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Kalender kaufen – und helfen

„Scheitern ist immer drin“

Ochtrup

Mit Gesang, Foto- und Bilderkunst Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, das ist das Ziel von Chris Tettke, Doro Eßer-Mirbach und Barabara Feiden. Und sie sind nicht allein.

Martin Fahlbusch

Halten Ausschau nach Interessenten für ihre nigelnagelneuen Kalender unter dem Titel „Räume öffnen“, die sie, teils noch eingepackt in weißem Papier, in den Händen halten (v.l.): Chris Tettke, Doro Eßer-Mirbach und Barabara Feiden. Foto: Fahlbusch

Es gab sogar den passenden Tee zum Thema. Barbara Feiden, Doro Eßer-Mirbach und Chris Tettke servierten beim Pressetermin im Atelier Kuns(t)räume zur Vorstellung ihres neuen Kalenders „Jahres(t)räume für Lebens(t)räume“ Roobois-Tee mit dem beziehungsreichen Namen „Kap der guten Hoffnung“. Und da sind wir auch schon mitten im Thema.

„Das Children´s Resource Center in der Region Eastern Cape in Südafrika unterhält dort ein Kinder- und ein Familienzentrum, das wir vom Chor ,Signale‘ seit über zehn Jahren unterstützen“, erläutert Chormitglied Doro Eßer-Mirbach. Die Künstlerin Barbara Feiden, seit langem auch Signale-Mitglied, und der Fotograf Chris Tettke bemühen sich ebenfalls seit über zehn Jahren, jedes Jahr den wiedererkennbaren Kunstkalender in markantem Schwarz gemeinsam zu erstellen. Der Chor „Signale“ ermöglicht und promotet mit Konzerten den Verkauf der Kalender.

Der Erlös kommt den Projekten des Children`s Resource Center zugute. Dieses Ziel verbindet nicht nur die Kunstschaffenden mit dem Chor, deren Mitglieder Musik immer auch als Aufklärungsmotor und Basis für politisches Engagement verstehen. Es bedeutet für Barbara Feiden und Chris Tettke auch ein Stück Verantwortung zu übernehmen. Ihre künstlerischen Vorstellungen und Ansprüche vergessen sie dabei nie. Tettke fotografiert Ausschnitte aus Feidens Malereien und versucht diese mit Parallelen aus seinem riesigen Fotoarchiv in Korrespondenz zu setzen. Diese Verbindungen werden zwischen den Schaffenden in intensiven Diskussionen abgestimmt – und nur wenn beide künstlerisch zufrieden sind, wird daraus ein Kalender.

„Dies ist unser zehnter Kalender, in einem Jahr wollte es nicht passen und wir haben uns damals lediglich für eine Postkarten-Edition entschieden“, erzählt Barbara Feiden. Ateliertexte aus ihrer Feder sollen beide Elemente zu einem angedeuteten Ganzen befördern. Für jeden Monat stehen Foto und Malerei in der beschriebenen Weise nebeneinander als Kalenderblatt, das in Form, Aussage, Stimmung und Stimmigkeit Ergänzendes und Spannungsreiches abbildet oder auch erst schaffen kann. Der Betrachter ist eingeladen, diesen Dialog aus Imagination und abgebildeter Realität mit eigenen Inhalten zu füllen.

„Mühsam und lehrreich zugleich ist es, Malerei und Fotografie aufeinander zu beziehen. Mal dauert es für Barbara und mich nur ein paar Stunden, um die Pärchen zu bilden, manchmal aber sind für uns mehrere lange Sitzungen nötig. Da gibt es keinen Automatismus. Scheitern ist immer drin“, sagt Chris Tettke.

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