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Hundesteuer in Ochtrup

Vier Pfoten auf dem Vormarsch

Ochtrup

Auch dafür hat Corona gesorgt: In Ochtrup gibt es mehr Vierbeiner als vor der Pandemie. Und bei der Besteuerung große Unterschiede.

-mfe-

Während der Corona-Pandemie kamen viele Familien in Ochtrup auf den Hund Foto: stev

Die Corona-Pandemie hat bei vielen Ochtruperinnen und Och­trupern für Zuwachs in den Familien gesorgt – und zwar für vierbeinigen. Herbert Bruns, zuständig bei der Stadtverwaltung für Hundesteuer, hat festgestellt, das deutlich mehr Tiere bei der Verwaltung angemeldet wurden. Genaue Zahlen hat Bruns noch nicht, aber der Trend zeige eindeutig nach oben.

In der Töpferstadt einen Hund zu halten, kostet aktuell pro Jahr 59 Euro. Das gilt allerdings nur dann, wenn nur ein Hund zum Haushalt gehört. Sind es zwei, kostet es pro Tier 78 Euro, bei drei Hunden werden 96 Euro pro Vierbeiner fällig.

Noch mehr müssen Besitzer sogenannter gefährlicher Hunde berappen. Dafür zahlt der Halter 600 Euro jährlich. Gefährliche Hunde sind laut Hundesteuersatzung der Stadt Tiere, die „auf Angriffslust oder Kampfbereitschaft oder Schärfe oder andere in der Wirkung gleichstehende Zuchtmerkmale gezüchtet werden, oder die eine Ausbildung zum Nachteil des Menschen, zum Schutzhund oder eine Abrichtung auf Zivilschärfe begonnen oder abgeschlossen haben“. Dazu zählen ausdrücklich nicht Hunde, die bei privaten Vereinen oder Verbänden eine Schutzdienst- oder Sporthundeausbildung absolviert haben. Gefährlich im sinne der Satzung sind allerdings Hunde, die sich nach dem Gutachten eines beamteten Tierarztes als bissig erwiesen haben. „Darunter könne theoretisch auch ein aggressiver Dackel fallen“, sagt Herbert Bruns. Es reiche außerdem für die Einstufung „gefährlich“ wenn der Hund in gefahrdrohender Weise einen Menschen angesprungen habe oder unkontrolliert Wild, Vieh, Katzen oder Hunde hetze. Zusätzlich gebe es bestimmte Rassen, die per se als gefährlich eingestuft werden.

Die erhöhte Steuer werde nicht fällig, wenn der Hund eine vom Amtstierarzt bescheinigte Prüfung zur Maulkorbbefreiung abgelegt hat, erklärt Herbert Bruns. Für zwei Hunde werde aktuell in Ochtrup die erhöhte Steuer von 600 Euro bezahlt. Beide hätten die Prüfung nicht bestanden und müssten deshalb einen Maulkorb tragen. „Weil die Besitzer ihr Tiere aber wirklich lieben, sind sie auch bereit, die hohe Steuer dafür zu übernehmen.“

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