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Auch in Saerbeck legen die Grünen kräftig zu

Energiewende bringt Stimmen

Saerbeck

Die Zustimmung zur CDU ist in Saerbeck traditionell hoch. Bei der Landtagswahl hat sie gegenüber der Wahl vor fünf Jahren aber noch einmal, wenn auch nur geringfügig, an Stimmen gewonnen. Deutlicher Wahlgewinner sind aber die Grünen. Sie konnten ihr Ergebnis fast verdreifachen. Verlierer ist die SPD.

Von Katja Niemeyer

Die Zustimmung zur CDU ist in Saerbeck traditionell hoch. Bei der Landtagswahl hat sie gegenüber der Wahl vor fünf Jahren aber noch einmal, wenn auch nur geringfügig, an Stimmen gewonnen. Deutlicher Wahlgewinner sind aber die Grünen. Sie konnten ihr Ergebnis fast verdreifachen. Verlierer ist die SPD. Im Vergleich zur Landtagswahl 2017 büßte sie sechs Prozentpunkte ein.

„Hendrik Wüst hat überzeugt“, kommentiert die Saerbecker CDU-Vorsitzende Monika Schmidt das Ergebnis bei der Landtagswahl. Der Ministerpräsident sieht sich als eindeutigen Wahlsieger und will die nächste Regierung anführen. Wenn es nach Schmidt geht, sollte er eine Koalition mit den Grünen eingehen. „Warum nicht?“, fragt sie. „Es gibt viele Berührungspunkte, etwa in der Klimapolitik.“ Außerdem habe sich gezeigt, „dass die Grünen deutlich realitätsnäher geworden sind“. Laut Hochrechnung hat die CDU-FDP-Koalition im Landtag ihre Mehrheit verloren.

In einigen Stimmbezirken schafften es die Christdemokraten bei den Zweitstimmen auf Werte knapp unter 50 Prozent, insgesamt gewannen sie fast zwei Prozentpunkte hinzu. Die CDU-Kandidatin und aktuelle Landtagsabgeordnete An­drea Stullich holte in einem Briefwahlbezirk sogar mehr als 50 Prozent, insgesamt verlor sie aber mehr als drei Prozentpunkte. Bei der Wahl vor fünf Jahren war die Partei auf 45,6 Prozent der Stimmen gekommen.

Überrascht vom Ergebnis seiner Partei zeigte sich der Saerbecker SPD-Vorsitzende Felix Wannigmann: „Das ist für mich unerklärlich.“ Klar sei der Wahlkampf überschattet worden vom Ukraine-Krieg. Bundeskanzler Olaf Scholz attestiert er aber eine „gute Arbeit“ in der Krise. Er handle „ruhig und zurückhaltend“. Das „hätte Angela Merkel nicht anders gemacht“.

Angesichts dieses Ergebnisses über eine Ampel-Koalition wie auf Bundesebene nachzudenken, lehnt Wannigmann aber nach eigenen Worten strikt ab. „Wenn man verloren hat, hat man verloren. Das muss man akzeptieren.“

Die Sozialdemokraten büßten in Saerbeck sechs Prozentpunkte ein, in zwei Bezirken rutschten sie auf unter 20 Prozent. 2017 hatten sie 26,2 Prozent erreicht.

Bei Tobias Spahn, Sprecher der Saerbecker Grünen, ist der Jubel groß. Er wolle nicht überheblich klingen, sagt er, „aber mit einem Ergebnis von über 15 Prozent habe ich eigentlich gerechnet.“ Auch er glaubt, dass der aktuelle Krieg in der Ukraine und die Reaktionen deutscher Politik einen Einfluss hatten auf die NRW-Wahl. Insbesondere die aus seiner Sicht sehr gute Politik des Grünen-Wirtschaftsministers Robert Habeck und der Grünen-Außenministerin Annalena Baerbock hätten dazu beigetragen, dass viele Bürger und Bürgerinnen ihr Kreuz bei seiner Partei gemacht hätten, meint Spahn. Auch wenn jetzt viele von Energiewende sprächen, am glaubhaftesten würden immer noch die Grünen dieses Ziel verfolgen.

Und auch wenn die Grünen rein rechnerisch zusammen mit der SPD und FDP eine Mehrheit hätten – Spahn würde für eine Koalition mit der CDU eintreten.

Die Grünen holten in Saerbeck teils über 19 Prozent und damit mehr als die SPD in dem Bezirk Maximilian-Kolbe-Gesamtschule und im Briefwahlbezirk 2.

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