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Coronabedingte Einnahmeausfälle, weniger Mitglieder: Wie das DRK mit Schnelltests die Kassenlage verbessert

5000 Abstriche in zwei Monaten

Saerbeck

Abgesagte Veranstaltungen, weniger Mitglieder: Dem DRK-Ortsverein sind zuletzt Einnahmen weggebrochen. Das Schnelltestzentrum, das die Ehrenamtlichen vor zwei Monaten in ihrer Begegnungsstätte eröffneten, spült aber wieder Geld in die Vereinskasse.

Von Katja Niemeyerund

Das DRK-Testzentrum an der Hahnstraße hat seine Testzeiten ausgeweitet. Termine können neuerdings an jedem Tag in der Woche gebucht werden. Foto: Katja Niemeyer

SaerbeckAls Ende März landauf landab ein Corona-Testzentrum nach dem anderen eröffnet wurde, ließen sich auch die Verantwortlichen des DRK-Ortsvereins nicht lange bitten. Karfreitag eröffneten sie in ihrer Begegnungsstätte an der Hahnstraße ein Testzentrum. Kurzzeitig hatte es zwar Zweifel gegeben, ob sich ausreichend Helfer melden würden. „Wir waren nicht sicher, ob wir das personell stemmen können“, sagt Rotkreuzleiter Marco Fischer heute, zwei Monate, nachdem in den für die Testungen umfunktionierten Räumen der Begegnungsstätte der erste Kunde erschien.

Die Zweifel erwiesen sich rasch als unbegründet. Die Einsatzplanung läuft reibungslos. Und ganz nebenbei besserte der Verein seine Kasse auf. Für jeden PCR-Schnelltest, den die Ehrenamtlichen machen, überweist die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe zwölf Euro. Bis zu einer Höhe von maximal sechs Euro werden außerdem die Kosten für das Testmaterial ersetzt.

Angesichts der wegbrechenden Einnahmen, die die DRKler zuletzt vor allem wegen der Corona-Pandemie verzeichnet hatten, ist Fischer froh über die Entscheidung, ein Testzentrum aufzubauen. Vor Corona waren er und seine Kollegen als Sanitäter regelmäßig bei zahlreichen Veranstaltungen wie Adventsmarkt und Saerbecker Triathlon im bezahlten Einsatz, die seit März 2020 allesamt aber ausgefallen waren. „Das ist Geld, das uns fehlt“, erklärt Fischer. Wenngleich natürlich auch die Ausgaben etwa für neue Einsatzkleidung sanken. Weshalb, davon geht der Rotkreuzleiter aus, „das Defizit zu verkraften gewesen wäre“.

Allerdings war die Kassenlage auch schon vor Ausbruch der Pandemie alles andere als rosig, sinkt doch seit Jahren die Zahl der zahlenden Mitglieder. So registrierte der Verein 2019 noch 230 Mitglieder – 120 weniger als 2008. „Das ist ein deutlicher Verlust“, bemerkt Fischer.

Rund 5000 Abstriche haben er und sein Team bislang genommen. Zusammen kommen die 25 Helfer auf 1300 Einsatzstunden. Die Öffnungszeiten wurden zuletzt noch ausgeweitet. So schließt der Rotkreuzleiter die Teststelle neuerdings zusätzlich am Dienstag- und Donnerstagabend auf, so dass man jetzt an jedem Tag in der Woche einen Termin buchen kann. Eine weitere „kleine Optimierung“ werde gerade vorbereitet.

Von Anfang an waren die Öffnungszeiten der DRK-Teststelle so konzipiert, dass sie die Angebote der örtlichen Hausärzte, die tagsüber testen, ergänzen. Das sei auch für die Ehrenamtlichen praktikabel, die ja zumeist tagsüber bei der Arbeit seien, betont Fischer.

Wie lange der Ortsverein den Test-Betrieb aufrecht hält, kann er nicht sagen. Weil immer mehr Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden, rechnet er damit, dass sich im Verlauf des kommenden Monats weniger Menschen einen Termin reservieren. Erst einmal, sagt er, „planen wir bis Ende Juni“. Eine Fortführung hält er aber nicht für ausgeschlossen.

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