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Sonderabfalldeponie in der Weiner

Vier weitere Sickerschächte

Ochtrup

Die Sanierungsmaßnahmen an den Sickerschächten der Sondermülldeponie gehen weiter. Wie die Bezirksregierung beginnen noch in diesem Monat die 4,5 Millionen Euro teuren Arbeiten an vier weiteren Schächten. Im Herbst nächsten Jahres sollen sie abgeschlossen sein.

Die Bezirksregierung hat den Auftrag zur Sanierung weiterer vier Sickerschächte in der Sonderabfalldeponie vergeben. Die Kosten dafür werden auf 4,5 Millionen Euro geschätzt. Foto: ICP

Im Auftrag der Bezirksregierung Münster sind auf der Sonderabfalldeponie in Ochtrup inzwischen vier Sicherschächte saniert worden. Jetzt folgen vier weitere Schächte. Für die Sanierung wird mit Kosten in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro gerechnet, schreibt die Bezirksregierung in einer Pressemitteilung.

In den vergangenen zwei Jahren wurden auf der Sonderabfalldeponie insgesamt vier Sickerwasserschächte saniert (wir berichteten). Die Standsicherheit dieser Schächte ist von großer Bedeutung, da in der ehemaligen Tongrube auch 20 Jahre nach Beendigung des Deponiebetriebes weiterhin Sickerwasser anfällt. Dieses Wasser wird über Zuleitungen an der Deponiesohle den Schächten zugeleitet, von dort in einen Lagertank gepumpt und per Tankwagen zu einer Behandlungsanlage abtransportiert. Die sanierten Schächte waren aufgrund ihres Alters soweit beschädigt, dass die Standsicherheit auf Dauer nicht mehr gewährleistet war.

In Abstimmung mit der Bezirksregierung Münster war im März 2020 die Firma Lobenhofer Bau und Umwelt GmbH (LBU) aus Bayern mit der Durchführung der Sanierungsarbeiten beauftragt worden. Vier Schächte wurden durch größere, dem Stand der Technik entsprechende Schächte ersetzt und die angeschlossenen Leitungen teilweise saniert.

Betrieb bis 2001

Nach Abschluss der Arbeiten hat die Bezirksregierung nun beschlossen, vier weitere Schächte sanieren zu lassen. Nach erneuter Ausschreibung wurde die Firma LBU mit der Fortführung der Sanierungsmaßnahme beauftragt. Für die Sanierung wird mit Kosten in Höhe von 4,5 Millionen Euro gerechnet.

Die Sonderabfalldeponie Ochtrup wurde bis zum Jahr 2001 betrieben und befindet sich derzeit in der Stilllegungsphase. Im Februar 2017 ist das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Betreibergesellschaft, der Gesellschaft für Materialrückgewinnung und Umweltschutz (GMU), eröffnet worden. Als Inhaber der Deponie ist die GMU trotz des laufenden Insolvenzverfahrens weiterhin für die Sicherheit verantwortlich und hatte im Jahr 2019 in Kooperation mit der Entsorgungsgesellschaft Steinfurt (EGST) die notwendigen Sanierungsmaßnahmen beantragt. Die Bezirksregierung Münster hat im November 2019 hierfür die Genehmigung erteilt.

Land übernimmt Großteil der Kosten

Aufgrund des Insolvenzverfahrens ist das Land Nordrhein-Westfalen beziehungsweise die Bezirksregierung Münster auch für die Vergabe der durchzuführenden Arbeiten zuständig. Das Land wird im Rahmen der Ersatzvornahme den größten Teil der Kosten übernehmen, da die Sicherheitsleistung der ehemaligen Betreibergesellschaft hierfür nicht ausreicht.

Bei den anstehenden Arbeiten würden, wie bei der abgeschlossenen Maßnahme, höchste Anforderungen an den Arbeitsschutz und die Verhinderung schädlicher Umwelteinwirkungen gestellt, heißt es in der Mitteilung weiter. Dazu würden die notwendigen Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen, in denen die Sicherungsmaßnahmen beschrieben werden, mit der örtlichen Feuerwehr abgestimmt. Die Arbeiten würden durch einen qualifizierten Arbeits- und Sicherheitskoordinator begleitet.

Die Bauarbeiten werden im Juni beginnen und voraussichtlich im Herbst 2023 beendet sein. Anschließend werde die Bezirksregierung auch weiterhin dauerhaft die für die langfristige Sicherheit der Deponie notwendigen Maßnahmen sicherstellen.

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