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Saerbeckerin wird zum Opfer von Betrügern

Schockanrufer erbeutet mit emotionaler Geschichte hohe Summe

Saerbeck

Erneut haben Telefonbetrüger eine Frau im Kreis Steinfurt um ihr Erspartes gebracht. Sie tischten ihr am Telefon eine erfundene Geschichte und forderten eine „Kaution“. Die Frau legte einen hohen Geldbetrag bereit – und öffnete den Betrügern die Tür.

Katja Niemeyer

Die Polizei ermittelt in einem Fall von Betrug, bei dem falsche Polizisten eine Saerbeckerin hinters Licht führten und viel Geld erbeuteten. Foto: Anne Eckrodt

Zweieinhalb Stunden redete der Mann am Telefon auf eine ältere Frau aus Saerbeck ein. Er gab vor, Polizist zu sein, und erzählte eine schreckliche und emotionale Geschichte, bei der es um einen tödlichen Autounfall ging. Demnach sollte der Nachbar der Saerbeckerin schuld sein an dem Unfall. Der Mann war offensichtlich so überzeugend, dass die Frau sich schließlich, wie von dem Mann gefordert, zu einer finanziellen Hilfe bereit erklärte. Wieder einmal gelang es damit einem sogenannten Schockanrufer, viel Geld zu erbeuten.

Geld müsse angeblich geprüft werden

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, hatte der Anrufer die Frau aufgefordert, eine „Kaution“ im fünfstelligen Eurobereich bereitzulegen, ein Helfer werde das Geld abholen. Die Saerbeckerin habe daraufhin ihr erspartes Bargeld zu Hause auf den Tisch gelegt – sogar deutlich mehr als die geforderte Summe, wie die Polizei weiter berichtete.

Ein weiterer falscher Polizist, der als Geldabholer fungierte, nahm daraufhin das komplette Geld mit, weil es angeblich überprüft werden müsse. Zügig machte er sich damit von dannen.

Erneut haben Telefonbetrüger damit eine Frau im Kreis Steinfurt um ihr Erspartes gebracht. Die Kreispolizeibehörde nimmt den Fall zum Anlass, eindringlich vor betrügerischen Anrufern zu warnen, die ihre Opfer mit tragischen Geschichten konfrontieren und sie geschickt in ein emotionales Gespräch verwickeln, nur um am Ende Geld zu fordern.

Tipps der Polizei

  • Misstrauisch sein, wenn Unbekannte am Telefon von schockierenden Geschichten berichten, in die angeblich nahe Bekannte oder enge Verwandte verwickelt sein sollen.
  • Den Mut haben und einfach auflegen, wenn eine Geschichte am Telefon unglaubwürdig erscheint. Je länger das Gespräch dauert, desto besser können die Kriminellen ihre raffinierte Masche ausspielen. Lassen Sie sich nicht einwickeln!
  • Niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen übergeben. Niemals würde die echte Polizei oder die echte Staatsanwaltschaft solche Geldübergaben an einer Haustür oder einem anderen Ort veranlassen.
  • Bei jedem Betrug oder Betrugsversuch Anzeige bei der Polizei erstatten.

Zum aktuellen Fall liegt der Polizei eine Personenbeschreibung des kriminellen Geldabholers vor: Der Mann war etwa 30 Jahre alt, zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß und schlank. Er hatte ein schmales Gesicht, dunkle, kurze Haare und er sprach akzentfrei Deutsch. Der Täter trug eine schwarze Hose und eine dunkle Jacke sowie eine blaue OP-Maske. Die Polizei ermittelt in dem Fall und die Wache in Greven nimmt Hinweise von Zeugen entgegen unter 02571/928-4455.

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