würden. Bedingt dadurch sei der bei der Berechnung zugrunde gelegte Schallpegel so hoch angesetzt, dass die Anlage im schallreduzierten Bereich laufen müssen. Dazu wird eine Sperre eingebaut, die die Leistung der Anlagen auf 1000 statt der möglichen 4200 Kilowatt begrenzt.

Stelle sich bei einer späteren Messung heraus, dass die Werte deutlich niedriger sind als angenommen, haben die Betreiber die Möglichkeit, einen Antrag zu stellen. Erst wenn der Kreis Steinfurt diesen genehmigt – inklusive eines Sicherheitszuschlages von 2,5 Dezibel – dürften die Windkraftanlagen auf Volllast laufen. „Aber egal, was passiert: 45 Dezibel ist der Maximalwert, den die Anlage erreichen darf“, verspricht Marcel Schwarte. Und er ergänzt: „Wir sind nicht nur die Genehmigungsbehörde, sondern auch die Überwachungsbehörde.“ Und als solche habe der Kreis Steinfurt einen Prüfauftrag. Grundsätzlich gelte, dass es bei der Genehmigung nirgendwo mehr Sicherheit gebe als bei der Windenergie.

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