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Vereine reagieren auf Coronakrise

Schützenfeste vielfach keine Option

Ochtrup

Schützenfeste gehören zu Ochtrup wie Tulpen in den Frühling. Doch in diesem Jahr macht die Coronakrise den Vereinen einen Strich durch die Rechnung. Während einige Vorstände noch abwarten wollen, wie sich die Lage entwickelt, haben andere bereits reagiert und ihr Schützenfest abgesagt.

Anne Steven

Die Aussichten für die Vereine, in diesem Frühjahr ihre Schützenfeste feiern zu können, sind nicht gut. Foto: Martin Fahlbusch

Das Frühjahr ist in Ochtrup traditionell die Zeit, in der Schützenfest gefeiert wird – ausgelassen und in möglichst großer Runde. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Der April schreitet immer weiter voran. Doch ob es 2020 Schützenfeste geben wird, steht in den Sternen. Die Stadt empfiehlt den Vereinen, nicht zu planen. Viele Vereine wissen aber nicht, wie sie reagieren sollen. Das ergab eine Anfrage der WN bei den Ochtruper Schützenvereinen.

„Es ist für die Vorsitzenden und Vorstände sehr schwierig, sich darauf festzulegen, wann und wie in diesem Jahr Schützenfeste gefeiert werden können“, berichtet die Vorsitzende des Damenschützenvereins Judith Bender stellvertretend für die Vorsitzenden der Schützenvereine Alt- und Bollhorst, Alt und Jung, Einigkeit, Langenhorst und Wester, die in 2020 Schützenfest feiern wollten. Dort steht die Entscheidung noch aus.

Schützenverein Niederesch

Im Schützenverein Niedereschist sie bereits gefallen. „Nach zum Teil kontroversen Diskussionen sind wir zu der einstimmigen Entscheidung gekommen, das Schützenfest ersatzlos abzusagen“, heißt es in einer Stellungnahme. Bei der bereits erfolgten Absage der Generalversammlung sei der Vorstand „voller Hoffnung gewesen“, das Schützenfest feiern zu können. Das habe sich nun geändert.

„Die Bekämpfung des Covid-19-Virus hat sich zu einer globalen Herausforderung entwickelt, die alle Bereiche der Gesellschaft betrifft und uns alle vor Herausforderungen stellt, die wir aktuell noch nicht bemessen können“, schreibt der Schützenverein Niederesch. Die Entscheidung sei in enger Abstimmung mit allen Beteiligten, wie dem Festwirt und den Musikern sowie dem Festvorstand getroffen worden. „Wir sind der Überzeugung, dass selbst wenn eine behördliche Genehmigung vorläge, ein unbeschwertes Feiern nicht möglich wäre. Zu einem gelungenen Schützenfest zählen Emotionen und Nähe, freundschaftliche Umarmungen und ausgelassene Freude. Wir sind davon überzeugt, dass dies aktuell und auch Mitte Juni nicht möglich sein wird.“

Der Vorstand möchte verhindern, dass Mitglieder und ihre Familien mit Vorbehalten oder Ängsten an den Veranstaltungen teilnehmen oder diesen fernbleiben. „Ein Schützenfest mit angezogener Handbremse ist für uns keine Option und auch nicht fair gegenüber denjenigen, die Zeit, Energie und finanzielle Mittel einbringen.“

Schützenverein Weiner

Ähnlich schätzt derSchützenverein Weinerdie Lage ein. „Aus gegebenem Anlass hat sich der Schützenverein Weiner schweren Herzens dazu entschlossen, alle anstehenden Veranstaltungen und das Schützenfest 2020 abzusagen“, heißt es in einer Stellungnahme. Der Verein wolle damit einen Beitrag leisten, um die Verbreitung des Coronavirus abzumildern. Dieser Schritt sei unumgänglich. Das Fest wird nicht verschoben. Vielmehr wollen die Schützenbrüder im Mai 2022 „hoffentlich in gewohnter Weise“ feiern. Das amtierende Königspaar, Rica Meesker und Tom Duesmann, wie auch der Festvorstand haben sich bereit erklärt, für weitere zwei Jahre zur Verfügung zu stehen. „Allen gebührt in dieser außergewöhnlichen Situation Respekt und Dank“, schreibt der Schützenverein. Das gelte auch für den Festwirt, den Zeltverleih, die Musiker sowie die Tanzkapelle, die verständnisvoll und mit Entgegenkommen auf die Umplanung des Vereins reagiert hätten. „Wenn alle ihren Beitrag leisten, können wir bald wieder in eine normale Zukunft schauen und die Feste feiern wie sie fallen.“ Aus diesem Grund hat der Schützenverein die Bänke am Ehrenmal am Schützenplatz in der Weiner abgebaut.

Schützenverein Waister Junggesellen

Auch der Schützenverein Waister Junggesellenwill alles daran setzen, die Ausbreitung des Coronavirus abzuschwächen. Ende Mai wollten die Junggesellen ihr Schützenfest feiern. „Wir alle fiebern Jahr um Jahr eben diesem Schützenfest voller Vorfreude entgegen. Seit jeher steht ein Schützenfest für die Bewahrung von bürgerlichen Rechten und Werten wie Hilfe, Schutz und Zusammenhalt. Tugenden, die für uns selbstverständlich sind und die wir als Solidargemeinschaft Tag für Tag leben. Gerade in Zeiten wie diesen sind diese Werte von allergrößter Wichtigkeit“, heißt es in einer Stellungnahme. Zudem sei der Waister-Vorstand wie schon der Schützenverein Niederesch zu der Überzeugung gelangt, unter diesen Umständen kein ausgelassenes Schützenfest feiern zu können. „Daher haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, unser Schützenfest am Pfingstwochenende in diesem Jahr ausfallen zu lassen.“ Der Vorstand sieht keinen anderen Weg. „Wir wollen damit unseren Teil zur Eindämmung des Virus beitragen.“

Schützenverein Welbergen

DerSchützenverein Welbergenwill am morgigen Freitag eine Entscheidung treffen. Sämtliche Versammlungen und auch die Weinprobe sind bereits abgesagt. „Ich gehe davon aus, dass auch unser Fest im Mai nicht stattfinden wird“, schätzt Schriftführer Jens Brinkschmidt im Gespräch. Doch die Entscheidung liege bei der Vorstandsrunde.

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