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Bezirkslager der Pfadfinder im Bioenergiepark

Über 300 Wölflinge, Juffis und Co.

Saerbeck

Die 50 solide montierten Paletten waren ein Tor in eine andere Welt. Wer sie am Pfingstwochenende auf dem Rasen im Bioenergiepark (BEP) durchschritt, gelangte in das Reich der beige-farbenen Kluften, der geflochtenen Halstuchknoten, in die Smartphone-freie und größtenteils stromlose Zone des Pfadfinder-Bezirkslagers.

Alfred Riese

Hunger haben (von links) Lina, Nele, Kayla und Luzia vom Saerbecker Pfadfinderstamm auf dem Weg ins Küchenzelt unterm Windrad. Foto: Alfred Riese

Unter strahlendem Sommerhimmel campierten vier Tage lang mehr als 300 Wölflinge, Juffis, Pfadfinder, Rover und Leiter von zehn Stämmen aus dem Kreis Steinfurt. Der Saerbecker Stamm kam mit dem Fahrrad.

Das passte zum Ort, dem BEP mit seinen Anlagen für erneuerbare Energien und Umweltschutz. Das Motto „Scouts unter Strom“ galt nur im übertragenen Sinn. Der Untertitel „Warte nicht länger – Tu Watt“ war wörtlich zu nehmen.

Die Energie- und Umwelt-Rallye des außerschulischen Lernstandorts „Saerbecker Energiewelten“ im BEP dürfte den meisten Kluftträgern neu gewesen sein. Sie entdeckten Photovoltaik, Wind- und Biogasenergie im Park, lernten, wie man Wasserstoff herstellt und Respekt vor Steckdosen: Den Wasserkocher mit dem Fahrraddynamo zu betreiben, das kostet Kraft. Nach so viel Erkunden und Anstrengung hatten sich sie Pfadfinder bei der Party am Samstagabend ein bisschen Strom verdient, für Lichteffekte und DJ-Musik.

Ganz ohne Strom kamen die Camper am Sonntag aus, in vielen Workshops und Stationenspielen, die die Leiter des einen Stammes für die Kinder des anderen anboten. Holz durchsägen, das geht auch mit einem umgebauten Fahrrad. Waffeln lassen sich über dem offenen Feuer backen. Juffi Luke reinigte Wasser mit der selbst gebauten Kläranlage in einer Plastikflasche, Noah wickelte seine Wachsfackel von Hand. Luise, Linnia und Leon kneten Schokostreusel in den Stockbrotteig. In den Pausen freuten sich Saerbecker Wölflinge, dass es in ihrem Zelt so schön unordentlich sein darf, die älteren Juffi-Girls schwenkten ihr Zeltbanner und brüllten ihren Schlachtruf, passend zur Halstuchfarbe: „blaue Stufe – Powerstufe“. Während dessen schaffte es das Küchenteam aus den DRK-Ortsverbänden Wettringen und Ochtrup, in einer Stunde 550 Schnitzel, 100 Kilogramm Kartoffeln, 60 Kilogramm Gemüse und den Inhalt von etlichen Eimern Dessert zu verteilen. Lina, Nele, Kayla und Luzia, Juffi-Mädchen aus Saerbeck, konnten sich gar nicht entscheiden, was das Beste am Bezirkslager war: Die Leute, die Wasserschlachten, die Spiele.

„Der Lagerort, Thema und Programm kommen gut an“, war sich Sandra Schmiemann vom Pfadfinder-Bezirk sicher. Der Pfadfinder-Leitsatz „lebe einfach und umweltbewusst“ passe super zum Bioenergiepark, meinte Phillip Wolters von Orga-Kernteam.

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