1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Kreis-steinfurt
  6. >
  7. Schwungvoll und stilübergreifend

  8. >

Konzertgenuss im Innenhof von Haus Marck mit dem Ensemble Cuarteto Repentino

Schwungvoll und stilübergreifend

Tecklenburg

Vier Instrumente aus vier Ländern und vier Kulturen treffen beim Ensemble „Cuarteto Repentino“ aufeinander, das mit einer ganz eigenen, frischen musikalischen Handschrift auch das Publikum in Tecklenburg erfreute. Die vier Profi-Musiker Ruslan Maximovski, Ekaterina Baranova, Drilon Ibrahimi und Erick Paniagua spielen seit 2018 Crossover-Konzerte mit Elementen aus Klassik, Jazz, Latin und Klezmer Musik.

Von Sunhild Salaschek

Viel Musik aus vier verschiedenen Ländern: das Ensemble Cuarteto Repentino begeisterte mit seiner Piazzolla-Hommage. Foto: Sunhild Salaschek

Am Sonntagnachmittag gab das Ensemble Cuarteto Repentino im zauberhaften Innenhof von Haus Marck ein Crossover-Konzert, mit dem die Akteure manche musikalische Genregrenzen überschritten. Die vier ursprünglich klassisch ausgebildeten Musiker Ekatarina Baranova (Geige), Drilon Ibrahimi (Klarinette), Ruslan Maximovki (Akkordeon) und Erick Paniagua (E-Kontrabass) stammen aus vier verschiedenen Ländern und Kulturen. Die gegenseitige Entdeckung ihrer jeweiligen musikalischen Wurzeln bildet die Grundlage ihres besonderen Stils.

Hommage an „Tangokönig“

Aus Anlass des hundertsten Geburtstags von Astor Piazzolla standen die Werke dieses „Tangokönigs“ im Mittelpunkt des Konzerts. So erlebte das Publikum neben dem realen wunderschönen Spätsommerwetter auch „Winter“ und „Frühling“ aus der musikalischen Sicht Astor Piazzollas durch die instrumentale Brille des originellen Quartetts. Maximovki wies bei seiner Ankündigung der Stücke ausdrücklich darauf hin, „Winter“ und „Frühling“ seien in dieser Reihenfolge komponiert worden, deshalb werde das Ensemble sie auch in dieser Reihenfolge vorgetragen – vermutlich in eigener Bearbeitung. Das verlangte viel Aufmerksamkeit von den Hörern, die sich gern der ausdrucksstarken ursprünglichen Musik von Piazzollas „Vier Jahreszeiten“ aber auch den Stücken mehr oder minder bekannter Komponisten hingaben.

Brahms-Stück begeisterte

So gelang dem Quartett mit dem lebhaften schwungvollen Eingangsstück von Johannes Brahms ein Volltreffer. Hier reichte die nette Moderation voll aus, um das Publikum mitzureißen: „Der Ungarische Tanz Nr. 1 war uns nicht ungarisch genug, da haben wir das Instrumentarium geändert, da war er uns aber immer noch nicht ungarisch genug, da haben wir noch mehr geändert.“

Bei weniger bekannten Stücken tat sich das Publikum hingegen schwer, deren Vielseitigkeit zu erfassen. Das Quartett sieht wohl in Alfred Schnittke sein großes Vorbild, denn dieser Komponist mit seinen die Genregrenzen überschreitenden Kompositionen gilt als Begründer der Polystilistik (verschiedene Musikstile in einem Stück). Aber hier sprang der berühmte Funke zu den Hörern nicht über.

Bei dem russischen Komponisten und Jazzmusiker Alexander Zfasman beeindruckten hingegen die wunderbaren Soli insbesondere des Klarinettisten Ibrahimi.

Gute Mischung für ein Crossover-Open-Air

So galt der Applaus am Ende überwiegend der rhythmisch überzeugend vorgetragenen Musik, die direkt ins Blut ging. Dementsprechend beschlossen die Musiker das Konzert mit einem schwungvollen Klezmer-Potpourri als Zugabe. Genau das Richtige für ein Crossover-Open-Air.

Startseite