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Lukas Röwe ist einer der jüngsten Helfer in der Katholischen öffentlichen Bücherei St. Georg

Routinier in der Ausleihe

Saerbeck

Einen Büchereiausweis hat Lukas Röwe seit der Kindergartenzeit, also noch bevor er überhaupt lesen konnte. Für ihn war es demnach auch keine besondere Sache, als er vor zwei Jahren – da war er 13 – in der Katholischen öffentlichen Bücherei St. Georg als ehrenamtlicher Helfer anheuerte. Ein- oder zweimal im Monat packt er seither in der Ausleihe und beim Zurücksortieren der Bücher mit an.

Von Katja Niemeyer

Bücher-Codes einlesen und Leseausweise einscannen sind nur einige der Aufgaben, die Lukas Röwe in der Katholischen öffentlichen Bücherei St. Georg ehrenamtlich übernimmt. Foto: Katja Niemeyer

Lukas Röwe liest gerne. Zurzeit vor allem die Psychothriller von Arno Strobel. Auf seinem Nachttisch liegt gerade „Offline“. In dem Buch geht es um junge Leute, die zur Entspannung einige Tage ohne Handy in den Bergen verbringen wollen. Es kommt zu Verbrechen. Und sie können niemanden erreichen. Der 15-Jährige liebt spannende Geschichten.

Als er jünger war, war er großer Fan von der Kinderbuch-Serie „Die drei ??? Kids“. Auch darin geht es um Kriminalfälle. 80 Folgen hat er verschlungen. Wenn er es genau nimmt, schmökert er so lange er denken kann immer in irgendeinem Schinken.

Einen Büchereiausweis hat Lukas Röwe seit der Kindergartenzeit, also noch bevor er überhaupt lesen konnte. Für ihn war es also auch keine besondere Sache, als er vor zwei Jahren – da war er 13 – in der Katholischen öffentlichen Bücherei St. Georg als ehrenamtlicher Helfer anheuerte. Zuvor, so erzählt er, habe er seiner Mutter, die ebenfalls ehrenamtlich in der Bücherei tätig ist, bei der Arbeit über die Schulter geschaut. „Irgendwann habe ich dann gesagt: Das kann ich auch allein machen.“

Gesagt, getan. Seither steigt der Schüler der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule ein oder zweimal im Monat, immer sonntagvormittags oder mittwochnachmittags auf sein Fahrrad und radelt zur Bücherei. Die Arbeit ist längst zur Routine geworden für ihn. Gekonnt scannt er Leseausweise ein, liest Bücher-Codes ein und druckt Bons aus. Auch den Rückgabevorgang wickelt er ab. Zwischendurch räumt er Bücher zurück auf ihren Regalplatz oder hilft bei der Suche nach einem bestimmten Buch.

Der Job, sagt er, mache ihm großen Spaß. Weil er mit Menschen zusammenkommt und weil er schon richtig Verantwortung übernehmen kann. Er denkt, dass er ihn noch mindestens bis zum Abitur weitermachen wird. Vielleicht auch noch länger – „wie es meine Zeit zulässt“, sagt er. Sein Hobby zum Beruf machen, das will er nicht. Lukas Röwe sagt, dass er studieren und später im Management arbeiten will.

Bis dahin wird aber noch eine Weile vergehen, betritt er weiterhin mit Vorfreude die Bücherei in Saerbecks Alter Dorfschule, nimmt seinen Platz am Computer hinterm Tresen, gleich neben einer erwachsenen ehrenamtlichen Helferin ein, bereit, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit neuem Lesestoff zu versorgen. Und der ist reichlich vorhanden in der Bücherei. Mehr als 7500 Medien – Kinderbücher, Sachbücher, Romane, Krimis, Belletristik, Hörbücher, DVD und Zeitschriften – liegen in den Räumen zur Ausleihe bereit. Die Bücherei kommt nach eigenen Angaben auf rund 40 000 Ausleihen pro Jahr, die bearbeitet werden von insgesamt 35 ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen. Lukas Röwe ist einer der Jüngsten.

Wenn er nicht gerade beschäftigt ist in der kleinen Ortsbücherei oder liest oder in der Schule ist (oder lernt), dann geht er seinem zweiten großen Hobby nach, dem Fotografieren von Flugzeugen. Auf die Idee war er gekommen, als wegen der Corona-Pandemie Treffen mit Freunden ausfallen mussten und er sich langweilte. Seither ist er unzählige Male – mit einer Spiegelreflex-Kamera im Gepäck – am Flughafen Münster/Osnabrück gewesen, um Boeing-Maschinen und andere Flieger abzulichten. Auch am Frankfurter Flughafen hat er schon Airbusse und Co. fotografiert.

Sein Fotoarchiv, sagt er, enthält mittlerweile 200 Aufnahmen. Und es sollen noch mehr werden. So viel Zeit muss neben den ehrenamtlichen Aufgaben in der St.-Georg-Bücherei bleiben.

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