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Eheschließungen vor und in der Corona-Zeit

Pandemie bremst Paare nicht aus

Tecklenburger Land

Wenn zwei Menschen heiraten, erhoffen sich Viele eine emotionale Trauung und ausgelassene Feier - mit der Familie und Freunden, vielleicht auch Nachbarn und Arbeitskollegen. Zumindest vor Corona war das so - denn in der Pandemie sind Hochzeitsfeiern schwierig geworden. Dieser Missstand hielt aber die Hochzeitspaare in der Region nicht davor ab, sich das Ja-Wort zu geben. Vor dem Standesamt.

Von Peter Sauer

In den Kommunen im Tecklenburger Land wird – bei ähnlich hohen Zahlen wie in den Vorjahren – der Bund fürs Leben geschlossen. Foto: dpa-Frank Rumhorst

Ob ganz in Weiß, in Champagnerfarben oder in Zartrosa: Den schönsten Tag im Leben lassen sich die Brautpaare in der Region auch durch die Corona-Pandemie nicht vermiesen. So das Ergebnis einer Umfrage dieser Zeitung.

In der Gemeinde Lienen gab es 2019 genau 40 Hochzeiten, im ersten Corona-Jahr 2020 waren es nur geringfügig weniger Eheschließungen, konkret 38 Hochzeiten und in diesem Jahr sind es bereits 25 Hochzeiten.

Nur die Zahl der Anwesenden ändert sich

Die Lienener Standesbeamtin Kerstin Wessel geht davon aus, dass trotz der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr genauso viel Menschen sich das Jawort geben werden wie in den Vorjahren. „Nur in einem Fall wurde der Termin wegen den Corona-Regeln verschoben“, sagt Kerstin Wessel.

Ansonsten ließen sich die Brautpaare nicht abschrecken, wenn sie, je nach den aktuellen Corona-Regeln nur zu zweit (wie im Lockdown), zu zehnt oder wie jetzt aktuell, mit 20 Personen, die standesamtliche Trauung feiern können.

Im Tecklenburger Land wird weiterhin fleissig geheiratet. Foto: dpa

In Lengerich gab es 2019 insgesamt 67 Trauungen und im Corona-Jahr 2020 nur eine Eheschließung weniger. In diesem Jahr zählte Lengerich bislang bereits 48 Trauungen, so Martin Pogrifke von der Stadt. Die Corona-Pandemie habe auch in Lengerich keine Auswirkung auf die allgemeine Lust am Heiraten. „Geheiratet wird immer. Geändert haben sich nur die privaten Feiern, die dann Corona-bedingt im kleineren Rahmen stattfinden“, sagt Pogrifke.

In Ladbergen gab es 2919 insgesamt 31 Eheschließungen, 2020 waren es 30 Hochzeiten, und in diesem Jahr sind es bislang 23. Diese Zahlen teilte Andreas Kipp, vom Ordnungs- und Standesamt auf Nachfrage mit.

Feiern werden verschoben

In Tecklenburg traut Valentina Friesen seit 2017 die verliebten Paare. Die Brochterbeckerin weiß, dass viele private Hochzeitsfeiern wegen der beiden Corona-Lockdowns von 2020 auf 2021 verschoben wurden. Die Zahl der standesamtlichen Hochzeiten habe aber nicht nachgelassen. Gaben sich 2019 in Tecklenburg 102 Paare das Jawort, so waren es 2020 genau 100 Paare.

In diesem Jahr schlossen bislang 56 Paare den Bund fürs Leben. Valentina Friesen weiß, warum, neben der Liebe füreinander, die standesamtlichen Hochzeiten in der Corona-Zeit nicht ausfallen: „Nicht wenige Hochzeitspaare brauchen die rechtliche Absicherung, haben Häuser oder Wohnungen gekauft, oder erwarten Nachwuchs.“

Blick auf NRW

Somit steht das Tecklenburger Land mit seinen relativ konstanten Werten „verliebter“ da als Nordrhein-Westfalen im Schnitt. Landesweit gaben sich sich im Juni 2021 (aktueller Vergleichswert) exakt 7660 Paare das Jawort. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, waren das 4,4 Prozent weniger Eheschließungen als im Juni 2020 (8010 Paare). Im ersten Halbjahr des Jahres 2021 wurden in NRW insgesamt 28 514 Ehen geschlossen. Das waren 2,7 Prozent weniger Paare als von Januar bis Juni 2020 (damaliger Zeitraum: 29 295 Eheschließungen).

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