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Mitgliederversammlung Raiffeisen-Genossenschaft Saerbeck-Hembergen

Durchwachsene Geschäftsjahre

Saerbeck

Der Rückblick von Geschäftsführer Helmut Drüing, Ludger Entrup (Vorstand) und Thomas Benning (Aufsichtsrat) der Raiffeisen-Genossenschaft Saerbeck-Hembergen auf die Geschäftsjahre 2019 und 2020 fiel zwar erwartungsgemäß durchwachsen aus, weil Einmalbelastungen im Personal- und Finanzaufwand ein fünfstelliges Minus verursachten. Jedoch habe der Mitte 2019 auf den Weg gebrachte Strategiewechsel beim Futtermittelhandel mit dem Ziel, Fahrt- und Mautkosten deutlich zu verringern, nach und nach Wirkung gezeigt, sind sich die Verantwortlichen einig.

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Zur Generalversammlung der Raiffeisen-Genossenschaft kamen mehr als 100 Mitglieder. Foto: Katja Niemeyer

„Die Lage der Genossenschaft ist angespannt.“ Diese Worte nahmen die über 100 Mitglieder der Raiffeisen-Genossenschaft Saerbeck-Hembergen während der Generalversammlung, die kürzlich stattfand, mit großer Gelassenheit zur Kenntnis. Das geht aus einer Pressemitteilung der Genossenschaft hervor. Der Rückblick von Geschäftsführer Helmut Drüing, Ludger Entrup (Vorstand) und Thomas Benning (Aufsichtsrat) auf die abgelaufenen Geschäftsjahre 2019 und 2020 fiel zwar erwartungsgemäß durchwachsen aus, weil Einmalbelastungen im Personal- und Finanzaufwand ein fünfstelliges Minus verursachten. Jedoch habe der Mitte 2019 auf den Weg gebrachte Strategiewechsel beim Futtermittelhandel mit dem Ziel, Fahrt- und Mautkosten deutlich zu verringern, nach und nach Wirkung gezeigt.

Die vergangenen Dürrejahre und die Coronakrise hinterließen ihre Spuren auf den landwirtschaftlichen Betrieben. „Die Sommer 2019 und 2020 waren von extremer Trockenheit geprägt. Die Grundfuttervorräte reduzierten sich wegen des fehlenden Regens stark. Die Milchpreisentwicklung blieb auf einem viel zu niedrigen Niveau. Die Schlachtschweinepreise fielen 2020 aufgrund der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest und der Corona-Pandemie um fast die Hälfte. Insbesondere die Schweinekrise macht den heimischen Landwirten und damit auch uns sehr zu schaffen“, machte der Vorstandsvorsitzende Entrup deutlich.

Raiffeisen Genossenschaft Saerbeck-Hembergen Jubilarehrung Foto: Raiffeisen Saerbeck-Hembergen

Über 95 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet die Genossenschaft aktuell im Agrarhandel mit Futter- und Betriebsmitteln für den Ackerbau. „Die stark erhöhten Belastungen der Betriebe kommen auch bei uns an“, so Drüing. „Wir reagieren direkt und wollen unsere Kunden überzeugen, weiter vor Ort zu kaufen.“

Insgesamt habe sich die Genossenschaft in einer herausfordernden Wettbewerbssituation gut stabilisiert, sagte Drüing. Auch in der Corona-Krise konnte der Raiffeisen-Markt an der Industriestraße weiter geöffnet bleiben und habe im Dorf eine wichtige Nahmarktfunktion übernommen. Sein ausdrücklicher Dank ging an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Genossenschaft.

Vor dem Hintergrund der bekannten Rahmenbedingungen zeigten sich die Teilnehmer der Generalversammlung einverstanden mit den Jahresabschlüssen und erteilten Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig Entlastung.

Die Umsatz- und Ertragszahlen für das laufende Geschäftsjahr 2021 seien positiv. „Jedoch können wir nur gemeinsam durch diese schwierigen Zeiten kommen“, so Drüing auch mit Blick auf den Veranstaltungsort. „In diesem Festzelt an der Raiffeisenstraße befinden wir uns auf unserem eigenen Grund und Boden. Nur hier haben wir die einmalige Chance, uns den geänderten wirtschaftlichen Bedingungen anzupassen und uns breiter aufzustellen“, sagte Drüing und mahnte zugleich zum fest entschlossenen Handeln mit dem Wort des römischen Philosophen Seneca: „Nicht weil es so schwer ist, wagen wir es nicht; weil wir es nicht wagen, ist es so schwer.“

Die Genossenschaft will es wagen, neue Ertragsquellen zu erschließen und hat Bauanträge für die Entwicklung des Tankcenters an der Raiffeisenstraße auf den Weg gebracht (wir berichteten). Hier soll ein innovativer Knotenpunkt für Treibstoffe der Zukunft entstehen, der auch E-Mobilität und innovative Antriebe auf Wasserstoff- und CNG-Gas-Basis mit einbezieht. „Eingebunden ist der neue Raiffeisenstandort in die Klimakommune Saerbeck“, so Drüing. Die Entwicklung des Tankstellenbereichs habe erste Priorität, bevor in einem weiteren Schritt der Agrarstandort und der Raiffeisenmarkt von der Industriestraße an die Raiffeisenstraße umziehen können.

Rückenwind erhält der Betrieb von der Gemeinde Saerbeck. „Wie die Landwirtschaft so muss sich auch die Genossenschaft verändern“, betonte Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg. Er sagte die volle Unterstützung der Gemeinde bei der Verwirklichung der Pläne zu und verwies auf den Raiffeisen-Wahlspruch: „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele.“

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