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Corona-Testpflicht in Unternehmen

Verwaltung unterstützt Betriebe

Ochtrup

Unternehmen sind seit dieser Woche angehalten, ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zur Durchführung eines Corona-Schnelltests anzubieten. Die Ochtruper Stadtverwaltung kommt den hiesigen Firmen entgegen und bietet ihre Unterstützung an. Die Tests eröffnen weitere Möglichkeiten.

Alex Piccin

Unternehmen sind seit Dienstag verpflichtet, ihren Mitarbeitern Corona-Testmöglichkeiten anzubieten. Die Ochtruper Stadtverwaltung unterstützt dabei die hiesigen Betriebe. Foto: Alex Piccin

Die Corona-Testpflicht in Unternehmen gilt seit Dienstag in Deutschland. Demnach müssen alle Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden Tests zur Verfügung stellen. Grundsätzlich gilt, dass die Mitarbeitenden mindestens einmal pro Woche ein Testangebot erhalten müssen, für besonders gefährdete Berufsgruppen, die tätigkeitsbedingt häufige Kundenkontakte haben oder körpernahe Dienstleistungen ausführen, gilt das mindestens zweimal pro Woche.

Die Stadt Ochtrup und die Ochtrup Stadtmarketing und Tourismus GmbH (OST) haben sich daher in diesen Tagen an alle Ochtruper Unternehmen gewandt und gemeinsam mit den örtlichen Apotheken ihre Unterstützung angeboten. In einer Online-Umfrage konnten die Unternehmen ein erstes Feedback zu ihrem bereits eingerichteten oder geplanten Testungsverfahren geben. Denn hier bieten sich mehrere Optionen. „Je nach Branche und Betriebsgröße gibt es verschiedene mögliche Ansätze“, erläutert der städtische Wirtschaftsförderer Robert Tausewald. „Die Arbeitgeber können Selbsttests beschaffen und den Beschäftigten zur Verfügung stellen oder aber auch mit Dritten, zum Beispiel mit Betriebsärzten oder Testzentren, kooperieren.“

Lisa Albers

Die Unternehmensgruppe Albers testet jetzt bereits in der dritten Woche ihre Mitarbeiter, die am Nienborger Damm in der Verwaltung sowie im Elektromarkt vor Ort sind, freiwillig. Das geschieht durch zwei Mitarbeiter, die unabhängig von Albers bereits eine professionelle Schulung mitgemacht hatten. Seit dieser Woche unterziehen sich auch die Trupps, die auf den Baustellen unterwegs sind, dem Abstrich. Insgesamt betrifft das circa 140 bis 150 Mitarbeiter.

„Wir haben eine Vereinbarung mit einem Testzentrum getroffen für die Mitarbeiter, die draußen unterwegs sind“, erklärt Lisa Albers. Es sei ein großer Aufwand: „Unter Umständen hätten wir den Mitarbeitern Schnelltests mitgeben können, damit sie sich zu Hause testen, aber das ist nicht Sinn der Sache.“ Sie freut sich, dass die Zusammenarbeit mit der Stadt so gut funktioniere. Die Verwaltung erarbeite ein Konzept, damit jeder getestet werden kann. Im Gespräch seien mobile Testteams oder ein eigens eingerichtetes Testzentrum im Weiner Park.

Christa Lenderich

„Wir wollen unsere Ochtruper Firmen ermutigen und so gut wie möglich unterstützen“, sagt Bürgermeisterin Christa Lenderich. „Regelmäßige Schnelltests können neben der konsequenten Anwendung von Schutzmasken einen wichtigen Beitrag leisten, um die Beschäftigten in Betrieben besser zu schützen. Gleichzeitig werden der Geschäftsbetrieb und damit die Leistungsfähigkeit der Ochtruper Unternehmen geschützt.“

Die Kommune selbst bietet ihren Mitarbeitern im Schnelltestzentrum an der Professor-Gärtner-Straße die Möglichkeit, sich testen zu lassen. „Das wird sehr gut angenommen“, berichtet Kämmerer Roland Frenkert. Die Kollegen des Baubetriebshofes haben eine Offerte der Stadtwerke angenommen. Beim örtlichen Energieversorger kümmere sich ein geschulter Mitarbeiter um die Testung der Belegschaft. Aufgrund der räumlichen Nähe habe es sich angeboten, die Bauhofmitarbeiter einzubeziehen.

Robert Tausewald

Eine Pflicht zur Dokumentation der Ergebnisse gibt es übrigens nicht. Die Stadt Ochtrup macht jedoch auf ein Angebot des NRW-Gesundheitsministeriums aufmerksam, das möglichst viele Unternehmen im Interesse der Allgemeinheit in Anspruch nehmen sollten: Mit den Betriebstestungen kann – wie in den Bürgertestzentren – ein offizieller Testnachweis ausstellt werden, der den Beschäftigten Zutritt zum Einzelhandel und zu Dienstleistungen ermöglicht, die sonst im Zuge der „Notbremse“ geschlossen wären. Das heißt zu Beispiel: Ein Handwerker kann mit dem Testnachweis seines Betriebs den Gang zum Bau- oder Elektromarkt direkt verbinden und hat gleich „zwei Fliegen mit einer Klappe“ geschlagen. Auch für private Einkäufe und Unternehmungen können die Testnachweise bis zu 24 Stunden nach der Ausstellung weiter genutzt werden. Voraussetzung ist, dass die Coronaschnelltests in den Betrieben durch fachkundiges Personal durchgeführt werden. Auch Selbsttests, die unter Aufsicht einer unterwiesenen Person gemacht und deren Ergebnis bestätigt wird, sind möglich. Dafür melden die Arbeitgeber sich vorab sehr unbürokratisch auf einem Online-Portal des Gesundheitsministeriums an.

„Schnelltests sind ein wichtiger Baustein für einen effektiven Gesundheitsschutz in den Betrieben“, so Bürgermeisterin Christa Lenderich. Bei Rückfragen steht den örtlichen Unternehmen die Wirtschaftsförderung der Stadt Ochtrup (Telefon 0 25 53/ 9 81 80) zur Verfügung.

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