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Bunte Tafeln an Wänden und Masten

Wegweiser für den Untergrund

Ochtrup

Sie hängen an Wänden, Masten, Laternen: kleine bunte Tafeln mit Zahlen und Buchstaben, bei denen kaum ein Laie so ganz genau weiß, was sie bedeuten. Herbert Bätker von den Stadtwerken erklärt, was es mit diesen Schildern auf sich hat.

Von Anne Spill

Diese Schilder geben Hinweise auf die Lage von Hydranten und Schiebern im Untergrund. Foto: Anne Spill

Was wäre die Welt ohne Schilder: Sie verraten uns, wie schnell wir fahren dürfen, wo wir parken können, wie es zum Krankenhaus geht. Sie weisen uns darauf hin, dass hinter dem Zaun ein bissiger Hund auf uns wartet, in den Baumwipfeln über uns der Eichenprozessionsspinner lauert oder dass das Baden im See verboten ist.

Meistens reicht ein kurzer Blick und wir wissen, was die metallenen Helferlein uns mitteilen wollen – sie erklären sich beinahe von selbst. Anders ist es jedoch mit den bunten Schildern, die an Hauswänden, Laternen oder Pfosten hängen und mit Zahlen, Buchstaben und Strichen versehen sind. Da braucht es schon etwas mehr Kenne, um die Hinweise richtig zu deuten.

Einer, der genau weiß, wofür diese Tafeln gut sind, ist Herbert Bätker von den Ochtruper Stadtwerken. Ein Anruf bei ihm bringt Licht in den dunklen Schilderwald. „Das sind die Hydranten- und Schieberschilder“, erklärt der Technische Leiter Versorgung. Im Amtsdeutsch heißen die Plättchen auch „Hinweisschilder zu Versorgungseinrichtungen“.

Wichtig für Stadtwerke und Feuerwehr

Diese bunten Schilder geben Informationen darüber, wo im Erdreich welche Rohre und Leitungen verlaufen und an welchen Stellen die Zugänge zum unterirdischen Netz zu finden sind. „Wir von den Stadtwerken brauchen die Schilder für die Netzbedienung, und auch für die Feuerwehr sind sie ganz wichtig“, erläutert Herbert Bätker. Zwar gebe es natürlich auch Leitungspläne, „aber diese Schilder sind besonders für den Schnellzugriff gedacht“. Wenn etwa parkende Autos oder Schnee die Sicht verdecken, wissen Experten trotzdem genau, wo sie den Zugang finden.

So verraten die weißen Tafeln mit rotem Rand, wo sich ein Hydrant befindet. Grüne Schilder liefern Informationen zum Abwasser, blaue beziehen sich auf die Wasserversorgung, gelb steht für Gas und orange für Fernwärme. Sehr viel seltener zu finden sind weiße Schilder, die Erdstromkabel anzeigen, oder braune, die auf eine Pipeline hinweisen.

Zahlen weisen den Weg

Und was bedeuten nun die Zahlen, Striche und Buchstaben auf den Tafeln? Nehmen wir das weiße Schild mit rotem Rand als Beispiel: Nicht nur die Farbe, auch der Buchstabe „H“ weist darauf hin, dass es hier um den Standort eines Hydranten geht, den zum Beispiel die Feuerwehr bei Löscharbeiten anzapfen kann. „Die Zahl daneben gibt den Querschnitt der Leitung in Millimetern an und steht somit für die Leistungsfähigkeit“, erläutert Herbert Bätker. Die Wehr weiß dann, wie viel Wasser der Hydrant pro Minute hergibt und welche Schläuche sie nutzen muss.

Anhand der Zahlen neben und unter dem Balkenkreuz – dem großen T – lässt sich genau bestimmen, wo der Hydrant exakt zu finden ist. Beispiel: Die unterirdische Wasserzapfstelle auf dem Foto nebenan liegt 0,6 Meter links und 4,4 Meter vor dem Schild.

Oft zu finden ist auch der Buchstabe „S“ auf den blauen und gelben Schildern für Wasser und Gas. „Das S steht für Schieber“, erklärt Herbert Bätker. „Dabei handelt es sich um unterirdische Absperrhähne.“

Das sind die gängigsten Varianten der kleinen bunten Tafeln. Wer mit offenen Augen durch Ochtrup läuft und den Schildern an Masten und Wänden einen Blick schenkt, wird noch viele weitere Abkürzungen und Zusatzinformationen entdecken, die zusammen eine lange Liste ergeben. Ein bisschen undurchsichtig bleibt der Schilderwald für den Laien dann eben doch . . .

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