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Bei Möhrenkümmel ganz genau hinschauen

Wilde Vorfahrin der Karotte

Ochtrup

Der Möhrenkümmel oder die Wilde Möhre ist hübsch anzusehen. Ein schwarzes Detail oder die Dolde machen sie beinahe unverkennbar. Kräuter-Expertin Cornelia Wessendorf warnt daher vor Verwechselungen, die fatale Folgen haben können. Das richtige Gewächs hingegen kann schmackhaft zubereitet werden.

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Die schwarze Blüte in der Mitte ist ein eindeutiges Merkmal der Wilden Möhre. Foto: Cornelia Wessendorf

Die Wilde Möhre gehört zu den Lieblingswildpflanzen von Cornelia Wessendorf. Es sei die Stammform der heutigen Karotte, sagt die Kräuterexpertin aus Ochtrup. Die feinen weißen Blüten zeigen sich von Juni bis August und gehören zur Familie der Doldengewächse.

Die Wilde Möhre hat ein unverkennbares Detail. „Inmitten der weißen Dolde befindet sich eine einzige schwarze Blüte“, beschreibt Cornelia Wessendorf dieses Merkmal. „In diesem Sommer habe ich sogar schon einige Wilde Möhren mit einer rosa Blüte in der Mitte gesehen.“ Diese seien sonst aber eher selten zu finden. Andere Namen für die Wilde Möhre sind auch Möhrenkümmel oder Vogelnest. Letzterer Name rührt von der markanten Dolde. Die bildet sich vor oder nach der Hauptblütezeit und sieht aus wie ein hübsches, kleines Vogelnest.

Die Wilde Möhre bildet kurz vor und nach der Blüte eine Dolde, die wie ein Vogelnest aussieht. Foto: Cornelia Wessendorf

In lateinischer Sprache heißt die Wilde Möhre Daucus carota. Ihr Nachkomme ist die heutige Gartenmöhre. Sie landet zumeist im Kopftopf oder auf der Rohkostplatte. Doch auch die Wilde Möhre sei essbar oder könne zum Beispiel zur Hautpflege verwendet werden, weiß Cornelia Wessendorf.

Allerdings warnt die Fachfrau auch vor dem unbedarften Verzehr des Wildkrauts. „Unter den Doldengewächsen gibt es viele tödlich giftige Pflanzen. Gerade in dieser Familie kommt es immer wieder zu Verwechslungen mit tödlichem Ausgang“, weiß die Kräuter-Expertin. Neben der schwarzen Einzelblüte ist der möhrenartige Geruch der zerriebenen Blätter ein weiteres Unterscheidungsmerkmal.

Die Wurzel der Wilden Möhre kann laut einer Internet-Recherche ähnlich wie die der Gartenmöhre verwendet werden, unterscheidet sich aber durch einen süßeren Geschmack und einen geringeren Wasseranteil. Auch die zarten Blätter und Blüten sowie die Samen können für Salate, als Zusatz in Gemüsegerichten, als essbare Dekoration oder zum Würzen verwendet werden. Der Grundgeschmack sei petersilien- bis anisartig.

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