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Amtsgericht Steinfurt

Vorderrad abmontiert – Verfahren wird fortgesetzt

Ochtrup/Steinfurt

Das Vorderrad eines Elektrobikes abgebaut, es aber später wieder zurückgegeben. Dennoch: das Verfahren am Amtsgericht Steinfurt wird fortgesetzt.

-nh-

In seinem Urteil ging das Gericht über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Foto: dpa

In eine zweite Runde geht ein Strafverfahren, dass am Donnerstag vor dem Amtsgericht Steinfurt verhandelt wurde. Ein 42 Jahre alter Mann aus Ochtrup war des Diebstahls angeklagt. Nach Abschluss der Beweisaufnahme schlug der Richter vor, das Verfahren einzustellen, zumal der Sachverhalt eindeutig geklärt sei. Diesem Vorschlag schloss sich der Vertreter der Staatsanwaltschaft nach Rücksprache mit seiner vorgesetzten Dienststelle nicht an, so dass von Amts wegen ein weiterer Verhandlungstag angesetzt wird.

Dem Ochtruper wurde vorgeworfen, im September 2021 von einem E-Bike, das ein Bekannter an der Laurenzstraße abgestellt und angekettet hatte, ein Vorderrad abmontiert und entwendet zu haben. Der Schaden betrug etwa 70 Euro.

Dazu sagte der Angeklagte aus, dass ihm kurze Zeit vorher sein eigenes Fahrrad in der Ochtruper Innenstadt entwendet worden war. Er glaubte am betreffenden Abend, am Fahrrad des Bekannten sein eigenes Vorderrad wiederzuerkennen, und habe es abgeschraubt und mitgenommen. Diese Aussage solle zur Erklärung dienen, die Tat an sich streite er nicht ab, erklärte er dem Gericht.

Mittlerweile sei sein gestohlenes Fahrrad wieder aufgetaucht und er habe dem Geschädigten das entwendete Vorderrad wieder ausgehändigt. Da der Geschädigte als Zeuge geladen war, aber ohne eine Entschuldigung der Verhandlung ferngeblieben war, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen ihn ein Ordnungsgeld verhängt.

Der Richter befand, dass nach der Aktenlage die Angaben des Angeklagten richtig seien. Ein Schaden sei danach nicht entstanden. Er wolle daher das Verfahren einstellen, weil es sich bei der verfolgten Tat um ein Vergehen handelt und das öffentliche Interesse sowie die Schwere der Schuld einer Einstellung nicht entgegenstehen.

Da die Staatsanwaltschaft diesem Vorschlag nicht zustimmte und der Geschädigte noch als Zeuge aussagen soll, wird das Gericht für die Fortsetzung einen neuen Termin anberaumen.

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