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Teil 1: Persönliches und Kandidatur: Kai Hutzenlaub (SPD)

Verantwortung in spannendem Job

Ochtrup

Am 13. September haben die Ochtruper die Wahl: Wer wird Bürgermeister oder Bürgermeisterin der Töpferstadt? Neben Amtsinhaber Kai Hutzenlaub (SPD) kandidieren Barbara Kuhls-Mahlitz (CDU) und Christa Lenderich (parteilos). Die WN haben alle drei Bewerber zum Interview getroffen und zu verschiedenen Themenbereichen befragt – von Stadtentwicklung und Finanzen über Freizeit und Sport bis hin zu Klimaschutz. Auszüge lesen Sie in den Wochen bis zur Wahl in dieser Zeitung. 

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Bürgermeister Kai Hutzenlaub tritt aus dem Amt heraus wieder zur Wahl an. Foto: Anne Spill

In der ersten Vorstellungsrunde des Forums zur Bürgermeisterwahl 2020 (Persönliches und Kandidatur) sprach WN-Redakteurin Anne Spill mit Kai Hutzenlaub (52). Hier ein Auszug.

Herr Hutzenlaub, wir hatten Sie gebeten, einen Gegenstand mitzubringen, den Sie mit Ochtrup verbinden. Warum haben Sie das Schaf ausgesucht?

Ich finde es einfach toll. Es repräsentiert das moderne, etwas neuere Och­trup – den Fortschritt. Es begleitet uns immer, wenn wir in den Urlaub oder irgendwohin fahren und taucht dann auch entsprechend in den Fotomotiven auf.

Was mögen Sie an Och­trup?

Ach, insgesamt ist Och­trup einfach eine tolle Mischung. Auf der einen Seite ist Ochtrup groß genug, dass man nicht zu sehr aufeinanderhängt, dass aber auch ein gewisses Maß an Infrastruktur vorgehalten wird. Die Schulen – ganz, ganz wichtig – waren für mich Grundlage dafür, nach Ochtrup zu kommen. Ich möchte, dass meine Kinder eine Ausbildung vor Ort kriegen. Auf der anderen Seite ist Ochtrup klein genug, dass man sich kennt, mit den Leuten austauschen kann und gut persönliche Kontakte findet.

Wo in der Stadt sind Sie persönlich am liebsten?

Das ist eine schwierige Frage. Ich finde den Stadtpark mit der Seebühne toll – wenn da morgens ein Sommerkonzert ist, ist das einfach eine tolle Atmosphäre. Es gibt aber auch noch eine ganze Reihe anderer toller Orte hier.

Welchen Beruf haben Sie erlernt?

Ich bin von Haus aus Jurist. Ich bin Rechtsanwalt gewesen und habe dann an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung doziert.

Was wollten Sie als Kind werden?

Feuerwehrmann.

Hier im Video das Interview in voller Länge:

Wie war Ihr Werdegang?

Nach dem Abitur und der Bundeswehr habe ich studiert und dann bei einem Wohnungsunternehmen in Duisburg gearbeitet. Ich bin Rechtsanwalt geworden und habe mich selbstständig gemacht. Dann bin ich Bürgermeister in Ochtrup geworden.

Warum sind Sie gerne Bürgermeister?

Ich finde, es ist ein unheimlich spannender und aufregender Beruf. Auf der einen Seite muss man sich tatsächlich gut mit der Juristerei auskennen und juristische Probleme lösen. Auf der anderen Seite hat man aber auch viele gesellschaftliche Termine und trifft viele Leute, kann sich mit vielen Leuten unterhalten. Ich vergleiche das immer ein bisschen mit der Sendung mit der Maus. Man kommt an Orte und in Betriebe, in die man normalerweise gar nicht reinkommen würde und kriegt da Sachen gezeigt – weil man im Beruf des Bürgermeisters großes Vertrauen genießt.

Als Rathauschef führen Sie viele Mitarbeiter. Ist Ihnen das in der Vergangenheit immer gut gelungen?

Ich denke, im Wesentlichen ja. Natürlich gibt es immer wieder Einzelfälle, Probleme – das kann bei fast 250 Mitarbeitern gar nicht anders sein. Im Großen und Ganzen bin ich aber sehr zufrieden und ich glaube, dass auch die Kolleginnen und Kollegen zufrieden sind.

