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Arbeitsagentur unterstützt Weiterbildung von Hilfs- zu Fachkräften in der Pflege

Qualifizierung zahlt sich aus

Kreis Steinfurt

Bis zu 400 000 Euro brutto Gehaltsunterschied macht es in einem Arbeitsleben aus, wenn Menschen, die in der Pflege arbeiten, als ausgebildete Fachkraft und nicht als Helfer entlohnt werden. Das hat die Agentur für Arbeit ausgerechnet und ist überzeugt: Es zahlt sich sowohl für Arbeitnehmer als auch für Unternehmer aus, in die Qualifizierung zu investieren.

wn

Foto: Agentur für Arbeit

Bis zu 400 000 Euro brutto Gehaltsunterschied macht es in einem Arbeitsleben aus, wenn Menschen, die in der Pflege arbeiten, als ausgebildete Fachkraft und nicht als Helfer entlohnt werden. Das hat die Agentur für Arbeit ausgerechnet und ist überzeugt: Es zahlt sich sowohl für Arbeitnehmer als auch für Unternehmer aus, in die Qualifizierung zu investieren. Fachpersonal wird auch im Kreis Steinfurt dringend gesucht. Auf dem Arbeitsmarkt ist es allerdings kaum zu finden.

Für Arbeitnehmer, die noch einmal die Schulbank drücken, lohnt sich die Entscheidung gleich mehrfach, erläutert Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine: „Punkt eins ist der Verdienst. Ausgebildete Altenpfleger verdienen im Schnitt monatlich rund 700 Euro brutto mehr als Hilfskräfte. Wer möchte die nicht auf dem Konto haben?“

Punkt zwei sei der sichere Job. „Pflegefachkräfte sind deutlich seltener von Arbeitslosigkeit betroffen, denn sie werden massiv gesucht“, führt Zwilling aus. Auf 100 gemeldete Stellen für Fachkräfte in der Altenpflege kommen nach Agentur-Angaben im Münsterland nur 66 Arbeitslose. „Punkt drei ist die Auswahl an Stellen“, ergänzt der Experte. „Es entstehen kontinuierlich neue Stellen. Fachkräfte können deshalb häufig zwischen Arbeitgebern auswählen“. Punkt vier sind die Aufstiegsmöglichkeiten. Über Weiterbildungen sei es möglich, sich zu spezialisieren und interessante Positionen im Management oder in der Verwaltung von Pflegeeinrichtungen wahrzunehmen.

„Wenn Einrichtungen und ambulante Dienste ihren Hilfskräften ermöglichen, sich fortzubilden, kann die Lücke am Arbeitsmarkt verringert werden“, sagt Zwilling. Das sei dringend nötig, denn im Pflegebereich herrsche ein deutliches Missverhältnis: Vier von fünf Arbeitslosen, die eine Anstellung in der Altenpflege suchen, sind Hilfskräfte.

„Genau hier können wir ansetzen. Mit dem neuen Qualifizierungschancengesetz ist es deutlich einfacher geworden, sich weiterzuentwickeln“, darauf weist Zwilling hin und erklärt: „Davon profitieren auch die Unternehmen. Die Agentur für Arbeit kann bis zu 100 Prozent der Kosten für Qualifizierungen übernehmen und darüber hinaus Lohnkostenzuschüsse gewähren“. Arbeitnehmer und Pflegeeinrichtungen könnten so erheblich finanziell entlastet werden.

„Es ist wichtig, jetzt zu handeln“, so Zwilling. Denn nach Modellrechnungen des Landes würden im Münsterland bis zum Jahr 2030 rund 56 000 Personen auf Pflege angewiesen sein. Das seien 25 Prozent mehr als im Jahr 2013. Gleichzeitig werde in den nächsten 20 Jahren fast jede zweite Pflegekraft in der Region in den Ruhestand wechseln: ein beunruhigendes Szenario. „Mit den neuen Fördermöglichkeiten können wir dazu beitragen, den Bedarf an Pflegefachkräften zu sichern. Diese Chancen sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber nutzen“, so lautet Zwillings abschließender Appell.

Zum Thema

Unsere Zeitung wird in der kommenden Woche einen konkretes Bespiel vorstellen, das beschreibt, wie eine Förderung im Pflegebereich funktionieren kann.

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