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Strafverfahren gegen 37-jährigen Ochtruper wird fortgesetzt

Widersprüchliche Aussagen vor dem Amtsgericht

Ochtrup/Steinfurt

Das Verfahren gegen 37 Jahre alten Ochtruper konnte noch immer nicht abgeschlossen werden. Ihm wird vor dem Amtsgericht Steinfurt Fahren ohne Fahrerlaubnis zur Last gelegt. Die Zeugenaussagen waren völlig widersprüchlich. Der Staatsanwalt erwägt weitere Schritte, denn einer der beiden Zeugen lüge und mache sich wegen uneidlicher Falschaussage strafbar.

Norbert Hoppe

Ein 37 Jahre alter Ochtruper muss sich vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten. Foto: dpa

Widersprüchliche Zeugenaussagen und die Notwendigkeit, weitere Zeugen zu vernehmen, sind der Grund dafür, dass am Dienstag beim Amtsgericht Steinfurt ein Strafverfahren erneut nicht abgeschlossen werden konnte. Einem 37 Jahre alten Ochtruper wirft die Staatsanwaltschaft vor, im Juli des vergangenen Jahres ein von ihm für seine Freundin gekauftes Auto auf der Linden-, Schützen- und Brookstraße gefahren zu haben, ohne im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis zu sein (wir berichteten).

Pkw leer übergeben

Am Dienstag sagte der Verkäufer des VW Polo aus, dass nach Abschluss des Kaufvertrages und der Übergabe des Verkaufspreises der Angeklagte das Grundstück verlassen und das Auto selbst gefahren habe. Zunächst sei das Auto nicht angesprungen, weil die Batterie entladen war, nach einer Überbrückung sei es jedoch fahrtüchtig gewesen. Auf ausdrückliche Nachfrage der Richterin erklärte der Zeuge, dass er alle ihm gehörenden Gegenstände aus dem Auto herausgenommen habe, so dass die von der Polizei aus dem Wagen sichergestellten Gegenstände wahrscheinlich dem Angeklagten gehörten.

Zeuge, der das Auto verkauft hat

Eine weitere Zeugin, die Freundin des Angeklagten, widersprach der Darstellung, dass dieser das Auto gefahren habe. „Er hat ja gar keinen Führerschein, deshalb kann er ganz sicher nicht selbst das Auto gefahren haben“, so ihre Aussage. Nach ihrer Erinnerung habe der Verkäufer erst etwa drei Wochen nach dem Verkauf mitgeteilt, dass der Wagen an der Skateranlage an der Schützenstraße abgestellt sei und dort abgeholt werden könne. Da weder sie noch ihr Freund eine Fahrerlaubnis besäßen, sei der Kauf getätigt worden, um das Auto nach einer selbst ausgeführten Reparatur und gründlichen Reinigung mit Gewinn weiterzuverkaufen.

Eindringliche Belehrung zu Falschaussagen

Da sich die Aussagen des Verkäufers und der Freundin des Angeklagten in wesentlichen Teilen widersprachen, belehrte die Richterin beide Zeugen eindringlich darüber, dass eine Falschaussage mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden könne. Der als Zeuge bereits entlassene Verkäufer betonte ausdrücklich, dass er lediglich ein altes Auto verkauft und übergeben habe. Selbstverständlich habe er nicht nach einer gültigen Fahrerlaubnis gefragt; es sei schließlich nicht vorgeschrieben, dass nur Führerscheinbesitzer ein Auto erwerben dürften. „Warum sollte ich denn lügen? Der Angeklagte hat selbst das Auto von unserem Grundstück gefahren“, erklärte der Verkäufer.

Um den Sachverhalt zweifelsfrei aufzuklären, ordnete die Richterin an, dass das Strafverfahren am kommenden Dienstag mit der Einvernahme weiterer Zeugen fortgesetzt wird

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