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Freifunker brauchen ihn zum Aufbau eines gemeinschaftlichen Bürgernetzes

Was soll Batman denn in Saerbeck?

Saerbeck

„Um auf der Straße und öffentlichen Plätzen miteinander zu sprechen, brauchen wir keine kommerziellen Anbieter. Um unseren Freunden zu Hause Filme zu zeigen, brauchen wir kein Bezahl-Fernsehen, sei es durch Werbung oder Gebühreneinzug. Und statt auf wenige zentrale Anbieter zurückgreifen zu müssen, sollen in freien Netzen Teilnehmer miteinander kommunizieren können, genauso wie im öffentlichem Raum“, sagen die Freifunker und basteln an einem besonderen Netz.

Hans Lüttmann

Hermann Stubbe zeigt die wenigen Geräte, die man zum Freifunken braucht. Foto: Hans Lüttmann

Fast jeder hat heutzutage einen WLAN-Router, der ihm Zugang zum Internet verschafft. Das Gerät bekommt er aber nur, wenn er mit einer Firma einen Vertrag abschließt und für deren Dienstleistung auch bezahlt. „Freifunk“ heißt eine Initiative, die jetzt auch in Saerbeck aktiv wird und eine Alternative zu den kommerziellen Anbietern hat: Freifunk-Netze, mit denen sie im öffentlichen Raum freie Inhalte verbreiten können.

Hört sich komplizierter an als es ist, aber Batman muss erst mal draußen bleiben. Man kann sich Freifunk wie eine LAN-Party vorstellen, nur ohne Kabel: Nutzer verbinden ihre Computer über drahtlose Funkverbindungen mit einander und bauen sich so ein eigenes Netz, in dem sie Daten austauschen können.

Können sie doch jetzt auch schon, warum denn noch ein Netz? Hermann Stubbe, der dabei ist, in Saerbeck ein Freifunk-Netz aufzubauen, hat darauf eine Antwort: „Freifunknetze sind für alle zugänglich. Es gibt keine Zensur, sie werden nicht kommerziell betrieben, weil sie ja der Gemeinschaft gehören.“

Oder, wie auf der Internetseite der Münsteraner Freifunker zu lesen ist (die mittlerweile 326 Nutzer haben): „Um auf der Straße und öffentlichen Plätzen miteinander zu sprechen, brauchen wir keine kommerziellen Anbieter. Um unseren Freunden zu Hause Filme zu zeigen, brauchen wir kein Bezahl-Fernsehen, sei es durch Werbung oder Gebühreneinzug. Und statt auf wenige zentrale Anbieter zurückgreifen zu müssen, sollen in freien Netzen Teilnehmer miteinander kommunizieren können, genauso wie im öffentlichem Raum.“

Jetzt kommt Batman: B etter A pproach t o m obile a dhoc N etworking heißt auf Englisch dieses Routingprotokoll, das Freifunker brauchen. Das muss man technisch nicht verstehen, dafür gibt es Fachleute in der Freifunkszene. Wissen muss man aber, dass man für das freie Netz ein spezielles Netzteil braucht, ein kleiner Kasten mit zwei Antennen. „Kostet um die 20 Euro“, sagt Hermann Stubbe und erklärt ein Problem damit: die Reichweite. 100 Meter ohne, 800 mit Verstärker; und dafür braucht es Sichtkontakt. (Weswegen Stubbe immer mal wieder zum Kirchturm schielt.)

Der Gemeinderat unterstützt das Projekt, das mit dem Logo (über diesem Text) dafür wirbt, durch freie Netzwerke die Kommunikationsmedien zu demokratisieren. Stubbe: „Wir stehen ein für die ungehinderte Verbreitung von Wissen, für Aufklärung, freie Infrastrukturen und offene Funkfrequenzen.“

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