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Coronavirus: Situation im Carl-Sonnenschein- und im Ferdinand-Tigges-Haus

„Wir haben keinen einzigen Fall im Haus“

Ochtrup

Am Osterwochenende brodelte die Gerüchteküche in Ochtrup. Angeblich sollte es einen Coronafall in einem der Seniorenheime geben. Doch deren Leiter Stephan Antfang gibt im Gespräch mit dieser Zeitung Entwarnung. Vielmehr möchte er das Besuchsverbot lockern.

Anne Steven

Die Ochtruper Altenheime verzeichneten bisher keinen Coronafall. Foto: Anne Steven

Eines ist dem Leiter der Ochtruper Altenheime, Stephan Antfang, im Gespräch mit den WN ganz wichtig: „Wir haben keinen Coronafall im Haus.“ Schon seit dem 18. März gilt in beiden Häusern ein Besuchsverbot. Am Osterwochenende waren Gerüchte in der Töpferstadt herumgegangen, wonach nun auch das Carl-Sonnenschein- beziehungsweise das Ferdinand-Tigges-Haus von der Corona-Pandemie konkret betroffen seien.

Was stimmt, ist, dass es vor zwei Wochen einen Mitarbeiter gab, der „schwach positiv“ getestet worden sei, erzählt Antfang. Er und seine Kollegen hätten direkt Maßnahmen ergriffen. Der Mitarbeiter blieb daheim, der Leiter der beiden Altenheime informierte das Personal, stellte eine Kontaktliste zusammen und ließ Bewohner, die Kontakt mit dem Mitarbeiter hatten, isolieren. Zudem seien alle betroffenen Angehörigen informiert worden. Dann hieß es abwarten. „Der zweite Abstrich des Mitarbeiters war negativ“, berichtet Antfang vom weiteren Geschehen. Und auch die isolierten Bewohner zeigten keine Symptome. Am Dienstag sei die Quarantäne aufgehoben worden.

Dann gab es den Fall, dass ein Bewohner des Altenheims auf der Kontaktliste eines Infizierten auftauchte. Besagter Bewohner hatte einen Krankenhausaufenthalt hinter sich und dort Kontakt zu einem Mitarbeiter im Rettungsdienst, der positiv getestet worden war.

„Da macht man nichts dran“, betont Stephan Antfang. Er geht davon aus, dass irgendwann sicherlich auch in einem seiner Häuser ein Coronafall auftreten wird. Um diesen Zeitpunkt so lange wie möglich herauszuzögern, habe man schon frühzeitig Maßnahmen ergriffen.

Letztere sind es aber, die den Bewohnern zunehmend zu schaffen machen. An vorderster Stelle: das Besuchsverbot. „Das ist nicht schön“, weiß Stefan Antfang, wie sehr die Bewohner darunter leiden. Vor allem bei Demenzerkrankten oder Bewohnern in der letzten Phase ihres Lebens sei dieses Kontaktverbot nur schwer zu vermitteln. Auch Stephan Antfang setzt die Regel nicht gerne durch. Er möchte deshalb das Besuchsverbot lockern – unter bestimmten Bedingungen. Beispielsweise schwebt ihm vor, ein Besucherzimmer mit einer Trennwand aus Plexiglas einzurichten. „Damit sich die Angehörigen sehen können.“ Eine weitere Option: Viele Zimmer befinden sich im Erdgeschoss. Bei geöffnetem Fenster könnten so Gespräche stattfinden. Sollte es zu einer Lockerung kommen – Antfang geht nicht davon aus, dass das vor Ende April/Anfang Mai geschieht – appelliert der Leiter eindringlich an alle Angehörigen, sich die Frage zu stellen, ob sie selbst sicher seien. „Jeder Mensch muss dann Verantwortung übernehmen“, hofft er, eine Ausweitung des Coronavirus auf seine Häuser trotzdem verhindern zu können. Ein großes Lob hat er für seine Mitarbeiter in petto: „Die machen hier alle einen ganz tollen Job! Das ist ein klasse Team.“

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