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Info-Stände, Besuche und Plakate

Wie die Saerbecker CDU, SPD und die Grünen ihre Kandidaten im Bundestags-Wahlkampf unterstützen

Saerbeck

Ab kommenden Montag ist es den Parteien erlaubt, Plakate aufzuhängen. Was die Anzahl betrifft, wollen CDU, SPD und Grüne Maß halten.

Von Katja Niemeyer

Am 26. September ist Bundestagswahl. Bis dahin unterstützen die Parteien vor Ort ihre jeweiligen Kandidaten an Info-Ständen, mit Wahlplakaten, die sie ab kommender Woche aufhängen, und mit diversen Veranstaltungen. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Am 26. September wird ein neuer Bundestag gewählt. Auch in Saerbeck laufen die Vorbereitungen hierfür auf Hochtouren. Die Parteien unterstützen die jeweiligen Kandidaten des hiesigen Wahlkreises (Steinfurt III) mit Veranstaltungen und Plakatierungen. Die Gemeinde sorgt dafür, dass die Wahl ordnungsgemäß durchgeführt werden kann.

Ab kommenden Montag ist es den Parteien erlaubt, Plakate aufzuhängen. Was die Anzahl betrifft, wollen CDU, SPD und Grüne Maß halten, wie sie auf Nachfrage unisono erklären. „Wir halten uns zurück“, sagt die CDU-Vorsitzende Monika Schmidt. Fünf großformatige Tafeln, so genannte Wesselmann-Tafeln sollen angebracht werden, plus Plakate. Die SPD plant mit vier „Wesselmännern“ und 40 Plakaten. Die Grünen beschränken sich auf drei XXL-Tafeln und diverse Plakate.

Darüber hinaus unterstützen die Parteien ihre Kandidaten mit Straßenwahlkampf. An Info-Ständen vor den Saerbecker Supermärkten soll diskutiert und geworben werden. Hinzu kommen Veranstaltungen, bei denen die jeweiligen Kandidaten vor Ort auftreten. Jürgen Coße, der für die SPD antritt, diskutierte bereits neulich mit Landwirten auf einem Bauernhof, will aber sogar noch für einen weiteren Termin vorbeischauen, wie André Strzezebroda berichtet. Strzezebroda ist Wahlkampfbeauftragter des SPD-Ortsvereins. Auch eine Grillstation, sagt er, wollen die Genossen in der Marktstraße aufstellen. Einen Termin hierfür gibt es allerdings noch nicht. Für ein Familienfest indes schon. Es soll am 29. August in der Bachaue stattfinden.

Die CDU erwartet Anja Karliczek. Wann die Bundesforschungsministerin (und Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Steinfurt III) vorfährt, entscheide sich in Kürze, sagt Schmidt.

Bei der Gemeinde geht man derweil wegen der Corona-Pandemie erneut von einer großen Anzahl an Briefwählern aus, weshalb erstmals ein zweiter Briefwahlvorstand gebildet wurde. Bereits bei der Kommunalwahl im September vergangenen Jahres hatten mehr Wahlberechtigte als sonst ihre Stimme im Vorfeld per Brief abgegeben. Dass am Tag des Urnengangs alles rechtmäßig vonstatten geht, darum kümmern sich vier Wahlvorstände. Ab dem 16. August werden die Wahlbenachrichtigungen zugestellt (bis spätestens 5. September soll jeder Wahlberechtigte die Benachrichtigung im Briefkasten haben). Für die Bundestagswahl wurde Saerbeck in vier Bezirke aufgeteilt. Die Urnen stehen im Mehrgenerationenhaus, im Bürgerhaus, in der Heizzentrale und in der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule.

Und wie schätzen die Saerbecker Kommunalpolitiker die Chancen ihrer Parteien auf Bundesebene ein?

Schmidt zeigt sich zuversichtlich, laut Umfragen würde die CDU stärkste Kraft im Parlament, käme aber „nur“ auf 27 Prozent. Bei der Wahl vor vier Jahren hatten die Christdemokraten fast 33 Prozent der Stimmen geholt. „Ich halte nichts von Umfragen“, sagt die Saerbecker CDU-Vorsitzende. Und: „Ich hoffe sehr, dass die Menschen der CDU ihr Vertrauen aussprechen.“

Auch Wannigmann hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die SPD bis zur Wahl noch aufholt. Nach aktueller Umfrage würde sie 18 Prozent der Stimmen erhalten. „Ich hoffe sehr, dass am Ende eine 2 vor dem Ergebnis steht“, sagt der Saerbecker SPD-Chef.

Sträter geht davon aus, dass die Grünen ihr Tief überwunden haben und jetzt wieder auf einem aufsteigenden Ast sind. Den Umfragen zufolge kämen sie aktuell auf gut 20 Prozent.

Und welche Koalitionspartner würden sich die lokalen Parteichefs wünschen?

„Ganz klar die FDP“, sagt Schmidt. „Das funktioniert bereits in NRW sehr gut.“ Auf Bundesebene dürfte diese Konstellation wegen fehlender Mehrheit derzeit noch keine Option sein. Wannigmann kann sich eine Koalition mit den Grünen vorstellen. Laut aktuellen Umfragen käme aber auch diese Konstellation nicht auf eine Mehrheit der Mandate im Bundestag. Auch für Rot-Rot-Grün – eine Koalition, die Sträter favorisiert – würden die Stimmen nicht reichen.

Mechthild Lüggert (UWG-Fraktionsvorsitzende) beobachtet den Wahlkampf von Saerbeck aus mit einer gewissen Distanz. „Derzeit scheint noch alles offen zu sein“, sagt sie. „Das wird eine spannende Wahl.“

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