Wie interpretieren Sie das Amt des Ersten Bürgers – operativ oder repräsentativ?

Das ist beides – ein durch den Gesetzgeber geschaffenes duales Amt. Auf der einen Seite muss man repräsentativ sein und hat die Aufgabe, bei der Bevölkerung, bei den Menschen zu sein. Auf der anderen Seite muss man grundsätzliche Entscheidungen treffen können, Probleme angehen und organisieren.

Gehört zum operativen Geschäft auch die Anwesenheit in Ausschusssitzungen?

Nein, das ist aufgeteilt. Die Ausschusssitzungen werden von den jeweiligen Fachleitern betreut. Beim Rat und beim Haupt- und Finanzausschuss ist das zusammengefasst und geht an den Bürgermeister.

In der Politik muss man mitunter einiges ein­stecken können. Wie gehen Sie damit um?

Das kommt drauf an. Sachliche Kritik nehme ich an. Ich mache Fehler wie jeder andere auch, und da bin ich froh, wenn man mich darauf hinweist und mir die Möglichkeit gibt, mein Verhalten zu ändern. Unsachliche Kritik geht mir teilweise doch ziemlich nah und tut weh – gerade weil sie so unsachlich ist.

Warum wäre Christa Lenderich eine gute Bürgermeisterin?

Christa Lenderich ist lange Zeit hier in der Politik unterwegs gewesen. Sie kennt eigentlich jeden und alles, was hier in der Geschichte der Politik passiert ist. Das würde ihr beim Amt einer Bürgermeisterin sicherlich helfen.

Wo sehen Sie die Stärken von Barbara Kuhls-Mahlitz?

Barbara Kuhls-Mahlitz ist eine sehr nette Person und kann auch sehr gut auf andere Menschen zugehen und mit ihnen sprechen. Sie hat auch einen langen Werdegang hier, auch als Vorsitzende des Schulausschusses.

Warum machen Sie es trotzdem besser?

Ob ich es besser mache, das weiß ich nicht. Das könnte ich erst beurteilen, wenn ich wüsste, wie sie es machen. Aber die Grundvoraussetzung, um eine Verwaltung zu leiten, ist tatsächlich eine adäquate Ausbildung, und die ist nun mal klassischerweise eine Juristen-Ausbildung. Die hilft eben auch, das notwendige Maß an Verantwortung damit zu verbinden und einzubringen.

Wann hatten Sie zuletzt das Gefühl, dass etwas richtig schief gelaufen ist?

Immer mal wieder. Das kommt immer auf den Grad der Heftigkeit an. Was mich, als Beispiel, richtig geärgert hat, war, als wir die Bäume am Postdamm fällen lassen mussten. Da habe ich mich echt schwarz drüber geärgert. Ich habe auch gesehen, dass dabei nichts richtig falsch gelaufen ist, aber es ist eine Sache, die nicht hätte sein müssen. Das fand ich persönlich auch schlimm – aber manchmal muss man eben auch solche Dinge akzeptieren.

Wir schreiben den 14. September 2020. Was ist Ihr erster Gedanke nach dem Aufwachen?

Das weiß ich nicht. In die Zukunft schauen, das ist nicht so mein Ding. Ich lasse es einfach mal auf mich zukommen. Normalerweise wäre mein Gedanke: War der Hund schon draußen?

Wenn Sie trotzdem eine Prognose wagen möchten: Mit wem gehen Sie in die Stichwahl?

Das kann ich ganz schlecht sagen, das ist schwierig zu beurteilen. Erst mal muss ich ja selber auch in die Stichwahl kommen.

Eine kleine schnelle Runde. Wir geben ihnen zwei Stichwörter und Sie sagen uns spontan, was besser zu Ihnen passt.

Schützenfest oder Theatervorstellung?

Schützenfest.

Mousse au Chocolat oder Herrencreme?

Herrencreme.

Töpferkurs oder Outlet-Shopping?

Töpferkurs.

Kirmes oder Weihnachtsmarkt?

Weihnachtsmarkt.

Monopoly oder Mikado?

Schwierige Frage. Mikado.

Zelt oder Sterne-Hotel?

Zelt.

Zeitreise oder Flug ins All?

Flug ins All.

Strippenzieher oder Rampensau?

Strippenzieher.

Kopf oder Bauch?

Kopf.

Nachgeben oder durchsetzen?

Durchsetzen.

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