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Pfarrer von St. Nikomedes und Kreisdechant

Reidegeld wird Steinfurt verlassen

Steinfurt

Dr. Jochen Reidegeld, Leitender Pfarrer von St. Nikomedes in Steinfurt und Kreisdechant im Kreisdekanat Steinfurt legt seine Ämter nieder. Am Samstag und Sonntag hat der 53-jährige Seelsorger in den Gottesdiensten der katholischen Kirchengemeinde die Gründe persönlich dargelegt.

Von Dirk Drunkenmölle, mit pdb

Dr. Jochen Reidegeld wird seine Ämter als Leitender Pfarrer von St. Nikomedes und Kreisdechant aufgeben. Foto: roterkeil.net

Pfarrer Dr. Jochen Reidegeld wird die Pfarrei St. Nikomedes in Steinfurt Mitte September verlassen. Zu diesem Zeitpunkt wird er auch sein Amt als Kreisdechant im Kreisdekanat Steinfurt niederlegen.

Reidegeld hat seine Entscheidung den Gottesdienstbesuchern von St. Nikomedes am Samstag und Sonntag persönlich mitgeteilt. Seinen Rücktritt hat der 53-jährige Seelsorger mit seiner angeschlagenen Gesundheit begründet. Sie würde es ihm auf längere Zeit nicht ermöglichen, die Aufgaben wahrzunehmen, die mit den Ämtern als Pfarrer und Kreisdechant verbunden sind. Die Ärzte hätte ihm dringend geraten, kürzer zu treten. Seine Ampel stehe bereits auf Rot. Sein Priesteramt wird Reidegeld nicht aufgeben, bestätigte das Bistum auf Nachfrage dieser Zeitung. Die überraschende Nachricht ist in Steinfurt mit Respekt und Verständnis für die persönliche Situation des Pfarres aufgenommen worden. Bedauert wurde, dass die Gemeinde einen wichtigen Motor innerkirchlicher Reformprozesse und Neustrukturierungen verlieren werde.

Forschungsprojekt an der Uni

Ab Mitte September will sich Reidegeld in einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt an der Universität Münster mit der geschichtlichen Rolle der Kirche in Friedensbildungsprozessen befassen und gleichzeitig an der Wiederherstellung seiner Gesundheit arbeiten.

Wie aus einer Pressemitteilung des Bistums Münster hervorgeht, möchte sich Jochen Reidegeld, der seit Anfang 2020 Pfarrer in Steinfurt und Kreisdechant ist, am 24. September (Samstag) in einem Gottesdienst, der um 17.30 Uhr in der St.-Nikomedes-Pfarrkirche beginnt, von den Menschen in der Pfarrei und im Kreisdekanat verabschieden. Im Anschluss findet ein Imbiss im Pfarrgarten statt. Wie es in der Pfarrei personell weitergehen kann, hierüber werden Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp und Personalchef Karl Render in Kürze ein Gespräch mit dem Seelsorgeteam und den ehrenamtlichen Gremienvertreterinnen und Vertretern der Pastoralen Pfarreileitung und des Kirchenvorstandes führen, teilt das Bistum mit.

Der Weg von Jochen Reidegeld

Jochen Reidegeld wurde 1996 zum Priester geweiht. Er war Kaplan in Olfen und ab 2000 in Senden. Von 2007 bis 2010 war er am Bischöflichen Offizialat (Kirchengericht) in Münster tätig. 2008 promovierte er an der Universität Münster im Kirchenrecht mit einer Arbeit über die Möglichkeiten einer differenzierten Verantwortung und Leitung in den Pfarreien. Von 2010 an hat er in der Bistumsverwaltung in Münster die Funktion des Stellvertretenden Generalvikars wahrgenommen. Im November 2016 übernahm er die Leitung der Hauptabteilung „Zentrale Aufgaben“ im Bischöflichen Generalvikariat und hat diese neu aufgebaut. In der Pfarrseelsorge war Reidegeld seit 2010 in Münster (Angelmodde), St. Agatha, tätig.

Der Weg von Jochen Reidegeld ist durch sein soziales Engagement geprägt. Er engagiert sich ehrenamtlich im Kampf gegen Kinderprostitution und für Flüchtlinge insbesondere im Nordirak, in Syrien und in der Türkei. Mehrfach ist er bereits in die Kriegs- und Krisenregion gereist. Für sein soziales Engagement ist er 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. Als Kreisdechant war Reidegeld seit 2020 der Repräsentant und Vertreter des Bischofs von Münster im Kreis Steinfurt und Gesprächspartner für Politik, Gesellschaft und Kirchen.

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