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Diamantenes Ordensjubiläum

Schwester Ehrenfried hat den Schritt ins Kloster nie bereut

Ochtrup

Als Anni Kuhls wurde sie im Jahr 1935 in Ochtrup geboren. Als junge Frau entschied sie sich ins Kloster zu gehen. Am Sonntag (12. März) feiert Schwester Ehrenfried ihr diamantenes Ordensjubiläum.

Irmgard Tappe

Schwester Ehrenfried wurde 1935 als Anni Kuhls in Och­trup geboren. Foto: Irmgard Tappe

Sie ist weltoffen, kommunikativ, humorvoll. Und sie ist Ordensschwester – seit 60 Jahren. Die Rede ist von Schwester Ehrenfried, die 1935 als Anni Kuhls in Ochtrup geboren wurde und es überhaupt nicht mag, wenn Aufhebens um ihre Person gemacht wird. „Nur weil ich 60 Jahre Ordensschwester bin, muss das doch nicht in der Zeitung stehen“, winkt sie ab – und bekommt von ihrer Schwägerin Maria Kuhls und deren Töchtern heftigen Gegenwind, der schließlich in eine angeregt-fröhliche Unterhaltung mündet.

Schwester Ehrenfried erzählt von ihrer Jugend, als sie in der Weberei Laurenz arbeitete und in ihrer Freizeit die Nähschule im Marienheim besuchte, die von zwei Ordensfrauen geleitet wurde. „Schwester Magdala und Schwester Leonore haben mich sehr beeindruckt. Und in der Fabrik wollte ich ohnehin nicht bleiben“, erinnert sie sich an diese Begegnung, die wohl ein Grundstein ihrer späteren Berufung war. Die Predigten der Missionare während einer religiösen Aktion der Pfarrgemeinde bekräftigten ihren Klosterwunsch.

Sie entschied sich für den Orden der Vorsehungsschwestern. Es folgten das einjährige Postulat und die anschließenden Novizinnenjahre im Mutterhaus in Münster. Nach dem „ewigen Gelübde“ absolvierte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester und anschließend zur Physiotherapeutin. „Als junge Schwester habe ich auch auf einer Säuglingsstation gearbeitet. Wenn ich die Neugeborenen im Arm hielt, gab es schon mal Momente, in denen ich bedauerte, selber nie Mutter zu sein“, erzählt sie freimütig. Aber es gab ja noch die Nichten, an denen sie viel Freude hatte. Lachend wendet sie sich an Barbara Kuhls-Mahlitz. „Als du klein warst, hast du mal die Kopfbedeckung meiner Ordenstracht geöffnet. Du wolltest sehen, ob ich Haare habe.“

Rückblickend bereue sie es nicht, den Schritt ins Kloster gewählt zu haben. „Ich habe mich immer um Menschen gekümmert. Das war ein erfülltes Leben“, bemerkt Schwester Ehrenfried. 30 Jahre leitete sie die Bäderabteilung der Klinik in Hamm-Heessen. Heute lebt sie im Malteser-Marienheim, einem Seniorenheim in Warendorf, wo sie sich in der Seelsorge und Sterbebegleitung engagiert. „Es füllt mich aus, wenn ich den alten Menschen in unserem Hause beistehen und ihnen Freude bereiten kann“, sagt die 81-Jährige.

Anlässlich ihres 60-jährigen Ordensjubiläums feiert Schwester Ehrenfried am morgigen Sonntag um 9.45 Uhr in der Marienkirche einen Gottesdienst. Anschließend findet ein Empfang in der Gaststätte Brinck­wirth statt.

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