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50 Einsatzmeldungen bei der Feuerwehr und ein stundenlanger Stromausfall

Pappel knallt auf Pension

Saerbeck

Udo Meiners, Leiter der Saerbecker Feuerwehr, sitzt nach der Sturmnacht erschöpft, aber zufrieden im Besprechungsraum des Gerätehauses an der Hahnstraße. Bei den Sägearbeiten unter gefährlich hin und her wehenden Baumkronen habe es durchaus kritische Momente für seine Männer gegeben, sagt er. Da seien die Blicke immer wieder nach oben gegangen. Verletzt wurde aber glücklicherweise niemand. Insgesamt 50 Einsatzmeldungen waren bei der Leitstelle eingegangen.

Von Katja Niemeyer

Gegen 21 Uhr krachte am Freitag auf die Pension Gildehaus eine Pappel. Der Schaden war so groß, dass zwei Zimmer erst einmal unbewohnbar sind, wie Feuerwehrchef Udo Meiners berichtet. Foto: Freiwillige Feuerwehr Saerbeck

Am Tag, nach dem Orkantief „Zeynep“ über Saerbeck wirbelte, fegt Volker Droppelmann zerbrochene Dachziegel von der Straße vor seinem Haus. Das Gröbste, erzählt er, hatte er noch am Abend, kurz nachdem die Ziegel auf die Emsdettener Straße krachten, beiseite geschoben. Im Garten nebenan zerlegt ein Mann mit einer Motorsäge einen Baumstamm. Im Feuerwehrhaus ist nach dem nächtlichen Dauereinsatz erst einmal Großreinemachen angesagt. Gegen Mittag ist ein Feuerwehrmann mit Wischen beschäftigt. Und vor der Corona-Teststelle an der Grevener werden schon wieder fleißig Proben genommen. Nach der stürmischen Nacht, in der die heftigen Windböen zahllose Bäume zum Fallen brachten und Dächer abdeckten, ist so etwas wie Ruhe eingekehrt im Dorf.

Udo Meiners, Leiter der Saerbecker Feuerwehr, sitzt gegen Samstagmittag erschöpft, aber zufrieden im Besprechungsraum des Gerätehauses an der Hahnstraße. Bei den Sägearbeiten unter gefährlich hin und her wehenden Baumkronen während der Nacht habe es durchaus kritische Momente für seine Männer gegeben, sagt er. Da seien die Blicke immer wieder nach oben gegangen. Verletzt wurde aber glücklicherweise niemand.

Als Einsatzleiter war Meiners bis weit nach Mitternacht bei zahlreichen Räumungsarbeiten dabei. Am frühen Freitagabend war damit begonnen worden, die Gerätehäuser im Dorf sowie in Westladbergen und Sinningen zu besetzen. Knapp 100 Feuerwehrleute wurden in Alarmbereitschaft versetzt. 14 Fahrzeuge – vom Löschfahrzeug bis zum Einsatzleitwagen – waren startklar. An der Hahnstraße wurde eine Leitstelle eingerichtet. Zwischen 20 und 21 Uhr ging dort in der Spitze alle paar Minuten ein Anruf ein. „Da ging es darum, Prioritäten zu setzen, also schnell zu entscheiden, wo unsere Hilfe am dringendsten benötigt wird“, berichtet Meiners.

Die erste Alarmierung kam um 16.45 Uhr rein. Bei der Großbaustelle der Volksbank an der Ecke Ferrières-Straße/Emsdettener Straße war ein Bauzaun umgefallen. Rund 50 Einsatzmeldungen registrierte die Wehr im Verlauf der Nacht. Immer wieder rückten die freiwilligen Helfer mit Motorsägen zu umgekippten Bäumen aus, die eine Straße versperrten. Um 21 Uhr knallte eine Pappel auf die Pension Gildehaus in Middendorf. Der Schaden war so groß, dass zwei Zimmer erst einmal unbewohnbar sind, sagt der Wehrleiter. Auf die Westladbergener Straße schleuderte der Wind eine Gartenhütte. Auf der Ibbenbürener Straße landete eine Photovoltaik-Anlage. Und am Alten Kirchweg entwurzelte „Zeynep“ gleich mehrere große Bäume. Bis ungefähr 3 Uhr hatten die Einsatzkräfte zu tun, so Meiners

Am Samstag gingen die Arbeiten um 7.45 Uhr weiter. „Wir haben die Kräfte zwischendurch ausgetauscht, damit sich einige ausruhen konnten“, berichtet Einsatzleiter Meiners.

In Sinningen war es während der Sturmnacht zu einem Stromausfall gekommen. Ab etwa 20 Uhr hatten rund 400 Haushalte in der Bauerschaft zwischen Saerbeck und Emsdetten keinen Strom. Auch nordwestliche Teilbereiche von Saerbeck waren vom Stromausfall betroffen. Der Grund: Ein Baum war in eine Oberleitung gekracht. Wie Johannes Schüler, Mitarbeiter des Bauamtes von Saerbeck, mitteilte, dauerte der Stromausfall für die allermeisten Betroffenen ungefähr eine Stunde. Einige saßen aber noch bis spät in die Nacht im Dunkeln. Mitarbeiter der Stadtwerke Lengerich kümmerten sich vor Ort darum, den entstandenen Schaden zu beheben.

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