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Tobias Eilert wird am 18. April in Münster zum Diakon geweiht

Vom Wunsch, Priester zu werden

Ochtrup

Tobias Eilert will Priester werden. Am 18. April wird der 26-jährige Ochtruper im Paulusdom in Münster zunächst zum Diakon geweiht. Schon als Jugendlicher beim Weltjugendtag in Madrid wurde für ihn die Idee, Theologie zu studieren immer konkreter.

Irmgard Tappe

Der Ochtruper Tobias Eilert wird am 18. April im Dom in Münster zum Diakon geweiht. Foto: Irmgard Tappe

„Demnächst“, sagt Tobias Eilert, „darf ich auch Taufen, Trauungen und Beerdigungen vornehmen.“ Erwartungsvoll sieht der Ochtruper seiner Weihe zum Diakon entgegen. Am 18. April (Sonntag) wird Bischof Felix Genn ihn im Paulusdom zu Münster zum Diakon weihen. Zurzeit bereitet er sich mit drei weiteren Weihekandidaten im Priesterseminar Münster auf seine künftigen Aufgaben vor.

Einblicke in das Gemeindeleben im Lockdown

Einblicke in das Gemeindeleben hat der 26-Jährige in der Pfarrei St. Johannes in Oelde bekommen. Im März 2020 nahm er dort seinen Dienst als pastoraler Mitarbeiter auf. „Meine Arbeit begann allerdings zeitgleich mit dem ersten Lockdown und verlief anders, als ich es mir ursprünglich vorgestellt hatte“, berichtet er. Treffen mit Jugendgruppen, Gruppenstunden mit Messdienern, gemeinsame Projekte planen, das alles war in Pandemiezeiten nicht möglich. „Ich habe diese Begegnungen mit den Menschen natürlich sehr vermisst“, bedauert er und blickt zurück auf Videogottesdienste und andere kontaktfreie Aktionen. Er erzählt von verschiedenen Osterimpulsen der Pfarrei. Das Entzünden der Osterkerze wurde dort zum Beispiel mit 4000 Teelichtern umrahmt. „Damit die Gläubigen an dieser Zeremonie teilhaben konnten, haben wir ein Video gedreht. Das war zwar eine Alternative, aber der persönliche Kontakt lässt sich digital nicht ersetzen“, sagt Tobias Eilert.

Priester werden

Als frisch geweihter Diakon wird der 26-Jährige bis zur Priesterweihe im nächsten Jahr nach Oelde zurückkehren, um weitere Einblicke in die Praxis eines Geistlichen zu bekommen. Ja, der Ochtruper hat sich für den Priesterberuf entschieden. Warum geht ein junger Mensch diesen Weg in einer Zeit, in der die Kirche geprägt ist von Umbrüchen und Grabenkämpfen? Gerade jetzt sei es wichtiger denn je, dass ein Geistlicher die christliche Botschaft nicht nur verkünde, sondern sie auch lebe. „Ich möchte gemeinsam mit den Menschen entdecken, was uns als Christen wichtig ist. Und dazu ergeben sich als Seelsorger wunderbare Gelegenheiten“, sagt der 26-Jährige.

Tobias Eilert ist in einem religiösen Elternhaus in Ochtrup aufgewachsen. Er besuchte die Grundschule und das Städtische Gymnasium und engagierte sich parallel in der Gemeinde St. Marien, wo er nach der Erstkommunion Messdiener wurde. „Das war für mich selbstverständlich. Zumal meine drei Jahre ältere Schwester auch Messdienerin war“, erzählt er.

Als Jugendlicher leitete er Messdienergruppen und wurde Mitglied der Ochtruper Jugendfeuerwehr. Darüber hinaus engagierte er sich als Kommunionhelfer und Lektor in der Marienkirche. Die Texte, die er den Gläubigen vorgelesen hat, berührten ihn und weckten sein Interesse an theologischen Themen. „Ich fand die Lesungen spannend und habe mich mit den Inhalten auseinandergesetzt“, erinnert er sich. „Dass dies ein wichtiger Teil meines Wesens war, wurde auch von den Kaplänen in St. Lambertus wahrgenommen“, bemerkt er.

Weltjugendtag in Madrid

Ob er damals schon den Wunsch verspürte, Geistlicher zu werden? Er überlegt einen Moment und erzählt von dem Weltjugendtag in Madrid, an dem er 2011 teilgenommen hat. Von den wunderbaren Freundschaften, die dort entstanden sind, von den Begegnungen mit Gleichgesinnten jungen Leuten. Die Atmosphäre faszinierte den damals 16-Jährigen. Die Vorstellung, Theologie zu studieren, wurde konkreter.

Um dennoch in andere Bereiche hineinzuschnuppern absolvierte Tobias Eilert im Anschluss an sein Abitur den Bundesfreiwilligendienst im Kindergarten Arche Noah. „Die Erfahrung dieses Jahres als Bufdi möchte ich nicht missen. Während dieser Zeit festigte sich auch mein Wunsch, Priester zu werden“, berichtet der Ochtruper. Er folgte seiner Berufung, studierte fünf Jahre Theologie in Münster und Freiburg und geht seither zielstrebig seinen Weg. Geistlicher sein bedeutet für ihn, den Menschen zuzuhören, mit ihnen über ihre Freuden, Sorgen und Hoffnungen zu reden und ihnen das Wort Gottes näherzubringen.

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