Familie Herding hat einen Fietsen-Rastplatz geschaffen

Wie in Bayern oder Friesland

Ochtrup

Wer oft auf Radtouren in Ochtrup und Umgebung unterwegs ist, darf sich freuen. Denn es gibt eine neue Möglichkeit, sich zwischendurch vom anstrengenden Radeln zu erholen. Julia und Dietmar Herding haben auf ihrem Grundstück am Radweg zwischen Laurenzstraße und Deipenbrook einen offenen Fietsen-Ratsplatz eingerichtet. Jeder, der möchte, darf dort einkehren und die Sonne genießen.

Von Martin Fahlbusch

Julia und Dietmar Herding haben auf ihrem Grundstück einen Fietsen-Rastplatz eingerichtet. Foto: Martin Fahlbusch

Julia und Dietmar Herding strahlen mit der Sonne um die Wette. Und so wie die Sache aussieht, muss sich der große Himmelskörper ganz schön ins Zeug legen, um am Ende wirklich die Nase vorn zu haben. Und die gute Laune der Eltern von Vincent, Jona und Elina hat einen besonderen Grund. Auf den Punkt gebracht lautet der: „Fietsen-Rastplatz an Herdings Busch“.

Das ist ein gar nicht so kleines lauschiges Refugium zwischen Laurenzstraße und Deipenbrook. Ein schmaler Fuß- und Fahrradweg führt schon ewig von der ehemaligen Gaststätte „Zur Erholung“ in das Wohngebiet und nunmehr auch vorbei an der Outlaw-Kita Schützenstraße. Folgt man dem Pättken, hat man in der Tat den Eindruck, dass der Lärmpegel von laut auf leise heruntergeregelt wird. Dann weist ein Schild zum Eingang des Erholung versprechenden Rastplatzes.

Julia und Dietmar Herding haben auf ihrem Grundstück zwischen Deipenbrook und Laurenzstraße einen Rastplatz für Wanderer und Fahrradfahrer eingerichtet. Foto: Martin Fahlbusch

„Das Gelände gehörte sozusagen zu unserer Familienscholle. Als ich es von meinen Eltern Brigitte und Karl übernommen habe, dachte ich mir, du musst das sowieso pflegen, warum dann nicht als Rastplatz für Wanderer und Fahrradfahrer oder andere Erholungssuchende anbieten“, erzählt der Poahlbürger am Tisch vor einer urigen Hütte. „Die Leute von der OST, also der Ochtrup Stadtmarketing und Tourismus GmbH, fanden unsere Idee toll, wollen uns weiter mit ihren Ideen unterstützen und beispielsweise die Koordinaten der Lage unseres Rastplatzes in touristische Informationen über Ochtrup aufnehmen“, freut sich Julia Herding.

Erlebnisse in Bayern und Friesland als Inspiration

Die beide verhehlen nicht, dass sie sich bei der Idee nicht nur einfach gedacht hatten, einen der bekannten hölzernen Rastpilze zu installieren. Sie haben sich von ihren eigenen Erlebnissen in Bayern oder an den Küsten Deutschlands inspirieren lassen. „Da gibt es überall einladende Rastplätze, sogar mit kleinen Spielgeräten, die nicht nur Familien zum Verweilen oder zur Brotzeit einladen“, erinnert sich Dietmar Herding. „Und was die Bayern oder die Friesen können, können wir Westfalen schon lange“, schmunzelt der Rettungssanitäter.

Blickt man ins grüne, ausladende Rund muss man ihm recht geben. Extra abgezäunt von der großen Wiese mit Spielgeräten und zwei hölzernen Wellness-Stühlen mit hohen Lehnen und kleinen Kissen sitzt man gemütlich im Schatten einer urigen Holzhütte vor der Brennholz aufgestapelt ist und ein altes Kutschenrad für Ambiente sorgt.

„Wenn man dann seine Stullen, etwas Kuchen und beispielsweise mitgebrachten Kaffee oder Getränke auspackt, kann man sich durchaus auf sagen wir 1200 Meter Meereshöhe mit leichten Alm-Eindrücken versetzt fühlen“, erzählt Dietmar Herding von seiner Vorliebe für Südtirol. Ideen haben er und seine Frau, die ihre familiären Wurzeln in der Grafschaft hat und als Krankenschwester arbeitet, noch viel mehr. Vielleicht könnte man dort demnächst eben über Kaffee und Kuchen nachdenken oder einen Getränkeautomaten aufstellen. Sitzt man am Tisch und plaudert mit den Herdings, stellt sich der Eindruck ein, dass das Paar noch ordentlich an seinem Rastplatzkonzept feilen wird.

„Wenn das Tor geöffnet ist, zeigt das an, dass wir zu Hause sind und jeder, der möchte, den Rastplatz – wohlgemerkt zur Erholung und zum Ausspannen – nutzen kann“, betont Julia Herding. Beide hoffen, dass es in ihrer kleinen Oase keine unschönen „Fehlbelegungen“ oder Müll, Unrat und Vandalismus geben wird. Aber eigentlich strahlt das Gelände die Freundlichkeit der Anbieter aus – und diese Botschaft sollte doch bei jedem Erholungssuchenden ankommen.

Julia und Dietmar Herding haben auf ihrem Grundstück zwischen Deipenbrook und Laurenzstraße einen Rastplatz für Wanderer und Fahrradfahrer eingerichtet. Foto: Martin Fahlbusch
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