Eichenprozessionsspinner: Verwaltung reagiert

Schneekanonen gegen die Spinner

Saerbeck

Die Gemeinde Saerbeck beginnt mit der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners – und setzt dazu mehrere Varianten ein.

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Die Gemeinde Saerbeck nimmt mit verschiedenen Mitteln den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner auf. Foto:

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners werden bald wieder zahlreiche Bäume im Gemeindegebiet in Beschlag nehmen. Für Unbehagen sorgen dabei die Brennhaare der Raupen, die ein Nesselgift enthalten. Ein Kontakt mit den fast unsichtbaren Härchen löst bei Menschen und Tieren Hautausschläge sowie Brennen und Juckreiz aus. Seltener kommt es auch zu schwereren Reaktionen wie Atemwegsreizungen, Bindehautentzündungen oder Fieber.

Die Gemeinde Saerbeck wird wie in dem vergangenen Jahr, die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mit folgenden Maßnahmen vornehmen: Einsatz eines Insektizides (Bacillus thuringiensis); Einsatz von Nematoden (Fadenwürmer); Absaugen der Nester.

Die Gemeinde Saerbeck wird zur Gefahrenabwehr voraussichtlich ab Donnerstag, 6. Mai, mit der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mittels Insektizid beginnen. Da dieser Termin wetterabhängig ist, kann hier keine genaue Aussage getroffen werden. Nach Abstimmung mit der beauftragten Fachfirma soll in diesem Jahr erstmals auch ein Helikopter in Teilbereichen zum Einsatz kommen. Der Vorteil ist hier, dass eine geringere Menge des Bekämpfungsmittels erforderlich ist, weil auf diese Weise eine bessere Verteilung möglich ist. Außerdem ermöglicht der Einsatz des Fluggerätes das Ausbringen in Bereichen, die mit dem Hubsteiger nicht erreichbar sind.

Der Einsatz wird durch den gemeindeeigenen Bauhof begleitet, wenn erforderlich werden auch Teilbereiche kurzfristig gesperrt. Damit sich das Mittel gleichmäßig auf den Bäumen verteilen kann, muss die Sprühaktion bei trockenem Wetter durchgeführt werden. Mit Spritzen, die einer Schneekanone ähneln, wird ein für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zugelassenes Insektizid auf die frischen Blätter gesprüht. Das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis liefert den Ausgangsstoff für das spezielle Mittel, mit dem die jungen Raupen des Eichenprozessionsspinners bekämpft werden. Die Raupe frisst das Blatt und erst im Darm der Raupe entfaltet der für Menschen, Tiere und Pflanzen ungefährliche Stoff seine Wirkung. Die Raupen sterben ab, bevor sie das für den Menschen gefährliche Lebensstadium erreichen können.

Eine weitere Methode ist die Bekämpfung mit Präparaten auf Basis von Nematoden (0,5 mm lange Fadenwürmer). Das Präparat kann eingesetzt werden, sobald die Raupen geschlüpft sind. Das Besprühen mittels Sprühkanone erfolgt in den Abend- und Nachtstunden, da die Sonne die Lebensdauer der Nematoden extrem verkürzt. Ziel ist es, alle Zweige zu treffen um eine möglichst große Kontaktwirkung zu erzielen. Die Nematoden dringen in die Raupen ein und dienen als Überträger eines Bakteriums, das die Raupen abtötet. Um hohe Wirkungsgrade zu erzielen, wird die Behandlung innerhalb von 7 bis 14 Tagen wiederholt.

Eine Spezialfirma wird mit Sprühfahrzeugen befallene Eichen im Ortsgebiet – Nahbereich zu Gewässern – besprühen. Der Einsatz wird ebenfalls durch den gemeindeeigenen Bauhof begleitet und wenn erforderlich werden auch Teilbereiche kurzfristig gesperrt. Auch diese Methode ist für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht schädlich.

Weiterhin wird mit einer Spezialfirma in Zusammenarbeit mit dem gemeindeeigenen Bauhof das Absaugen der Nester erfolgen, die sich zum Beispiel an anderer Stelle gebildet haben.

Die Gemeinde Saerbeck geht nicht großflächig gegen die Raupen vor, sondern punktuell zur Gefahrenabwehr. Also genau dort, wo im vorhergehenden Jahr ein entsprechender Befall festgestellt wurde. Alle Einsätze werden jeweils durch den gemeindeeigenen Bauhof begleitet. Die Gemeinde Saerbeck bittet um Verständnis, wenn für diese Bekämpfungsaktionen kurzfristig eine Straßensperrung unumgänglich ist.

Die Gemeinde Saerbeck bittet Bürgerinnen und Bürger hierzu, das Online-Formular auf der Homepage www.saerbeck.de zu nutzen. So wird sichergestellt, dass die Meldungen direkt bearbeitet werden können. Die Meldungen werden erfasst und sind für jedermann im Internet kartografisch einsehbar.

Für weitere Fragen steht bei der Gemeinde Saerbeck ab sofort Frau Heilemann unter der

  02574 / 89104 zur Verfügung

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