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44 000 Euro im Gepäck: Pfarrer Ramesh berichtet von Hilfsprojekten in seinem indischen Heimatdorf

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Saerbeck

Im September reiste Pfarrer Ramesh Chopparapu in seine Heimat, im Gepäck: 44 000 Euro für seine Hilfsprojekte vor Ort. Für zunächst 22 junge Mütter beginnt nun der Unterricht.

Von Stefanie Behringund

Kürzlich wurde in Pfarrer Rameshs indischem Heimatdorf eine Nähmaschinen-Schule eröffnet, finanziert mit Spendengeldern aus Saerbeck. 22 junge Mütter lernen hier nun das Nähen. Foto: privat

Nachdem in der vergangenen Woche 40 Nähmaschinen an bedürftige Frauen und Mütter verteilt worden sind, eröffnete passend dazu jetzt eine Nähmaschinen-Schule in Siddayapalem – der Heimat von Pfarrer Ramesh Chopparapu. Mitte September war dieser nach Indien gereist. Im Gepäck: 44 000 Euro für seine Hilfsprojekte vor Ort.

„22 junge Mütter fangen zunächst mit dem Unterricht in der Nähmaschinen-Schule an“, so Ramesh. Die meisten Schülerinnen seien zwischen 15 und 22 Jahren alt und würden für den eigenen Familienbedarf nähen oder auch, um selbst ein biss-chen Geld zu erwirtschaften. Der Pfarrer berichtet: „Das Gebäude für die Nähmaschinen-Schule haben wir gemietet. Außerdem wird eine Lehrerin angestellt.“ Sowohl die Miete als auch der Lohn der Frau werden von laufenden Spendengeldern finanziert.

Die offizielle Eröffnung der Schule fand kürzlich statt. Bei einem Blick auf die Fotos vor und nach Renovierung der Nähmaschinen-Schule wird deutlich: Hier ist einiges passiert. „Wir haben viel renoviert, alle haben mit angepackt“, so Ramesh über die große Hilfsbereitschaft und Dankbarkeit im ganzen Dorf. Stolz erzählt Ramesh: „Die Schule heißt ‚St.-Georg-Nähmaschinen-Schule‘.“ Insgesamt habe die Einrichtung 3500 Euro gekostet. Ramesh sagt, er möchte dadurch „Hilfe zur Selbsthilfe“ ermöglichen.

Seit mehreren Jahren ist ein weiteres Projekt die Augenuntersuchung und -behandlung. „Die Nachfrage ist immer so groß“, erzählt Ramesh während er Fotos von Schlangen vor der Untersuchung zeigt. Über 220 Leute waren vor Ort, um sich von den extra angereisten und von Spendengeldern bezahlten Ärzten untersuchen zu lassen. 50 davon werden nun zeitnah operiert.

Weiter berichtet Ramesh: „Am Dienstag habe ich in meinem Dorf Schulhefte und -bücher verteilt.“ Auch dafür strömten viele Familien oder auch Kinder ohne Eltern in das Gemeindehaus. „Ich war sehr überrascht, die große Anzahl der Kinder zu sehen“, so Ramesh. Viele Familien können sich die Schulbildung ihrer Kinder nicht leisten. Durch die Übernahme von Patenschaften aus Saerbeck könne bereits vielen Kindern geholfen werden.

Der Pfarrer weiß: „Schulutensilien sind für die meisten Eltern nicht bezahlbar.“ Neben Schulheften und -büchern wurden auch weitere Schreibwaren, Schultaschen und die für den Unterricht notwendigen Schulschuhe verteilt. Unterstützt wurde Pfarrer Ramesh dabei von Ordensschwestern vor Ort. Als Dank an die Gemeinde ist die Rückseite der Schulhefte mit dem Saerbecker Wappen bedruckt. Ramesh freut sich über die besondere Verbindung der Kinder zur Gemeinde Saerbeck.

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