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„Kunst hoch 3“ in der Karderie

Alle Emotionen rauslassen

Greven

In der Karderie fand am Wochenende das Projekt „Kunst hoch 3“ der städtischen Jugendarbeit statt. Gleich zur Premiere waren alle Plätze ausgebucht, ein weiterer Workshop musste kurzfristig organisiert werden.

Mit großem Eifer waren die Kinder am Wochenende bei „Kunst hoch drei“ dabei. Der Workshop war – nach langer pandemiebedingter Pause – ausgebucht. Foto: Luca Pals

Die kleine Klara ist voll in ihrem Element. Mit einem Schwamm, den sie zuvor einmal fest in den Farbtopf gedrückt hat, spritzt sie die rote Farbe aufs Blatt an der Wand. Einmal, zweimal, dreimal – jetzt wird die Farbe gewechselt. Mit ganzem Einsatz konzentriert sie sich auf das Bild. Katharina Lehmann beobachtet alles interessiert, gibt Hilfe und beantwortet Fragen – von diesen gibt es aber eigentlich keine. Der Grund: Klara soll sich frei fühlen, so kreativ wie möglich. Nach einer monatelangen pandemiebedingten Pause werden alle Emotionen rausgelassen – ein Aufatmen geht durch die Karderie.

Dort fand am Wochenende das Projekt „Kunst hoch 3“ von der städtischen Jugendarbeit statt. Gleich zur Premiere am Samstag waren alle Plätze ausgebucht, ein weiterer Workshop musste kurzfristig organisiert werden. Wegen Corona konnten 30 Kinder sich nach Lust und Laune auslassen und künstlerisch betätigen.

Etwas, das es schon lange nicht mehr gab, wie Christina Tenger von der städtischen Jugendarbeit betont: „Natürlich hatten die meisten der Kinder auch schon sehr lange keinen Kunstunterricht mehr. Ganz ohne Zwang und ohne den Charakter von Schule wollen wir deswegen gemeinsam kreativ werden.“ Einerseits die Anmeldezahlen, andererseits die Begeisterung der Kinder – dies seien gute Zeichen: „Man merkt, dass es allen gefehlt hat und wir alle danach lechzen, wieder gemeinsam in Gruppen aktiv zu sein.“

Diese Gruppen waren an beiden Tagen auf fünf Personen beschränkt, die Workshops waren vielfältig – für jeden war etwas dabei: Beutel bemalen, Action Painting, Airbrush oder das „heiße Eisen“. Letzteres leitete Ines Dettloff. Die Grevenerin ist freischaffende Künstlerin. Auch sie zeigte sich überglücklich: „Es ist so schön, wieder mit den Kindern gemeinsam aktiv zu sein und etwas zu erschaffen.“ In ihrem Projekt wurden Figuren aus Draht erschaffen, neben der Bearbeitung der Figuren ging es hierbei vor allem um Geschick und räumliches Denken.

Tenger von der Jugendarbeit betont: „Wir reaktivieren die Kinder, zu denen wir lange nur online Kontakt halten konnten, dazu die Räumlichkeiten hier am Ballenlager und auch die Künstler, die aus Greven kommen und die natürlich in den letzten Wochen und Monaten nicht ihrem Beruf nachgehen konnten.“

Ähnliches beschreibt Dettloff, die für die Zukunft zahlreiche Projekte geplant hat und sich freut, „diese jetzt alle endlich angehen zu können.“ Normalerweise ist sie auch auf Kindergeburtstagen viel unterwegs. Dies und die zahlreichen Kunstkurse waren nicht möglich: „Mir hat das Ganze natürlich auch gefehlt. Kunst ist eine Lebenseinstellung, die mir sehr viel gibt. Die ganze Zeit habe ich damit überbrückt, dass ich selber öfter zum Pinsel gegriffen habe und dadurch auch meine eigenen Bedürfnisse befriedigen konnte.“

Ebenfalls begeistert vom Samstagvormittag war der Grevener Tom Bücker: „Es macht einfach Spaß, mit seinen Freunden wieder etwas machen zu können.“ Sein Bild, das er im Innenhof des Ballenlagers malte, wird am Ende das Logo des FC Bayern München zeigen: „Es ist schön, etwas selber entwerfen zu können – das hat mir in den letzten Monaten gefehlt.“

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