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Saerbecker Energiegespräche „Heizen mit Holz“

Regionale und krisensichere Alternative

Saerbeck

Pellet-Heizungen sind eine Alternative zu Öl und Gas. 60 Interessierte ließen sich darüber bei den Saerbecker Energiegesprächen informieren. Online.

Von Luca Pals

Holzpelets sind eine ökologische Form, um sein Haus zu heizen. Foto: dpa

Die älteren Öl-Heizungsanlagen haben ausgedient, müssen per Gesetz ausgetauscht werden, durch unter anderem die CO²-Abgabe kommt es zu steigenden Energiepreisen. Für die Klimakommune Saerbeck ist klar: „Heizen ist ein brandaktuelles Thema, das bei der Bekämpfung des Klimawandels nicht außer Acht gelassen werden darf.“

Alternativen aufzeigen, Tipps geben und Informieren – das waren und sind seit dem Start der Diskussionsplattform der Saerbecker Energiegespräche im Jahr 2009 die Ziele der Verantwortlichen. In der vergangenen Woche kamen online über Zoom über 60 Interessierte zum Thema „Heizen mit Holz“ zusammen.

Biomasse

Referent Christian Schmahl von der Firma Hargassner aus Österreich informierte über alternative Heizmethoden mit Biomasse in Form von Stückholz, Hackgut oder Pellets.

Holz sei die älteste Energieform der Welt, eine Rückbesinnung angesichts der globalen Klimaerwärmung eine sinnvolle Komponente, so der Referent. Sowohl regional als auch krisensicher sei der Umstieg, außerdem kostengünstiger und insgesamt nachhaltig.

Dr. Georg Berkemeier, zweiter Referent des Abends und Revierförster für den Bezirk Tecklenburg und Ibbenbüren im Landesbetrieb Holz und Wald NRW verwies darauf, dass der Begriff der nachhaltigen Entwicklung aus der Forstwirtschaft kommt: „Es soll immer nur so viel abgeholzt werden, wie im natürlichen Prozess nachwachsen kann.“

Dieser Leitsatz gelte angesichts der Bedrohungen des Waldes, die sich durch zunehmende Trockenphasen und die Bedrohung durch den Borkenkäfer auszeichne, heute mehr denn je. Besonders das Massensterben von Fichten sorge bei Berkemeier für Sorgenfalten, insgesamt würde aber die bundesweit bewaldete Fläche, die aktuell 29 Prozent ausmache wachsen.

Holzvorräte steigen

Auch die Holzvorräte steigen bundesweit. Als Hauptproblem macht der Experte das Ausbreiten von Farnen aus, die auf den Waldböden besonders für junge Bäume eine große Konkurrenz darstellten. Mit Blick auf das „Heizen mit Holz“ und kritischer Nachfragen aus der Runde beruhigt er: „Wenn man Holz, das von hier regional kommt, nimmt, macht man alles richtig.“

Die regionale Komponente war für Schmahl besonders wichtig, dies ermögliche außerdem kurze Transportwege. Mittels neuer Verbrennungsanlagen und der Produktvielfalt auf dem Markt, der zuletzt einem „wahren Run“ ausgesetzt gewesen sei würde eine hohe Effizienz erzielt werden.

Alltagstauglich

Besonders viele Fragen richteten sich am Donnerstagabend zu der Möglichkeit mit Pellets zu heizen. Diese seien laut Schmahl besonders alltagstauglich, weil leicht herstellbar. Außerdem sei der Verbrennungskessel sehr klein und kompakt, stromsparend und die Montage sei sehr einfach. Der Stromverbrauch sei auf lange Sicht um 60 Prozent geringer, so der Fachmann weiter.

Besonders effektiv und nachhaltig sei die Kombination des Energieträgers Holz mit anderen Quellen wie der Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach, stimmte Schmahl während einer Diskussion, die sich an die Vorträge anschloss einem Saerbecker zu. Dies sei der „Kniff der Energiewende“, in der es beim Heizen viele Möglichkeiten gäbe, die individuell angepasst werden müssten. Dies wurde den Zuschauern nach zwei Stunden wohl klar.

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